Drei Tonnen jede Woche Die Belmer Tafel gibt es seit 15 Jahren

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Fröhliche Gesichter beim Jubiläum: Seit 15 Jahren geben die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen der Tafel in Belm Lebensmittel an Bedürftige aus. Bürgermeister Viktor Hermeler gratuliert der neben im stehenden Leiterin Marianne Hille. Rechts der Vorsitzende der Osnabrücker Tafel, Hermann Große-Marke. Foto: Horst TroizaFröhliche Gesichter beim Jubiläum: Seit 15 Jahren geben die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen der Tafel in Belm Lebensmittel an Bedürftige aus. Bürgermeister Viktor Hermeler gratuliert der neben im stehenden Leiterin Marianne Hille. Rechts der Vorsitzende der Osnabrücker Tafel, Hermann Große-Marke. Foto: Horst Troiza

Belm. Seit 15 Jahren besteht die Tafel in Belm, die Bedürftige mit Lebensmitteln versorgt. Wöchentlich kommen an die 500 Menschen und werden von einem Team ehrenamtlich arbeitender Mitarbeiter betreut. Zum kleinen Jubiläum besuchte Bürgermeister Viktor Hermeler die Ausgabe in der alten Schule und sprach der Leiterin Marianne Hille und allen Helfern den Dank der Gemeinde aus.

Woche für Woche finden sich bereits am frühen Mittag engagierte Frauen und auch einige Männer ein, um in der alten Schule am Heideweg die Lebensmittelausgabe vorzubereiten. Die Waren sind von Firmen im Ort gespendet. Kutsche, Mios, Marktkauf und andere Discounter unterstützen die Arbeit der Tafel ebenso wie ansässige Unternehmen, Vereine und Verbände, die Geld- oder Sachbeiträge leisten.

Vielfältiges Angebot

Auf den Tischen im Eingangsbereich der Schule breitet sich dann ein Angebot aus, das dem in einem Lebensmittelmarkt nicht nachsteht. Frisches Obst und Gemüse, verpackte Lebensmittel – nicht alles ist jenseits des Verfallsdatums, manches stammt aus überschüssigen Sortimenten.

500 Kunden

Bis zu drei Tonnen Lebensmittel gehen über den Tisch, wenn dienstags geöffnet wird. Etwa 120 Familien sind im Kundenstamm, rund 500 Personen, darunter 178 Kinder, wie Marianne Hille erklärt. Sie ist verantwortlich für das Team von rund 20 ständigen Mitarbeitern.

Seit 15 Jahren arbeiten sie gegen die Not, in die ihre Kunden gerutscht sind. „Zu Beginn waren es Aussiedler aus der früheren Sowjetunion, jetzt sind es viele Flüchtlinge aus den Kriegsgebieten“, beschrieb sie. Aber auch Einheimische, Rentner, Alleinerziehende, Arbeitslose sind auf die Tafel angewiesen.

Nicht kostenlos

Nichts wird kostenlos abgegeben, ein kleiner finanzieller Beitrag muss von jedem der Kunden geleistet werden. Allerdings: „Ich schicke keine Mutter weg, die knapp an Geld ist“, kommt es in deutlichem Ton von der Leiterin.

„Ich nehme wahr, dass Menschen in Belm gut aufgenommen werden“, sagte Bürgermeister Hermeler bei seinem Besuch und überreichte einen Obstkorb und einen Umschlag. Er bedankte sich bei allen, die sich jemals für die Tafel engagiert haben und es heute noch tun.

Anfänge mit Lkw

So zum Beispiel Katharina Frese und Maria Meyer zu Farwig, die schon dabei waren, als zum ersten Mal Lebensmittel abgegeben wurden. Das geschah damals von einem Lkw an der Grundschule Powe, in der alten Schule ist es heute wesentlich komfortabler und auch diskreter. Denn nicht jedem ist es recht, seine Armut in der Öffentlichkeit zur Schau stellen zu müssen.

Gratulationen gab es auch vom Vorstand der Osnabrücker Tafel. Hermann Große-Marke, der Vorsitzende, formulierte, die Tafel tue auf zweierlei Weise Gutes, „nämlich Lebensmittel vor der Vernichtung retten und anderen Menschen zu helfen“. Auch er sprach Marianne Hille und dem gesamten Team seinen Dank dafür aus „mit Kraft und Energie ehrenamtlich zu helfen“. Im Herbst dieses Jahres wird die Osnabrücker Tafel ihr 20-jähriges Bestehen feiern.


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