Feldbegehung in Belm Landwirte der Region informieren sich über Soja und Co.

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Belm. Rund 15 Landwirte aus der Region schauten sich auf verschiedenen Höfen den Anbau von Soja und Lupinen an. Zur Feldbegehung in Belm hatte das Projekt „Eiweißfutter aus Niedersachsen“ (EfN) und die Landwirtschaftskammer Niedersachsen eingeladen.

Sie stellen den Bauern im Flächenland seit wenigen Jahren den Anbau proteinreicher Pflanzen wie etwa Soja, Lupinen und Ackerbohnen vor. Der Hintergrund: Die Bundesregierung will mit einer sogenannten Eiweißpflanzenstrategie gleich mehrere Ziele erreichen. Erstens möchte man unabhängiger von Importen und gentechnisch veränderten Sorten werden. Ebenso will man dazu beitragen, dass die Fruchtfolgen mit eiweißreichen Hülsenfrüchte mittelfristig monetär und auch in gleichbleibender Menge und Qualität mindestens ebenso gut abschneiden wie etwa jene mit Mais oder Raps.

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Gutes Eiweißfutter für Geflügel

Zudem ergeben die Leguminosen (Hülsenfrüchte) ein gutes Eiweißfutter für Geflügel und Schweine. Oder für Milchvieh: Denn erste große Discounter verlangen mittlerweile, dass sie gentechnikfreie Milch in die Regale bekommen. Letztlich trägt man mit den Leguminosen auch zur Bodengesundheit bei, erklärte EfN-Projektmitarbeiterin Anika Berner. Beim Anbau von Soja etwa, reduziere sich der Nitrateintrag. „Pro Hektar bleiben 20 Kilogramm Stickstoff über“, ergänzte Christian Kreikenbohm von der Landwirtschaftskammer in Hannover. Er demonstrierte den Landwirten auf dem Hof Holtmeyer, warum beispielsweise Sojapflanzen geimpft werden müssen. Dadurch bildeten sich Knöllchenbakterien an den Wurzeln, die den Stickstoff in der Luft bänden, so Kreikenbohm.

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30 Dezitonnen pro Hektar

Das erspare auch die Düngung der Sojapflanzen mit Sticksoff. Dünger wie Phosphat und Kali brauche es zudem nur bei schwachversorgten Böden. „Lässt sich Soja auch auf den Sandböden im Emsland anbauen?“, wollte ein Landwirt wissen. Dort brauchen sie während der Blüte und Hülsenfüllung nur genug Wasser, antwortete Kreikenbohm. Vorsichtig geschätzt, könnte man im Schnitt mit einem Ertrag bis zu 30 Dezitonnen pro Hektar rechnen.

Ökologischer Anbau

Ein Beispielfeld aus dem ökologischen Anbau der Hülsenfrüchte schauten sich die Landwirte noch auf dem Biolandbetrieb Meyerhof an. Dort beobachteten sie deutlich mehr Beikräuter als im konventionellen Anbau bei Holtmeyer. „Wir regulieren das Unkraut mechanisch. Und das war aufgrund der starken Regenfälle im Juni nicht möglich“, erklärte Meyerhof-Inhaber Anton Schreiber.

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Leguminosenanbau voranzutreiben

Bei der Feldbegehung ging es ausdrücklich nicht um die Demonstration der Vor- und Nachteile zwischen konventionellem und ökologischen Anbau, sagte Kreikenbohm am Rande. „Das Ziel ist, nur den Leguminosenanbau voranzutreiben.“

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Aufwandsentschädigungen

Aktuell werden in Niedersachsen auf 360 Hektar Soja und auf rund 700 Hektar Lupinen angebaut. Höfe wie der Meyerhof und Holtmeyer sind derzeit Demonstrationsbetriebe. Dort bauen die Landwirte verschiedene Hülsenfrüchte an und stellen die Flächen für Landwirte zur Besichtigung zur Verfügung. Ebenso wie die reinen Datenerfassungsbetriebe – hier werden nur die Ergebnisse des Anbaus zusammen getragen – bekommen die Höfe von der Bundesregierung Aufwandsentschädigungen für die Arbeit.

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