Belm: Szlapka verlässt Grüne Fraktionssprecherin jetzt Spitzenkandidatin der UWG

Meine Nachrichten

Um das Thema Belm Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Ulrike Szlapka wechselt von den Belmer Grünen zur UWG (Unabhängige Wählergemeinschaft). Archivfoto: Kerstin BalksUlrike Szlapka wechselt von den Belmer Grünen zur UWG (Unabhängige Wählergemeinschaft). Archivfoto: Kerstin Balks

Belm. Die Sprecherin der Belmer Grünen und deren Fraktionsvorsitzende im Belmer Gemeinderat, Ulrike Szlapka, verlässt nach fast 20 Jahren die Grünen. Szlapka hat mit ihrem Austritt bei den Grünen auch das Vorstandsamt niedergelegt.

„Der Vorstand wird in zwei Wochen neu gewählt, da auch wir übrigen Vorstandsmitglieder unser Amt aus unterschiedlichen, persönlichen Gründen nicht fortführen möchten und damit den Weg frei machen für eine Neuaufstellung und -positionierung der Belmer Grünen“, so Vorstandsmitglied Thomas Langhorst in der von Ulrike Szlapka unterzeichneten und versandten Pressemitteilung.

Fraktionsvorsitz noch bis November

Szlapka werde jedoch bis zum Ende der Wahlperiode Anfang November ihre Arbeit im Gemeinderat und als Fraktionsvorsitzende der Grünen weiterführen. „Ich bin sehr froh, dass die gesamte Grünen-Fraktion hinter mir steht“, betont Szlapka. Sie habe angesichts der Situation angeboten, den Fraktionsvorsitz zur Verfügung zu stellen. Doch die gute Zusammenarbeit mit Leo Niederrielage, Rolf Thöle und Klaus Henschel sowie die harmonische gemeinsame Sachpolitik, die nach wie vor verfolgt werde, hätten hier bei den Fraktionskollegen wohl den Ausschlag gegeben

Da keines der derzeitigen Ratsmitglieder der Grünen zur neuen Wahlperiode der Fraktion der Grünen angehören werde, sei ein Wechsel an der Fraktionsspitze nicht gewünscht, denn man habe immer gut und vertrauensvoll zusammengearbeitet. An der Loyalität und dem Engagement der Fraktionsvorsitzenden habe er keine Zweifel, teilt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Leo Niederrielage mit.

Personelle und inhaltliche Neuausrichtung

Der Grund für Szlapka, nach zehnjähriger Arbeit bei den Belmer Grünen diesen den Rücken zu kehren ,liege darin begründet, dass sich bedingt durch Mitgliederwegzüge aus Belm und Aufnahme von Neumitgliedern eine andere personelle und inhaltliche Ausrichtung der jahrelangen Belmer Grünenpolitik angekündigt habe und jetzt auch vollzogen werden solle. „Wir waren einigen Mitgliedern wohl nicht grün genug“ vermutet Szlapka.

Von der UWG angesprochen

Sie habe dann ursprünglich vorgehabt, ihr parteipolitisches Engagement zu beenden, sei dann aber von der UWG auf eine dortige Mitarbeit angesprochen worden. Nach einigen Wochen des Überlegens und zwischenzeitlicher personeller Änderungen innerhalb der UWG habe sie dann schließlich zugesagt.

Einstimmig gewählt

Christoph Siebe von der UWG erklärt dazu auf schriftliche Anfrage: „Ausschließlich private Gründe hatten mich veranlasst, meine Kandidatur für den Gemeinderat und den Kreistag zurückzuziehen.“ Er habe daraufhin das Gespräch mit Ulrike Szlapka gesucht, um sie für eine mögliche Kandidatur für die UWG zu gewinnen. „Einstimmig wurde sie nunmehr als Spitzenkandidatin gewählt“, so Siebe. Er betont: „Mit ihr hat die UWG eine hervorragende Kommunalpolitikerin als Verstärkung gewonnen und gleichzeitig mit ihr die Spitzenposition optimiert. Mit zehn weiteren Kandidaten auf der Liste bilden diese Personen ein hervorragendes Team.“

Keine Angst anzuecken

UWG-Vorsitzender Gunars Libeks bestätigt am Nachmittag per E-Mail, dass Ulrike Szlapka als Spitzenkandidatin für die UWG antreten wird, und erklärt: „Wir schätzen ihre Arbeit und auch ihre Fähigkeit, Positionen innerhalb und außerhalb des Rates für die Bürger mit Nachdruck zu vertreten. Nachdem die Mitglieder der UWG diese Fähigkeit möglicherweise bei dem bisherigen Fraktionsvorsitzenden Dieter Ewering etwas vermisst haben, war die Richtung vorgegeben, nach einer Kandidatin oder einem Kandidaten mit Erfahrung und ohne Angst, bei Rat und Verwaltung auch mit unliebsamen Fragen oder Diskussionen anzuecken, Ausschau zu halten.“

Vor zwei Tagen noch nicht auf der Liste

SPD-Ortsvereinsvorsitzender Jürgen Lunkewitz betont: „Dass sie bei den Grünen aufhört, war bekannt.“ Erstaunt zeigt er sich aber darüber, dass sie nun für die UWG kandidiert: „So weit ich weiß, ist vor zwei Tagen noch eine Kandidatenliste verschickt worden, da stand sie nicht drauf. Das muss also kurzfristig entschieden worden sein.“ Sein trockener Kommentar: „Da kann ich ihr nur viel Erfolg wünschen.“

CDU: Bombe geplatzt

Völlig überrascht reagierte der Kandidat und Gemeindeverbandsvorsitzende der Belmer CDU, Rolf Villmer: „Die Bombe, die am Wochenende in Belm entschärft wurde, ist jetzt geplatzt“, so sein Kommentar. Die Nachricht sei „mehr als eine Sensation“.

Die UWG-Führung habe für reichlich Irritationen gesorgt, wenn man sehe, wie Dieter Ewering „geschasst“ worden sei , so Villmer. Dass Szlapka nicht nur die Grünen verlasse, sondern als Spitzenkandidatin für die UWG antrete, verwundere ihn sehr: „Soweit ich weiß, gab es da ursprünglich einen anderen Spitzenkandidaten.“

Villmer sieht darin „ein Zeichen, dass Frau Szlapka in ihrer eigenen Partei keinerlei Rückhalt mehr hatte“. Andererseits hält es der auf Listenplatz vier erstmals für die nach wie vor stärkste Fraktion im Rat kandidierende Kommunalpolitiker für positiv, wenn Ulrike Szlapka auch künftig für die Mehrheitsgruppe aus SPD, Grünen und UWG im Gemeinderat säße: „Es hätte dem Belmer Rat auch etwas gefehlt, wenn Frau Szlapka nicht mehr im Rat wäre“, so Villmer wörtlich.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN