Fünf-Zentner-Bombe entschärft Saugbagger bei Bombenräumung in Belm im Einsatz


Belm. Eine knifflige und zudem körperlich anstrengende Arbeit war die Entschärfung einer englischen Fünf-Zentner-Bombe am Sonntag in Belm für das Team des Kampfmittelbeseitigungsdienstes um Sprengmeister Clemens Stolte.

Der Niedersächsische Kampfmittelbeseitigungsdienst hatte bei einer Überprüfung von Verdachtspunkten festgestellt, dass unter einem Mehrfamilienhaus in der Stettiner Straße in Belm wahrscheinlich ein Bombenblindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg liegen könnte.

Der Liveticker zum Nachlesen

Blindgänger unter Mehrfamilienhaus

Die Belmer Bürger und ihre Verwaltung haben inzwischen Routine, was Bombenräumungen angeht. Doch der Blindgänger, der am Sonntag entschärft wurde, war aufgrund seiner Lage eine Herausforderung: „Das Besondere heute ist, dass wir durch die Bodenplatte des Kellers gebohrt haben und die Bombe noch circa einen Meter darunter vermutet wird“, so Thomas Bleicher, Dezernatsleiter des Kampfmittelbeseitigungsdienstes Niedersachsen, der vor Ort dem Sprengmeister den Rücken frei hielt.

Saugbagger erleichterte Arbeit

Als Sprengmeister war Clemens Stolte im Einsatz, der bereits am Freitag und Samstag einen Zerscheller – einen Blindgänger ohne Zünder – in Wallenhorst beseitigt hatte. Stolte setzte mit seinem Team, das aus Thorsten Lüdeke, Henning van Nethen und Ulrich Wolgast bestand, in Belm erstmals einen Saugbagger ein. Denn im Keller war weder Platz für schweres Gerät noch für den Aushub. Das war ein Experiment. „Mit dem Gerät haben wir uns nicht so gut ausgekannt“, berichtete Stolte. Außerdem sei der Boden sehr lehmhaltig und schwer gewesen. „Das Erdreich wurde immer fester und ging nicht mehr so leicht durch den Sauger“, fügte Bleicher hinzu. Zum Schluss habe die Erde nur noch portioniert abgesaugt werden können. Dennoch habe sich der Einsatz des Saugbaggers bewährt, urteilte Bleicher: „Der Einsatz hätte sonst wesentlich länger gedauert.“

Nicht nur körperlich anstrengend

„Das war sehr anstrengend, wir haben drei Stunden körperlich hart gearbeitet. Die Bombe hat uns gefordert“, so Stolte nach der erfolgreichen Entschärfung. Doch nicht nur die Lage der Bombe war knifflig: Bevor diese nicht freigelegt war, konnte niemand sagen, ob es wirklich eine ist und wenn ja, welchen Zünder sie hat. „Wenn es ein Langzeitzünder gewesen wäre, hätten wir nicht daran arbeiten können“, erklärte Stolte. Eine Sprengung wäre in diesem Fall wahrscheinlich gewesen. Dann hätte eine englische Bombe eines der Häuser zerstört, die die englische Armee nach dem Krieg für ihre eigenen Garnisonsmitarbeiter gebaut hatte.

Bombe entschärft

Bei allen war die Erleichterung groß, als klar war, dass es sich um eine englische Fünf-Zentner-Bombe mit Heckaufschlagzünder handelte. „Das war richtig cool“, gab Stolte zu, der nach getaner Arbeit feststellte: „Das hat ganz schön geschlaucht. Jetzt freue ich mich auf ein Bratwürstchen, dann den Heimweg und heute Abend Fußball.“


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN