Infoveranstaltung am 2. März Osnabrücker Professor hält A33-Nord für überflüssig

Von Sandra Dorn

Prof. Dr. Jürgen Deiters findet, dass die A33-Nord überflüssig ist. Foto: Michael GründelProf. Dr. Jürgen Deiters findet, dass die A33-Nord überflüssig ist. Foto: Michael Gründel

Belm/Wallenhorst. Der Bau der A33-Nord mache für den Bund keinen Sinn: Dieser Meinung ist der Osnabrücker Wirtschafts- und Verkehrsgeograf Prof. Dr. Jürgen Deiters.

Der Professor im Ruhestand hat sich die Daten der Verkehrserhebung von 2013 und Prognose für 2030 vorgenommen und nachgerechnet. Ein Ausbau der A30 zwischen dem Osnabrücker Südkreuz und dem Lotter Kreuz von vier auf sechs Streifen würde völlig ausreichen, um die erwarteten Verkehrsmengen zu bewältigen, sagt er. Und mehr noch: Der innerregionale Verkehr könne durch Maßnahmen wie Ampelanlage an den Zufahrten auf der A30 so reduziert werden, dass sogar ein Ausbau der A30 nicht mehr nötig sei, meint Deiters.

Nur ein Drittel Nord-Süd-Fernverkehr

Deiters begründet seine Thesen damit, dass lediglich ein Drittel der erwarteten Fahrzeuge auf der A33-Nord dem Fernverkehr auf der Nord-Süd-Achse zuzuordnen sei. Der Rest sei Regionalverkehr. Heißt: Die A33-Nord würde überwiegend dem Regionalverkehr zugutekommen. „Aus Sicht derer, die die Mittel zu vergeben haben, macht das keinen Sinn“, sagt Deiters. Denn die Mittel vergibt der Bund. Außerdem würde die A33-Nord Neuverkehr erzeugen.

„Variante Null-Plus“

Schon immer hatten die Autobahngegner den A30-Ausbau (die sogenannte Variante „Null-Plus“) als Argument gegen den Lückenschluss zwischen der A33 bei Belm und der A1 nördlich von Wallenhorst ins Feld geführt. In der Meldung des Landes Niedersachsen von Wunschprojekten für den neuen Bundesverkehrswegeplan sind beide Varianten enthalten – Neubau der A33-Nord und Ausbau der A30. Im aktuell gültigen Verkehrswegeplan von 2003 fehlt die A30; die A33-Nord wurde darin mit „vordringlichem Bedarf“ eingestuft.

Kosten-Nutzen-Analyse liegt nicht vor

Eigentlich wollte sich Jürgen Deiters die Kosten-Nutzen-Analyse vornehmen, die im Zuge der Neuaufstellung des Bundesverkehrswegeplans erstellt werden soll. Nur war an die nicht heranzukommen – und Gegner wie Befürworter und Planer warten seit Monaten auf den Entwurf des Plans, dessen Vorstellung vom Bundesverkehrsministerium immer wieder aufgeschoben wurde.

Warum betreibt Deiters überhaupt diesen Aufwand? „Aus fachlichem Interesse“, sagt er. Er habe schon jahrelang den Streit um den Lückenschluss verfolgt – „Lückenschluss“ hält er übrigens für den völlig falschen Begriff.

Am 2. März um 19 Uhr bei Lingemann

Die Details seiner Berechnungen wird Prof. Dr. Jürgen Deiters am Mittwoch, 2. März, um 19 Uhr im Saal Lingemann in Rulle (Vehrter Landstraße 21) vorstellen und zum Diskutieren über seine Thesen einladen.

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