Impulse für innere Bewegung Belmer Schüler lernen, sich besser zu konzentrieren

Von Johanna Kollorz


Belm. Ein Schreiben von Rektor Maarten Willenbrink brachte Bewegung ins Spiel: Im Sommer bewarb sich der didaktische Leiter der Johannes-Vincke-Schule in Belm um die Teilnahme am Projekt „Bewegte Schule Niedersachsen“. Mit Erfolg. Jetzt machte ein Expertenteam aus der Landeshauptstadt an der Oberschule Station, um Schülern, Lehrern und Eltern im Rahmen eines Aktionstages Impulse für besseres Lernen zu geben.

Der Aktionstag „Bewegte Kinder – Schlaue Köpfe“ ist Teil des Aktionsplans „Lernen braucht Bewegung – Niedersachsen setzt Akzente“ des Niedersächsischen Kultusministeriums, der in Abstimmung mit dem Landessportbund und weiteren Förderern agiert. Landesweit wird er jährlich an 50 Schulen mithilfe drei aufeinander abgestimmter Einheiten von Expertenteams durchgeführt.

Praktisch an Themen herangeführt

Die Oberschule am Heideweg begrüßte am Aktionstag Projektleiter Hermann Städtler und seinen Mitarbeiter Karsten Heilmann. Letzterer führte die Schüler der Klasse 9c in der fünften und sechsten Stunde praktisch an das Thema heran. Nach einem kleinen Begrüßungsritual erhielten die Jugendlichen Merkzettel zu den Themen Alkohol und Nikotinkonsum, auf denen sie Schlüsselbegriffe markierten.

Kurzreferat gehalten

Darauf basierend galt es, einen Spickzettel zu erstellen, der nicht mehr als zehn Wörter, aber beliebig viele Symbole, Zahlen und Zeichnungen aufweisen durfte. Besonders selbstbewusste Schüler wie Nick Kramm und Fabian Törner hielten im Anschluss an die Stillarbeitsphase ein Kurzreferat vor allen Anwesenden.

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Zuvor vergingen 25 Minuten, in denen das Interesse der Schüler durch Eigenarbeit geweckt wurde und ein effektiver Transfer stattfand. Beim anschließenden Austausch agierte die Klasse wie ein Kugellager: Innen- und Außenkreis lieferten sich Fakten zum jeweiligen Präventionsthema und erweiterten durch den Sprachumsatz ihre Kenntnisse.

Unterricht bewegend gestalten

„Zwischendurch wird sich auch konkret bewegt. Es geht aber nicht um ein sportives Konzept, sondern darum zu zeigen, wie Unterricht bewegt, aber auch bewegend gestaltet werden kann. Um innere Bewegung als Auslöser“, unterstrich Projektleiter Städtler.

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„Wenn für euch der Unterricht so interessant gewesen ist, dann springt bitte hoch“, forderte Karsten Heilmann die Probanden zum Abschluss der ersten Einheit auf. Anschließend erfolgten Antworten durch einen Gang in die Hocke, Stehen auf einem Bein oder in die Luft pusten. „Das ist auf jeden Fall interessanter als normaler Unterricht. Man lernt effektiver und kann sich so besser konzentrieren“, meinten Lauren Lüssenheide und Dilara Schmidt.

Informationsabend für Eltern

Das Interesse am Gezeigten und an den damit einhergehenden Lösungsansätzen für besseres Lernen war auch seitens der Erwachsenen groß. So wohnten dem Demonstrationsunterricht schon vor der verbindlichen Lehrerfortbildung am Nachmittag (Einheit zwei) zwei Drittel des Kollegiums bei. Damit die gesundheitsfördernden Impulse möglichst nachhaltig gelebt werden können und nicht am Schultor enden, klang der Aktionstag mit einem Elterninformationsabend aus. (Weiterlesen: Elternabend zum Thema Oberschule in Belm)

Projekt auch in Österreich und der Schweiz

„Erfahrungsgemäß bleiben die Schulen im Anschluss dabei. Häufig folgt im nächsten Step ein Modul zum Thema Lehrergesundheit“, schilderte Hermann Städtler. Um für nachhaltige Veränderung in den drei Schwerpunkten „Lehren und Lernen“, „Schule als Lebens- und Lernraum“ und „Schule steuern und organisieren“ zu sorgen, werde das Gesamtkonzept „Bewegte Schule“ neben Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz und Bayern inzwischen auch in ganz Österreich übernommen. Bewegung komme außerdem auch in der Schweiz und Luxemburg ins Spiel.


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