Ehrungen und Auszeichnungen Kolpingsfamilie in Belm gedenkt Kolpinggründer

Von Claudia Sarrazin

Die langjährigen Mitglieder der Kolpingsfamilie Belm mit ihrem Vorsitzenden, Alois Gille (ganz links) sowie Markus Kleinkauertz, Diözesanleiter Gesellschaftspolitik und Arbeitswelt, Stefan Düing, Diözesansekretär, und Willi Püngel (von rechts). Foto: Claudia SarrazinDie langjährigen Mitglieder der Kolpingsfamilie Belm mit ihrem Vorsitzenden, Alois Gille (ganz links) sowie Markus Kleinkauertz, Diözesanleiter Gesellschaftspolitik und Arbeitswelt, Stefan Düing, Diözesansekretär, und Willi Püngel (von rechts). Foto: Claudia Sarrazin

Belm. Alle Jahre wieder gedenkt die Kolpingsfamilie Belm ihrem Gründer, Adolph Kolping. Nach einer Andacht zum Thema „Mut tut gut“ – das auch das Motto des diesjährigen Kolpingtages war – und einem gemeinsamen Grünkohlessen im Pfarrheim, wurden langjährige Kolpingmitglieder geehrt.

In der Eucharistiefeier mit Pastor Arnold Loch wies Angelika Hune darauf hin: „Sich seiner Stärken bewusst zu sein, schenkt Mut und Selbstvertrauen.“ Beides sei wichtig, um die Herausforderungen des Alltags meistern zu können. „Adolph Kolping, dessen 150. Todestag wir heute feiern, wusste um seine Stärken. Deswegen trat er mutig der Not und dem Elend der arbeitetenden Bevölkerung entgegen“, so Hune. Auch das Fazit der Predigt lautete: “Wer Mut zeigt, macht Mut“. ( Weiterlesen: Ein Porträt vom frommen Arbeiterführer ).

 

Langjährige Mitglieder werden geehrt

 Nach dem folgenden Essen riefen Alois Gille, Vorsitzender der Kolpingsfamilie Belm, und Hune langjährige Mitglieder zu sich. Für ihre 25-jährige Mitgliedschaft in der Kolpingsfamilie wurden geehrt: Marita Werner sowie Melanie und Björn Schumacher. Bereits 40 Jahre Mitglieder der Kolpingsfamilie Belm sind: Dieter Ewering, Christa und Kurt Lietemeyer, Elisabeth Püngel, Elisabeth Schulhof, Gabi Voß, Agnes Thiesing-Hotfilter und Maria Wahoff. Für ihre 50-jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet wurden Hubert Kronauer, Wolfgang Rust, Heinz-Josef Schnieder, Bernhard Wellmann, Friedel Werner, Werner Spielmeyer und Helmut Deutschmann. Außerdem erhielt Heinz Rohrmann für seine 60-jährige Mitgliedschaft bei den Kolpingern die entsprechende Ehrennadel. Die Geehrten konnten sich nicht nur über entsprechende Urkunden freuen, sondern auch über einen Gutschein für einen Aufenthalt in einem Kolping-Familienhotel. Zwischendurch frotzelte Gille: „Wenn das so weitergeht, sitzt bald keiner mehr im Publikum.“ Und tatsächlich standen die Jubilare bald dicht an dicht, was Gille an das Kolping-Zitat erinnerte: „Anfangen ist das Schwerste, treu bleiben das Beste.“ Und Hune erinnerte mit einer Geschichte daran, das Kolping eine Gemeinschaft vieler sei, in die sich jeder auf seine Art einbringe (Weiterlesen: Bericht über eine Ausstellung, die Erinnerungsstücke an Adolph Kolping zeigt ).

 

Eine besondere Auszeichnung

Doch wer dachte, die Ehrungen seinen nun vorbei, wurde eines Besseren belehrt. Denn Markus Kleinkauertz, Diözesanleiter Gesellschaftspolitik und Arbeitswelt, und Stefan Düing, Diözesansekretär, waren nach Belm gekommen, um Willi Püngel für sein besonderes Engagement das Ehrenzeichen des Diözesanverbandes zu überreichen. „Da habe ich überhaupt nicht mit gerechnet“, erklärte dieser kopfschüttelnd, als er unter Applaus aufstand. „Willi war irgendwie immer da“, so Düing, er habe dem Kolping ein Gesicht gegeben. „Genau wie Adolph Kolping zu seiner Zeit, kümmerte sich Willi im Kolpingbildungswerk um die Menschen, die am Rande der Gesellschaft stehen“, erklärte Düing, bevor er die beeindruckende Liste der verschiedenen Ehrenämter und Tätigkeiten auflistete, die Püngel im Laufe der Zeit innehatte. Unter anderem war Püngel ein beratendes Mitglied im Diözesanvorstand und in der sozialen Selbstverwaltung tätig. Außerdem war er Schöffe im Widerspruchsausschuss der Berufsgenossenschaft „Gesundheit und Wohlfahrtspflege“. Kleinkauertz wiederum erinnerte sich an die guten Gespräche bei gemeinsame Fahrten mit Püngel und lobte dessen „enormes Hintergrundwissen“.Der so geehrte erklärte: „Alles, was ich geschafft habe, konnte ich nur machen, weil ich meine Frau im Hintergrund hatte.“ Warum er sich so im Kolping engagiert? „Das ist hauptsächlich die Gemeinschaft, und es ist das soziale Engagement.“


Adolph Kolping: Der auch als Gesellenvater bezeichnete Adolph Kolping starb vor 150 Jahren am 4. Dezember 1865 in Köln. Kolping wurde am 8. Dezember 1813 als Sohn eines Schäfers in Kerpen bei Köln geboren. Er arbeitete mehrere Jahre als Schuster-Geselle, bevor er das Abitur machen und studieren konnte. Zu seiner Zeit als Kaplan in Wuppertal-Elberfeld engagierte er sich bereits als Präses im Gesellenverein des Lehrers Gregor Breuer. 1849 kam Kolping nach Köln, wo er seinen ersten katholischen Gesellenverein gründete. Damit habe Kolping zu Zeiten der Industrialisierung auf die rücksichtlose Ausbeutung und Verelendung der Menschen reagiert, wie der Erzbischof von Köln, Rainer Maria Kardinal Woelki, in einem Pontifikalamt in der Kölner Minoritenkirche am vergangenen Sonntag erklärte. In den von Kolping initiierten Gesellenhäusern hätten junge Menschen nicht nur eine wohnliche Herberge gefunden, so Woelki weiter. Die Häuser seien auch eine Schule gewesen, in denen sich die Handwerker religiös, politisch und fachlich hätten bilden können.

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