Flugthermografieaufnahmen Belmer Mosaik aus fast 5000 Einzelbildern

Jona Van Parys bearbeitet am Computer die Thermografiebilder von der Gemeinde Belm. Foto: EurosenseJona Van Parys bearbeitet am Computer die Thermografiebilder von der Gemeinde Belm. Foto: Eurosense

Belm. Mitte Februar dieses Jahres hat die Gemeinde Belm mit ihren Kooperationspartnern RWE Deutschland, Tüv Rheinland und der belgischen Firma Eurosense die „RWE Flugthermografie“ gestartet. Das Projekt wird in dieser Größenordnung erstmals in Niedersachsen durchgeführt, und Belm ist damit landesweit Pilotgemeinde.

In den frühen Morgenstunden des 12. März war die zweimotorige Cessna der belgischen Firma Eurosense mit der eingebauten Wärmebildkamera über dem gesamten Gemeindegebiet im Einsatz. Fast 5000 Wärmebildaufnahmen von Belmer Hausdächern wurden dabei gemacht. Doch was passierte dann mit diesen Flugthermografiebildern? Die weitere Bildbearbeitung und Auswertung der Daten des dreieinhalbstündigen Überflugs ist ein kompliziertes Verfahren. Geometrische und radiometrische Bildbearbeitungen sollen dafür sorgen, dass die gewonnenen Bilddaten geometrisch korrekt, kontrastreich und im Farbspektrum passend zusammengestellt werden.

Wärmebild der gesamten Gemeinde

„Zunächst wurden die gespeicherten GPS-Daten geladen und geprüft. Als Ergebnis lassen sich die Flugbahn und Sensorposition punktgenau abbilden“, erklärt Diplom-Geograf Rolf Wilting, Geschäftsleiter von Eurosense in Deutschland. Anschließend wurde unter Verwendung eines digitalen Geländemodells von Belm aus den Tausenden Einzelbildern ein zusammenhängendes und übergangsloses Wärmebild des gesamten Gemeindegebietes erstellt und mit den örtlichen Katasterdaten verknüpft. Abschließend kommen bei der Bildbearbeitung durch die Firma Eurosense noch die Referenzmessungen der teilnehmenden Bürger in Belm zum Einsatz.

Informationen zur Dachisolierung

„Wir benötigen die Referenzdaten zur Interpretation und Kalibrierung der Wärmebild-Farbwerte, um eine möglichst hohe Messgenauigkeit erzielen zu können“, sagt Wilting. Thermografische Luftbilder bestehen zunächst einmal nur aus den Messwerten zum Zeitpunkt der Datenerfassung. Die durch den Sensor eingefangenen Strahlungswerte bedürfen einer detaillierten Interpretation, um aus ihnen Informationen zur Dachisolierung von Gebäuden ableiten zu können.

Wichtige Informationen für Bürger

Eine Reihe von Faktoren, wie etwa die Form, das Material oder die Temperatur in den Räumen unterhalb des Daches zum Zeitpunkt der Befliegung spielen eine Rolle. „Um die aus der Befliegung gewonnenen Daten gewinnbringend einzusetzen, ist es somit entscheidend, nicht nur ein Bildmosaik mit den Strahlungswerten zu erstellen, sondern die Daten für den Bürger auch so aufzubereiten und zu interpretieren, dass dieser daraus die für ihn wichtigen Informationen ableiten kann“, sagt Rolf Wilting.

Die von Eurosense vorbereiteten flugthermografischen Bilddaten werden jetzt beim Tüv Rheinland weiterbearbeitet, wo nach Auswertung der Einverständniserklärungen der teilnehmenden Hauseigentümer auch die Verknüpfung mit den aktuellen Adressdaten vorgenommen wird. Im Oktober sollen die Flugthermografiebilder den Hauseigentümern zur Verfügung gestellt werden.