Bau der Ortsumgehung (neue B51) Bremer Straße (B51) in Belm ist ein Nadelöhr


Belm. Der komplizierteste Abschnitt beim Bau der neuen Bundesstraße51 (Belmer Ortsumgehung) hat begonnen. Seit 8. Juni ist die Bremer Straße um eine Fahrspur ärmer, denn am Hang des Schinkelberges entsteht ein provisorischer Geh- und Radweg. Von Belm kommend steht Autofahrern daher nur noch eine statt wie gewohnt zwei Linksabbiegespuren auf die Autobahn 33 zur Verfügung – und das soll noch sechs Wochen lang so bleiben.

Damit die Grünphasen im Kreuzungsbereich passen, hatte die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr das Steuergerät der Ampel ausgetauscht. Nun könnten die Grün- und Rotphasen individuell geregelt werden, sagte Cord Lüesse, Leiter des Geschäftsbereichs Osnabrück der Straßenbehörde.

250000 Kubikmeter Erde weichen

Der provisorische Geh- und Radweg ist nötig, weil voraussichtlich ab August Bauarbeiten ganz anderen Ausmaßes stattfinden werden. Dann nämlich will die Behörde damit anfangen, 250000 Kubikmeter Erde abzutragen – und zwar in mehreren Bauabschnitten. Am Ende soll die bis zur neuen B51 Ortsumgehung nach Norden verlängerte A33 unter der Bremer Straße hindurchgeführt werden. Es ist geplant, die Erde fast vollständig in der neuen Trasse zu verbauen.

Weiterlesen: So sieht die Ortsumgehung in Belm aus (Videosimulation)

Ist der provisorische Rad- und Gehweg am Schinkelberg fertig, soll auf der anderen Straßenseite eine Baustellenzufahrt auf das Areal westlich des Media Markts entstehen. In diesem Bereich wird sich irgendwann einmal die Anschlussstelle „Schinkel“ befinden.

Auch wenn Autofahrer mit entsprechender Verzögerung noch gut durchkommen, stehen schon jetzt an allen umliegenden größeren Straßen Hinweisschilder mit der Empfehlung, den Bereich Bremer Straße/B51 weiträumig zu umfahren, etwa an der Hansastraße (B68) in Osnabrück oder an den umliegenden Autobahnen.

Banges Warten

Einer macht sich große Sorgen, wie er mit der anstehenden langen Bauphase umgehen soll: Klaus Henke, Chef der Lachsräucherei an der Bremer Straße. „Das wird ja nicht in ein paar Wochen erledigt sein“, sagt Henke. „Die Kundenzahlen werden uns wegbrechen.“ Mit einem Verkaufswagen ist sein Geschäft auf den Wochenmärkten in und um Osnabrück vertreten – allerdings nur vormittags. Schon jetzt suche er nach Alternativstandorten vor Supermärkten an den Nachmittagen. „Wir werden Flyer verteilen, wo die Kunden uns finden können.“

Brückenbau an der Haster Straße

Auch an der Haster Straße (K316) tut sich mittlerweile sichtbar etwas. Dort entsteht Brücke Nummer zwei von neun. Radfahrer, die von Belm kommen, müssen nach links einen Umweg über die Heinrichstraße in Kauf nehmen. Die Brücke an der Nordstraße , die noch auf Osnabrücker Terrain liegt, ist seit Langem fertig.

Vor anderthalb Jahren war im Winter der Verlauf der neuen B51 vor allem im Bereich des Power Wegs sehr gut zu erkennen. Schon damals hatte die Verkehrsbehörde die obere Bodenschicht für die Ortsumgehung abtragen lassen. Parallel war das Wäldchen an der ehemaligen Gaststätte Uhlemann gerodet worden. Dann geschah sichtbar erst mal lange nichts – längst ist alles wieder zugewuchert. Im Planfeststellungsbeschluss für die Ortsumgehung stehe aus Naturschutzgründen die Auflage, den Oberboden nur in der vegetationsarmen Zeit abzutragen, erklärt Lüesse.

Kleinere Arbeiten 2014

„Diese Vorgabe hatten wir für den ersten Bauabschnitt frühzeitig umgesetzt, da wir ja schon in einzelnen Bereichen der Trasse Leitungssicherungen und –verlegungen durchgeführt haben“, sagt der Behördenvertreter. „Zudem konnten wir vor anderthalb Jahren auch noch nicht ausschließen, schon im Herbst letzten Jahres mit weiteren Arbeiten im Trassenbereich zu beginnen.“ Für den zweiten Bauabschnitt werde der Oberboden im kommenden Winter abgetragen.

Zeitplan

Ende 2019 soll die 6,7 Kilometer lange Ortsumgehung fertig sein. Sie kostet 67 Millionen Euro.

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