Freiwillige ließen sich nicht abhalten Bissendorf: Müll sammeln, bis die Tüte platzt


Bissendorf. Für die Aktion „Frühjahrsputz“ waren am Wochenende wieder zahlreiche Gruppen auf den Beinen, um das weitläufige Gebiet der Gemeinde Bissendorf von Abfall zu befreien. Neben Schülern, Vereinen und Verbänden beteiligten sich auch nachbarschaftliche Gemeinschaften, Familien und Privatleute am 13. Awigo-Abfallsammelwochenende.

Das bisschen Nieselregen am Samstagmorgen konnte als Ausrede nicht zählen. „Solange kein Schnee liegt, ist alles gut“, sagte Mathias Brand, Initiator der ehrenamtlichen Entsorgungsaktion auf Bissendorfer Gebiet. Mit gut 30 Mitstreitern (darunter viele Kinder und Mitglieder der Jagdgenossenschaft Krevinghausen) war der Vorsitzende der Nabu-Ortsgruppe Bissendorf vom Hof Wamhoff ausgeschwärmt, um Wälder, Wiesen und Wege des rund 600 Hektar großen Ortsteils gründlich zu durchforsten.

Anschließend kamen die Gruppen auf dem Hof Wefel zu einem geselligen Frühstück zusammen. „Der Frühjahrsputz ist immer wieder ein guter Anlass, neu zugezogene Familien kennenzulernen und in die Gemeinschaft zu integrieren“, betonte Brand. An der Landstraße „Auf der Hage“ entdeckten Fritz Höckmann, Maria und Ralf Beckmann, die Jugendlichen Finn Marszalkowski und Lucas Leke einen Holzleimbehälter aus Kunststoff, den Stab eines hölzernen Kinderspielzeugs und jede Menge Schluckflaschen.

Am „Heerweg“ hatte die Gruppe schon zuvor ein wild entsorgtes Fernsehgerät gesichtet. An Hauptstraßen, an denen aus Sicherheitsgründen nur Erwachsene in auffälliger Schutzkleidung sammelten, wurden dagegen vermehrt verlorene Radkappen und aus dem Auto geworfene Fastfood-Tüten gefunden.

An der Mindener Straße von Natbergen Richtung Lüstringen-Ost fischte Familie Manke mit dem siebenjährigen Clemens einen Regenschirm aus dem Bach. Einen ähnlichen Fund verzeichneten Jannis Horning und Tim Hengelsberg vom „Heitkampsweg“ in Wersche, die sich extra für den Frühjahrsputz eigene Westen und Zangen zugelegt hatten.

An der „Ellerbecker Straße“ säuberten Christian Kübart, Hubert Grothaus und Wilhelm Meyer zu Lösebeck die Gräben reihenweise von Kaffeebechern und Zigarettenschachteln. Wie hier Jürgen Wiesehahn waren am Aktionstag auch viele andere Ortsvorsteher auf den Beinen – darunter Lothar Niekamp (Jeggen) und Wilfried Langhans (Bissendorf).

In Autos, auf Hängern oder Trecker verladen, wurden die gesammelten Werke zum Baubetriebshof gefahren. „Gemeinschaftliche Aussage aller beteiligten Gruppen, in denen wieder bis zu hundert engagierte Einwohner unterwegs waren, ist, dass das Müllaufkommen tendenziell weniger geworden ist. Neben einem First-class-Frühstück vom DRK freuen wir uns natürlich, dass die fachgerechte Entsorgung einmal mehr über die Awigo Abfallwirtschaft abgewickelt wird“, betonte Bernd Stegmann, Leiter Fachdienst Ordnung und Soziales der Gemeinde Bissendorf.

Ausgestattet mit kostenlosen Awigo-Abfallsäcken, hatte sich bereits am Freitag der zweite Jahrgang der Schule am Berg am Frühjahrsputz beteiligt. Begleitet wurden die 50 Schüler der Schledehauser Grundschule von Klassenlehrer Tobias Rolf und Nikola Wolther, kommissarische Schulleiterin. „Die Kinder waren total heiß auf die Aktion. Wir haben das komplette Waldstück vom Parkplatz bis hoch zur Turnhalle durchforstet. Um größere Müllfunde wie einen verrosteten Eimer und einen alten Kotflügel gab es fast schon Streit“, so die zwei Lehrer lachend.

Zu Scherzen war auch Bürgermeister Guido Halfter aufgelegt, der Samstag ebenfalls zum Baubetriebshof „Auf dem Specken“ gekommen war: „Jetzt, wo Bissendorf in so schönem, neuen Glanz erstrahlt, helfen wir gerne aus. Hiermit schlage ich eine Sonderratssitzung zum Thema Landesgartenschau am 1. April vor.“


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