Trotz positiver Resonanz Kommissarische Konrektorin an Belmer Schule wird nicht Leiterin

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Belm. In der Belmer Johannes-Vincke-Schule deutet sich ein Personalwechsel an, den niemand so recht verstehen mag: Die kommissarische Schulleiterin Ute Haehnel, deren Arbeit in den höchsten Tönen gelobt wird, soll offensichtlich durch einen männlichen Rektor ersetzt werden. Das Vorgehen der Landesschulbehörde wirft Fragen auf.

Erst kürzlich hatte Justina Ochs, die Schülersprecherin der Johannes-Vincke-Schule , ihre Direktorin in der Neuen Osnabrücker Zeitung ausdrücklich gelobt. „Seit Frau Haehnel kommissarische Schulleiterin ist, hat sich sehr viel verändert.“ Haehnel gehe auf die Jugendlichen zu, habe Dinge wie ein regelmäßiges Jahrbuch und ein gemeinsames Hausaufgabenheft für alle Schüler eingeführt: „Das alles hat es vorher nicht gegeben.“

Mit ihrer Meinung steht die Schülersprecherin nicht alleine da. Egal, wen man in Belm fragt: Die Arbeit der seit knapp zwei Jahren amtierenden kommissarischen Konrektorin erfährt ausnahmslos positive Resonanz. „Wir wissen, dass Frau Haehnel eine hervorragende Arbeit macht“, sagt Marcus Hensing, der allgemeine Vertreter des Belmer Bürgermeisters Viktor Hermeler.

„Frau Haehnel hat hier Pionierarbeit geleistet und die Schule unglaublich nach vorne gebracht“, meint Karsten Hohl. Der Elternratsvorsitzende der Belmer Schule sagt allerdings auch: „Mit 98-prozentiger Wahrscheinlichkeit wird Frau Haehnel nicht die neue Schulleiterin werden.“

Noch ist nichts entschieden. Laut einer Sprecherin der Landesschulbehörde handelt es sich um ein schwebendes Verfahren. Doch Ute Haehnel selbst sagt im Gespräch mit unserer Redaktion, dass sie nicht davon ausgeht, im kommenden Schuljahr den Posten als Leiterin der Johannes-Vincke-Schule zu bekleiden. Und der Elternratsvorsitzende Karsten Hohl beteuert, der zuständige Mitarbeiter der Landesschulbehörde habe ihm gesagt, dass die Oberschule im Sommer mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit einen neuen Schulleiter bekomme.

Der kolportierte Entscheidungsprozess der Behörde mutet dabei seltsam an. Zweimal war laut Elternratsvorsitzendem Hohl der Schulleiterposten ausgeschrieben, aber niemand bewarb sich. Beim dritten Mal dann bemühte sich die grundsätzlich sehr leise und zurückhaltend auftretende kommissarische Leiterin Ute Haehnel um die Stelle. „Sie war die einzige Kandidatin. Erst nach Ablauf der Frist hat sich noch jemand beworben“, sagt Karsten Hohl. Und dieser Bewerber soll nun offensichtlich der neue Schulleiter in Belm werden. „Ich habe schon von vielen Leuten gehört, dass in dieser Sache gemauschelt wurde“, sagt Karsten Hohl.

Laut Hohl haben die Eltern und auch die Schüler kein Verständnis für den drohenden Wechsel. Man befürchte, dass der neue Leiter die Johannes-Vincke-Schule nur als Durchgangsstation nutze, die vielen positiven Neuerungen möglicherweise nicht weiterführe und die Schule damit um Jahre zurückwerfe.

„Wir haben viel erreicht, was wir gerne in diesem Team fortsetzen würden“, sagt Maarten Willenbrink, der didaktische Leiter der Oberschule. Mit ihm und dem kommissarischen Konrektor Lars Haarlammert hat Ute Haehnel die jahrelang unter einem katastrophalen Ruf leidende Johannes-Vincke-Schule in den letzten Jahren reformiert.

Maarten Willenbrink betont aber auch, dass im Kollegium niemand die grundsätzliche Entscheidung der Landesschulbehörde anzweifelt – egal, wie sie letztendlich ausfällt. „Wir würden uns zwar freuen, wenn es doch Frau Haehnel wird. Aber keiner von uns legt die Arbeit still, wenn ein neuer Schulleiter kommt.“

Ute Haehnel selbst schließlich sagt, dass es ihr in den letzten Jahren vor allem darum gegangen sei, Verbindlichkeiten für die Schüler und auch die Kollegen zu schaffen. Sie und ihr Team hätten innovativ gearbeitet und sich intensiv darum bemüht, das Image der Schule zu verbessern und der veränderten Realität anzupassen.

Wie oben erwähnt, geht Ute Haehnel nicht mehr davon aus, dass sie ihre Arbeit fortsetzen kann: „Ich fände das sehr schade.“


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