Sprechstunde am 27. November Bissendorfer und Belmer dürfen sich zu Stromtrasse äußern

Von Sandra Dorn

Der Trassenverlauf ist noch offen. Foto: dpaDer Trassenverlauf ist noch offen. Foto: dpa

Belm/Bissendorf. 13 Varianten für die geplante Höchstspannungsleitung durch Bissendorf, die auch Belm berühren könnte, haben die betroffenen Gemeinden zusammen mit der Firma Amprion ausgearbeitet. Kommende Woche sollen die Bürger über die Details informiert werden. Bis Januar können sie dann ihre Meinung dazu abgeben. Das kündigt die Gemeinde Bissendorf an.

Zuvor hatte der Arbeitskreis zum dritten Mal hinter geschlossenen Türen getagt. Nun würden sieben der 13 Trassenvarianten Belmer Gebiet berühren, bestätigt die Belmer Verwaltung auf Anfrage.

Ins Leben gerufen hatte den Arbeitskreis Bissendorfs Bürgermeister Guido Halfter, um mit dem Übertragungsnetzbetreiber Amprion eine Trasse zu finden, die auf möglichst wenig Widerstände trifft. Außerdem nehmen Vertreter des Landkreises Osnabrück und des Amtes für regionale Landentwicklung Weser-Ems teil.

Belm wurde allerdings erst eingebunden, nachdem bei der ersten Sitzung die Idee entstand, dass einige Trassenvarianten auch Belm-Wellingen berühren könnten. In Belm haben Bürger bereits eine Initiative gegründet, die einen Leitungsbau durch Wellingen ablehnt.

Durch Bissendorfer Gebiet verlaufen bereits eine 110- und eine 220-Kilovolt-(kV)-Leitung. Ursprünglich wollte Amprion die geplante 380-kV-Leitung in der Trasse der 220-kV-Leitung neu bauen – mit höheren Masten und breiteren Schutzstreifen am Boden. Die Leitung, die von Bad Essen-Wehrendorf über Osnabrück-Lüstringen bis nach Gütersloh führt, ist e ine von bundesweit 23, die für die Energiewende errichtet werden sollen, um Windenergie aus Norddeutschland in den Süden der Republik zu transportieren.

Flankiert wird das Vorhaben von Protesten der betroffenen Trassenanlieger, die angesichts der höheren Spannung und elektromagnetischen Strahlung um ihre Gesundheit fürchten.

Anfang der nächsten Woche sollen die 13 Trassenvarianten vorgestellt und auf der Internetseite trassenfindung-bissendorf.de veröffentlicht werden. Am Donnerstag, 27. November, ist dann von 14 bis 19 Uhr eine Bürgersprechstunde geplant, und zwar im Gasthaus Gösling-Tiemeyer an der Mindener Straße. „Bis zum 4. Januar 2015 haben die Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, ihre Anregungen zu den einzelnen Trassenvarianten abzugeben“, sagt Bissendorfs Bürgermeister Halfter, entweder online, per Post oder direkt in den Rathäusern von Belm und Bissendorf. Wer sich beteiligen will, muss das unter Angabe seines Namens und seiner Adresse tun. „Alle Anregungen und Vorschläge werden den Experten des Arbeitskreises vorgelegt und dokumentiert, sind jedoch kein rechtlicher Einspruch im späteren Raumordnungs- und Genehmigungsverfahren“, schreibt die Bissendorfer Verwaltung in einer Pressemitteilung. Die Anregungen sollen abgewogen werden und in die Planungen einfließen. Halfter: „Unser Ziel ist es, eine Trassenführung zu erarbeiten, die möglichst konfliktarm, aus technischer Sicht sowie nach den gesetzlichen Vorgaben genehmigungsfähig ist.“


Der Landkreis Osnabrück ist von der Energiewende besonders betroffen. Gleich mehrere Hochspannungsleitungen sollen von 110 oder 220 auf 380 kV hochgerüstet werden. Hintergrund ist, dass saubere Windenergie aus Norddeutschland in den Süden transportiert werden soll – und dazu reichen die Kapazitäten der Leitungen derzeit nicht aus. Bei der Leitung in Bissendorf handelt es sich um Nummer 16 von 23 Trassenprojekten, die das Energieleitungsausbaugesetz des Bundes im Zuge der Energiewende vorsieht. Die künftige 380-kV-Leitung soll von Bad Essen-Wehrendorf quer durch Bissendorf zum Umspannwerk in Lüstringen führen – und von dort aus weiter über Osnabrück-Voxtrup, Holsten-Mündrup, Hilter-Borgloh, Melle-Wellingholzhausen und Borgholzhausen nach Gütersloh.