Ein fröhliches Miteinander Belmer Ehrenamtliche leiten Gruppe für Menschen mit Behinderung

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Bastelarbeiten für den offenen Adventskalender im Pfarrheim am Thie: Kornelia Sube (li.) und Maria Kuhlmann bereichern damit für Menschen mit und ohne Behinderung das Gemeindeleben. Foto: Bärbel Recker-PreuinBastelarbeiten für den offenen Adventskalender im Pfarrheim am Thie: Kornelia Sube (li.) und Maria Kuhlmann bereichern damit für Menschen mit und ohne Behinderung das Gemeindeleben. Foto: Bärbel Recker-Preuin

Belm. „Das Beste ist, dass wir uns alle so gut verstehen und viel Spaß haben,“ sagt Christine Broxtermann, und sie muss es wissen. Die Belmerin ist seit 30 Jahren dabei. Alle vier Wochen steht für sie ein gemütlicher Kaffeenachmittag im katholischen Gemeindehaus auf dem Programm. Hier treffen sich Menschen mit und ohne Behinderung. Ehrenamtliche Gemeindeglieder organisieren die Treffen. Allen voran Kornelia Sube. 1977 war sie Mitgründerin der Gruppe.

Kirschkuchen und die ersten Adventsplätzchen stehen auf dem hübsch gedeckten Tisch im Pfarrheim am Tie. Rund 30 Menschen mit und ohne Behinderung nehmen Platz. Es wird lebhaft berichtet, was sich in den letzten vier Wochen ereignet hat, überlegt, wann mal wieder gekegelt werden könnte, es wird viel gelacht. Nach dem Kaffeeplausch gehen alle ans Werk. Kornelia Sube und Maria Kuhlmann nehmen sich einen Bastelkasten vor. Genau 289 vorgezeichnete Sterne warten auf die beiden Frauen. Die Sterne müssen ausgeschnitten, gefaltet und aufgehängt werden. „Wir bereiten den offenen Adventskalender vor“, erläutert Kornelia Sube. Am 14. Dezember kommen viele Gemeindeglieder zum Pfarrhaus. Den adventlichen Schmuck für das Treffen übernehmen die Mitglieder der Samstagsgruppe um Kornelia Sube.

„Vor 37 Jahren wollten wir von der Christlichen Jungen Gemeinde ausprobieren, ob Neues möglich ist“, sagt die Belmerin. Damals war sie 17 Jahre alt. Aus diesem neugierigen Ausprobieren wurde ein Ehrenamt, dass die Bankkauffrau noch immer mit Seele, Herz und Verstand ausfüllt und das sie nicht missen möchte. Sie schloss sich der Idee des damaligen Kaplans an und gründete eine Gruppe für Menschen mit Behinderung. Die Gruppe organisierte gesellige und informative Treffen, um behinderte Menschen ins Gemeindeleben zu integrieren. Beim „Ausprobieren“ entdeckte Kornelia Sube, wie viel Fröhlichkeit und Offenheit im Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung möglich ist. Eine Erfahrung, die noch heute das Leben der 54-Jährigen prägt. Aus dieser Aufgabe heraus entwickelte sich auch eine tiefe Verbundenheit zur katholischen Gemeinde. Kornelia Sube war Leiterin der KfD und wurde gerade in den Pfarrgemeinderat gewählt.

„Hier wird jeder so angenommen, wie er ist, mit seinen Stärken und Schwächen“, sagt Teilnehmerin Steffi Werner. Genau das ist auch das Wichtigste für Kornelia Sube und ihre acht ehrenamtlichen Helfer, von denen fünf ebenfalls von Anfang an dabei sind. Die Arbeit habe sich im Laufe der Jahre eingespielt, berichten die Ehrenamtlichen – Kuchen backen, Fahrdienst übernehmen, Material vorbereiten, Geschichten auswählen – all das funktioniert fast wie von selbst. Die Gruppe bleibt nur selten für sich im Pfarrheim. Begegnungen mit anderen Menschen sind gefragt, so Kornelia Sube. Die Gruppe geht zum Minigolf, es wird Karneval gefeiert oder man trifft sich zu Besichtigungen und Ausflügen. In diesem Jahr ging es zur Tagesfahrt nach Bad Zwischenahn. Musik ist bei jedem Treffen ganz wichtig“, weiß Kornelia Sube. Beim Singen und Musizieren machen alle mit, alle Barrieren verschwinden.

Die 289 Sterne werden an diesem Nachmittag nicht fertig. Das nächste Treffen am offenen Adventskalender wird trotzdem schön, versichert Maria Kuhlmann. Denn alle Besucher wissen, dass die Gruppe mit behinderten Menschen das Gemeindeleben nicht nur mit diesem Sternenschmuck bereichert hat.


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