Dialogforum präsentiert Verkehrsprognose im Gasthaus Lecon Belmer sorgen sich um Lärmbelästigung durch A33-Nord

Von Hendrik Steinkuhl

Unter dem Motto „Verkehrsprognose und Grundlagen Lärmschutz“ fand am Mittwochabend ein Bürgerdialog im Belmer Gasthaus Lecon statt. Foto: Sebastian PhilippUnter dem Motto „Verkehrsprognose und Grundlagen Lärmschutz“ fand am Mittwochabend ein Bürgerdialog im Belmer Gasthaus Lecon statt. Foto: Sebastian Philipp

Belm. Viel Technisches, wenig Handfestes: Unter dem Motto „Verkehrsprognose und Grundlagen Lärmschutz“ fand am Mittwochabend ein Bürgerdialog im Belmer Gasthaus Lecon statt. Die Planer und Gutachter stellten die regionale Verkehrsprognose vor – konkrete Fragen zur Lärmbelastung konnten sie nicht beantworten.

Der Vorwurf des Belmer Bürgers war deutlich: Auf dem Schinkelberg, dort, wo sich Power Weg, Bremer Straße und B51 treffen, „da spielt sich der Hauptlärm ab!“ Und sobald die A33-Nord gebaut sei, werde sich dieses Problem natürlich noch vergrößern. „Das ist hier aber noch überhaupt nicht besprochen worden!“

Der Grund dafür war schnell gefunden: „Dieses Thema ist so komplex, dass es dafür eine Sonderveranstaltung geben wird“, sagte Manfred Ramm, dessen Wallenhorster Ingenieur- und Planungsbüro IPW für die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLStBV) die Verkehrsprognose durchgeführt hatte. „Wir haben bislang nur für die freie Strecke geguckt.“

Für die meisten Besucher der vom Dialogforum und der NLStBV organisierten Veranstaltung war der Abend damit wenig ergiebig. Das zeigte sich auch daran, dass im Laufe der knapp zwei Stunden zahlreiche Gäste den Saal verließen. Weil in der Einladung das Wort Lärmschutz stand, waren offenbar viele in der Hoffnung gekommen, Genaueres über die konkrete Belastung zu erfahren. Mit diesem Ansinnen müssen die Bürger bis zum nächsten Frühjahr warten. Dann wird es laut Cord Lüesse, NLStBV-Leiter des Geschäftsbereichs Osnabrück, eine Sonderveranstaltung zu diesem Thema geben.

Bis dahin konnte Lüesse immerhin noch ein paar allgemeinere Fragen beantworten – etwa die, ob auf der geplanten Trasse Flüsterasphalt verwendet werde. „Das halte ich für relativ unwahrscheinlich. Flüsterasphalt wird vom Bund immer nur als letztes Mittel genutzt, wenn alle anderen Lärmschutzmaßnahmen nicht mehr greifen.“ Ein Bürger wollte im Anschluss wissen, ob die A33-Nord eher in der hohen Damm- oder in der niedrigen und damit Lärm eher vermeidenden Troglage gebaut werde. Lüesse antwortete darauf nicht konkret – sagte aber, dass die Höhenlage schon weitgehend feststehe und der Lärmschutz dabei nicht vorrangig sei. „Im Bereich der Trasse gibt es zum Beispiel Wasserschutzgebiete. Da verbietet es sich, in die Troglage zu kommen.“

Die neue Verkehrsprognose, die IPW-Mitarbeiter Jens Westerheider zu Beginn der Veranstaltung vorstellte, löste bei den Besuchern kaum Reaktionen aus. Dass nur wenige kritische Stimmen laut wurden, erklärt sich aus einem einfachen Umstand: Im vergangenen Jahr sind fünf von sechs Gegnergruppen der A33-Nord aus dem Dialogforum ausgestiegen.