380-kV-Leitung durch Wellingen Belmer Initiative gegen Stromtrasse gegründet

220-kV-Hochspannungsleitung über Voxtrup – auch der Osnabrücker Stadtteil ist von den Planungen betroffen. Foto: Archiv/Parton220-kV-Hochspannungsleitung über Voxtrup – auch der Osnabrücker Stadtteil ist von den Planungen betroffen. Foto: Archiv/Parton

Belm/Bissendorf. Die Belmerin Cornelia Giacinto ist sauer: „Da tagt ein pseudoneutrales Bissendorfer Expertenteam geheim, und wir sollen Mitte November vor vollendete Tatsachen gestellt werden.“ Ihr Ärger gilt der Planung der 380-Kilovolt-(kV)-Hochspannungstrasse im Landkreis Osnabrück.

Bislang schien es so, dass überwiegend Bissendorf von dem Leitungsabschnitt zwischen den Umspannwerken Bad Essen-Wehrendorf und Osnabrück-Lüstringen betroffen sei. Doch nun wurde bekannt , dass die Planungsfirma Amprion in einem nicht-öffentlichen Workshop mit Bissendorfs Bürgermeister Guido Halfter auch über eine Trassenalternative durch Wellingen diskutierte. Zum Entsetzen vieler Belmer Bürger. Giacinto: „Da wollen wir mitreden! Es kann nicht sein, dass das nur von Bissendorfern entschieden wird.“ Gemeinsam mit Schwester Maike Wilhelm und 26 weiteren Unterstützern gründete sie deshalb am Donnerstagabend eine Initiative gegen die 380-kV-Hochspannungsleitung über Belmer Gebiet.

Hitzige Diskussion

Die vorangegangenen Diskussionen in der Runde waren hitzig. Viele der Anwesenden hatten kein Verständnis, warum die Höchstspannungsleitungen nicht in die bereits bestehenden 110- oder 220-kV-Trassen eingebaut werden können. Neben Giacinto und Wilhelm versuchten auch die anwesenden Gemeinderatsmitglieder Bernhard Strootmann (CDU) und Rolf Thöle (Grüne) Klarheit in die Angelegenheit zu bringen. Doch auch sie konnten nur Vermutungen über den tatsächlichen Planungsstand der Trasse anstellen. Strootmann: „Wir sind ebenso von dieser Planung überrascht worden.“

Nichtsdestotrotz sei es wichtig, so schnell wie möglich zu handeln, betonte Wilhelm. Sie machte Druck: „Die nächste Expertenrunde ist bereits am Montag. Deshalb müssen wir jetzt Widerstand zeigen.“ Noch am gleichen Abend formierten sich die Anwesenden deshalb unter dem Namen „Keine 380kV in Belm“ als Bürgerinitiative und wählten Cornelia Giacinto und Maike Wilhelm als Sprecherin sowie Stellvertreterin. Nun planen sie eine Vernetzung mit der bereits bestehenden Initiative „ Keine 380kV-Freileitung am Teuto“. Diese setzt sich aus einem Zusammenschluss der Initiativen aus Borgholzhausen, Borgloh, Wellingholzhausen und Osnabrück-Voxtrup zusammen.