Gemeinde will allerdings maximal ein Fünftel der Kosten übernehmen Belm votiert für Radschnellweg-Planung

Von Hendrik Steinkuhl

Der Belmer Umwelt- und Betriebsausschuss hat sich grundsätzlich für einen Radschnellweg nach Osnabrück ausgesprochen. Foto: dpaDer Belmer Umwelt- und Betriebsausschuss hat sich grundsätzlich für einen Radschnellweg nach Osnabrück ausgesprochen. Foto: dpa

Belm. Der Belmer Umwelt- und Betriebsausschuss hat sich grundsätzlich für einen Radschnellweg nach Osnabrück ausgesprochen. Eine klare Einschränkung machten die Politiker aber bei den Kosten: An der Planung und vor allem am eventuellen Bau soll sich die Gemeinde nur entsprechend ihrem Einwohner-Potenzial beteiligen.

6,8 Kilometer soll der geplante Radschnellweg zwischen Belm und Osnabrück lang sein – laut Thomas Meyring liegt davon aber nur ein knapper Kilometer auf dem eigenen Gemeindegebiet. „Wenn wir über die Streckenlänge gehen, würde Belm nur ein Sechstel zahlen“, sagte der Fachbereichsleiter in der aktuellen Sitzung des Umwelt- und Betriebsausschusses.

Nach jetzigem Stand beteiligen sich die Stadt Osnabrück, der Landkreis und die Gemeinde Belm an der „Fahrrad-Autobahn“, die 2 bis 2,5 Millionen Euro kosten soll. Jeder der drei Partner würde dabei ein Drittel der Kosten tragen; zunächst gilt das allerdings nur für die Planung, die mit knapp 32 000 Euro zu Buche schlägt.

Schlechtes Geschäft

Die Mitglieder des Umweltausschusses halten eine Drittelung der Kosten allerdings für ein sehr schlechtes Geschäft. „Wo liegt der Vorteil für uns? Der größte Teil der Strecke liegt auf der Stadtseite“, sagte der Ausschuss-Vorsitzende Berthold Uphoff (CDU). Auch die Zahl der Einwohner, für die der Radschnellweg in Frage käme, sei in Belm deutlich niedriger als in Osnabrück, sagte Uphoffs Fraktionskollege Christoph Möller. „Wir sollten festlegen, dass wir unseren Kostenanteil nach dem Einwohnerpotenzial ermitteln – dann machen wir gerne mit“, sagte Erwin Schröder (SPD). So geschah es dann auch: Der Ausschuss beschloss einstimmig, dass sich die Gemeinde Belm ihrem Einwohnerpotenzial entsprechend an den Planungskosten beteiligen will und in jedem Fall nicht mehr als ein Fünftel der Summe übernimmt.

Ob der Radschnellweg – nach dem derzeitigen Planungsstand – überhaupt eine grundsätzlich sinnvolle Investition ist, wurde deutlich kontroverser diskutiert. Als großer Verfechter zeigte sich Erwin Schröder: „Ich begrüße dieses Projekt sehr! Die Umwelt wird geschont, die immer stärker wachsende Zahl der E-Bike-Fahrer wäre sicherer unterwegs.“ Auch Christoph Siebe (UWG) war angetan: „Ich sehe sehr große Chancen, die sich durch dieses Bauwerk bieten. Vielleicht kann man so sanften Tourismus nach Belm bekommen.“

CDU-Ratsherr Rainer Püngel hielt dem entgegen, dass es schon jetzt sehr gute Radwege zwischen Belm und Osnabrück gebe und er keinen Vorteil darin sehe, Geld in eine neue Trasse zu investieren. Berthold Uphoff schließlich sagte, vor der Realisierung der B51 werde sich in Sachen Radschnellweg mit Sicherheit nichts tun. „Und die Planungen, die wir jetzt machen, sind 2020 garantiert wieder veraltet.“

Schilder am Tie gefordert

Zum Abschluss der Sitzung kamen die Politiker noch einmal auf den neuen Kreisverkehr am Tie zu sprechen. Ratsherr Christoph Möller sagte, er wundere sich darüber, dass die dortigen Zebrastreifen nicht durch zusätzliche Schilder gekennzeichnet seien. Bürgermeister Viktor Hermeler sagte, auch die Gemeinde habe das gewundert – die zuständige Straßenverkehrsbehörde habe aber auf zweimalige Nachfrage geantwortet, Schilder seien hier nicht notwendig. Und mit dieser Auskunft müsse man sich zufrieden geben.

Christoph Siebe, der als Polizist in Belm arbeitet, sagte, er teile die Bedenken von Christoph Möller. „Wenn Schnee liegt, ist der Zebrastreifen nicht zu sehen.“

Viktor Hermeler sagte daraufhin, eigentlich sei zwar der Ordnungs- und Sozialausschuss mit der Frage der Beschilderung betraut; wenn es für einige der Ratsherren aber ein so wichtiges Anliegen sei, werde er auch noch ein drittes Mal bei der Straßenverkehrsbehörde nachfragen.

Was sagt der Belmer Bürgermeister Viktor Hermeler zum Radschnellweg?