Widerstand gegen Stromtrasse Belmer Initiative formiert sich gegen 380-kV-Leitung

Bürger aus dem Belmer Ortsteil Wellingen stellen sich gegen Pläne für eine Stromtrasse in ihrer Nachbarschaft. Symbolfoto: dpaBürger aus dem Belmer Ortsteil Wellingen stellen sich gegen Pläne für eine Stromtrasse in ihrer Nachbarschaft. Symbolfoto: dpa

sdo/jcf Belm. Die Bürger in Belm-Wellingen wollen keine 380-Kilovolt-(kV)-Leitung durch ihren Ort. Deshalb ruft Maike Wilhelm zur Gründung einer Bürgerinitiative auf. Die Gründungsversammlung findet statt am Donnerstag, 13. November, um 20 Uhr im Hotel Meier (Lindenstraße 125).

„Bissendorf und Amprion sollen ihre Trasse auf Bissendorfer Seite planen und nicht in Belm, wo es bisher noch gar keine Trasse gab“, so Wilhelm. Erst schien nur Bissendorf betroffen von der geplanten Höchstspannungstrasse , die die Umspannwerke Bad Essen-Wehrendorf und Osnabrück-Lüstringen verbinden soll. Schließlich führen bereits eine 110- und eine 220-kV-Leitung durch das Gebiet von Belms Nachbargemeinde, und in deren Trasse könnte man theoretisch eine 380-kV-Leitung bauen. Allerdings werden dort an vielen Stellen die Mindestabstände zu Wohnhäusern unterschritten. Die Firma Amprion, vom Bund beauftragt mit der Planung, band Bissendorf auf Betreiben von Bürgermeister Guido Hafter früh in den Planungsprozess ein und organisiert Expertenrunden mit den örtlichen Politikern, Verwaltungsmitarbeitern und unter anderem Vertretern des Landkreises Osnabrück.

Der Untersuchungsraum berührt aber auch Wellingen – und in einem ersten Workshop habe ein Teilnehmer die Idee gehabt, dass eine Trassenvariante durch den Belmer Ortsteil führen könnte, erläutert Halfter.

„Es ist sehr ärgerlich, dass Bissendorf in geheimer Verhandlung mit Amprion vereinbart hat, eine neue Trasse über den Wellinger Berg und über die Wellinger Siedlung zu planen“, beschwert sich Maike Wilhelm. „Dazu soll eine 70 Meter breite Schneise in einer Niederung mit einem Vogelbrutgebiet landesweiter Bedeutung geschlagen werden.“

„Wir haben noch keine konkrete Trasse im Blick“, sagt Amprion-Pressesprecher Andreas Preuß. Und Halfter erklärt, Belm habe zunächst niemand auf dem Schirm gehabt. „Aber ein Raumordnungsverfahren macht nicht vor Gemeindegrenzen halt.“ Er habe sofort Belms Bürgermeister Viktor Hermeler kontaktiert, als die Idee im Raum war – und am zweiten Workshop nahmen die Belmer teil.

„Von den Bissendorfer Kollegen wurden wir korrekt unterrichtet“, bestätigt Hermeler. „Ich habe Verständnis dafür, dass die Anwohner aus Wellingen das sorgsam betrachten“, sagt er. „Die Wellinger können sich darauf verlassen, dass wir die Belmer Interessen im Blick haben.“ Aus Hermelers Sicht sei der Trassenverlauf noch völlig offen, die Variante, die Wellingen berührt, werde nun in der Expertenrunde näher untersucht.

Ein nächster nicht-öffentlicher Workshop findet kommende Woche statt. Danach sollen die Bürger informiert werden. „Alles andere wäre ein heilloses Durcheinander“, sagt Halfter.

Ursprünglich sollte die Leitung 2015 in Betrieb genommen werden, sagt Amprion-Sprecher Preuß. Jetzt peilt Amprion einen Baubeginn 2016 oder 2017 an.