„Ich bin Poweraner und stolz darauf!“ Interview mit dem neuen Belmer Ratsmitglied Volker Schulz

Von Hendrik Steinkuhl

Der Neue im Belmer Rat: Volker Schulz. Foto: SteinkuhlDer Neue im Belmer Rat: Volker Schulz. Foto: Steinkuhl

Belm. Sebastian Becker verlässt den Belmer Gemeinderat – der neue Mann in der SPD-Fraktion heißt Volker Schulz. Im Interview spricht der Nachrücker über seine Erwartungen an die Arbeit im Rat, sein Verhältnis zu Viktor Hermeler und Belms Image.

Herr Schulz, wann haben Sie erfahren, dass Sie für Sebastian Becker in den Gemeinderat nachrücken?

Vor knapp vier Wochen hat mir Jochen Becker Bescheid gesagt, eine schriftliche Mitteilung von Viktor Hermeler habe ich inzwischen auch bekommen. Ich war überrascht, aber wenn man sich zur Wahl stellt und auf der Nachrückerliste steht, muss man natürlich damit rechnen.

Werden Sie in denselben Ausschüssen sitzen wie Sebastian Becker?

Ich vermute nicht, aber ich weiß es auch noch nicht genau. Für mich spielt das aber auch keine so große Rolle. Ich nehme an, was man mir gibt, und werde die zwei Jahre bis zur nächsten Wahl sehr ernst nehmen. Am Anfang werde ich sicher viel fragen – vor allem dann, wenn ich das Fachchinesisch der Beamten nicht verstehe. Da bin ich sehr pingelig.

Gibt es denn politische Themenbereiche, die Ihnen besonders am Herzen liegen?

Mir sind soziale Projekte sehr wichtig. Ich sitze seit einigen Jahren im Sanierungsbeirat, da haben wir viele Mikro-Kredite vergeben, und ich habe gesehen, wie viel Gutes die bewirkt haben. Ich kann übrigens von mir behaupten, dass ich jedes Projekt, über das ich abgestimmt habe, vorher gründlich gelesen habe.

Seit wann sind Sie eigentlich Politiker?

Ganz genau kann ich das gar nicht sagen, ich habe so ein schlechtes Zeitgefühl (lacht). Irgendwann zwischen 2000 und 2005 bin ich in die SPD eingetreten. Ich kenne Jochen Becker aus dem Schützenverein, der hatte mich gefragt. Damals habe ich mir auch andere Parteien angesehen, es hätte auch passieren können, dass ich bei der CDU lande. Ich kann aber sagen, dass ich zu 100 Prozent zur SPD stehe. Trotzdem habe ich zu vielen Dingen meine eigene Meinung, und die vertrete ich auch.

Was halten Sie von Belms Bürgermeister Viktor Hermeler , der Bernhard Wellmann abgelöst hat?

Ich kenne Viktor aus dem Sanierungsbeirat und finde die Zusammenarbeit sehr gut. In der Sache habe ich schon öfter mit ihm gestritten, persönlich verstehen wir uns hervorragend. Aus meiner Sicht hätte Belm keinen besseren Bürgermeister bekommen können.

Was wünschen Sie sich für Ihre Gemeinde?

Wir hatten mal einen ganz schlechten Ruf , und es hat lange gedauert, den zu verlieren. In ganz Deutschland konnte man in der Zeitung lesen, was für furchtbare Zustände hier angeblich herrschten. Jetzt haben wir wieder einen ordentlichen Ruf – und ich möchte, dass das so bleibt und wir ihn am besten noch ausbauen können. Dem steht natürlich im Weg, dass immer mehr Sozialprojekte zurückgefahren werden. Ich hoffe, dass wir dadurch nicht bald wieder Probleme bekommen. Die Gemeinde kann dieses Problem aber nicht allein aus eigenen finanziellen Mitteln lösen.

Woher stammen Sie eigentlich gebürtig?

Ich bin Poweraner – und stolz darauf! In Powe bin ich geboren und bis heute auch nicht hier rausgekommen. Leider ist Powe heute ja kein eigener Ortsteil mehr.


Der Belmer SPD-Politiker Volker Schulz ist 62 Jahre alt und wohnt seit seiner Kindheit in Powe. Nach zwei Bandscheibenvorfällen musste der frühere Elektriker vor 14 Jahren in Rente gehen. Mit über 50 hat Volker Schulz – in Absprache mit seinen Ärzten, wie er betont – angefangen, Marathon zu laufen. Seinen allerletzten absolvierte er mit 60. Schulz sitzt derzeit im Belmer Sanierungsbeirat und war zuvor jahrelang Mitglied im Jugendbeirat der Gemeinde.