Geschichten und Gedichte Seniorennachmittag der Kirchengemeinden Belm, Icker und Rulle

Von Christina Halbach

Heinrich Schawe sorgt mit selbst verfassten plattdeutschen Gedichten für Erheiterung. Foto: Christina HalbachHeinrich Schawe sorgt mit selbst verfassten plattdeutschen Gedichten für Erheiterung. Foto: Christina Halbach

Belm. Zu ihrem alljährlichen großen Seniorennachmittag trafen sich in dieser Woche die Seniorengruppen der katholischen Kirchengemeinden Belm, Icker und Rulle

. Rund 130 Gäste kamen im Vehrter Gasthaus Kortlüke zu Gesprächen und Gesang sowie einem Unterhaltungsprogramm zusammen, dass von den verschiedenen Gruppen gestaltet wurde. Mit neuen Angeboten für über 63-Jährige wollen die Seniorengruppen zukünftig neue Mitglieder gewinnen, berichtete Heinz Oberwestberg, Leiter der Seniorengruppe Icker, am Rande.

Er erinnerte in seiner Begrüßung an Johannes Wiehemeyer aus Rulle, der den Nachmittag vor 18 Jahren ins Leben rief. Seitdem wird er im Wechsel von einer Kirchengemeinde organisiert und ist ein fester Termin im Kalender der Seniorengruppen. So bereiten sich bereits seit Juli sowohl die Tanz- und Gesangsgruppen als auch Einzelpersonen mit Vorführungen, Geschichten und Gedichten auf den Nachmittag vor. Darunter ist auch Heinrich Schawe, der bereits ein Buch mit zahlreichen plattdeutschen Gedichten und Geschichten herausbrachte. Für den Seniorennachmittag hat er ein plattdeutsches Gedicht über seinen Heimatort Icker verfasst: „Dat is Spitze, dat is unser Icker“, hieß es darin augenzwinkernd. Schawe weiß um die Bedeutung, die dieser Nachmittag für viele Ältere hat, und möchte auch anderen die Möglichkeit geben, diese Gemeinschaft zu erleben: „Wir wollen die ansprechen, die allein sind“, betont er. Gemeinsam mit Heinz Oberwestberg will er vor allem dem Mitgliederschwund entgegen wirken. Denn 130 Gäste hin oder her – die Seniorengruppen plagt wie viele andere Vereine auch trotz einer nach oben breiter werdenden Alterspyramide ein Nachwuchsproblem, wie Heinz Oberwestberg unumwunden zugibt. „Die meisten älteren Menschen fühlen sich noch nicht alt genug für eine Seniorengruppe“, weiß der langjährige Leiter von vielen über 63-Jährigen. Viele hätten auch ein Problem mit dem Wort „Senior“. „Dabei ist das nur der lateinische Ausdruck für den Älteren“, erklärt Oberwestberg schmunzelnd. „Wie eben der Junior der Jüngere ist.“ Sie hätten schon händeringend nach einem vermittelnden, gefälligeren Wort gesucht – doch bisher ohne Erfolg.

Neue Angebote der Seniorengruppen sollen jetzt Abhilfe schaffen: Theaterbesuche, Radtouren oder Wanderungen werden dann auf dem Programm stehen. In einem Anschreiben an rund 300 über 63-Jährige in den drei Kirchengemeinden habe man das neue Programm bereits vorgestellt. Im November soll in der Kirchengemeinde Icker ein erstes Treffen für Interessierte stattfinden.