Wohlfühlen mit Lilli Marleen Helga und Manfred Ellerkamp füllen Ehrenamt mit viel Musik aus

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Mit Gesang und Gitarre geht alles besser, und der Musiknachmittag im Haus St. Marien mit Helga Ellerkamp (links) wird ein Hit, weiß Bewohnerin Elisabeth Niehaus. Foto: Bärbel Recker-PreuinMit Gesang und Gitarre geht alles besser, und der Musiknachmittag im Haus St. Marien mit Helga Ellerkamp (links) wird ein Hit, weiß Bewohnerin Elisabeth Niehaus. Foto: Bärbel Recker-Preuin

Belm. Helga Ellerkamp gibt richtig Gas: „Zum Schluss gibt es noch einmal einen richtigen Knüller.“ Gut dreißig Senioren sind gespannt, welches Lied das sein könnte. Dann steigt ihr Mann Manfred Ellerkamp auf der Gitarre ein. „Vivi Espana“, wird gesungen, vier Strophen lang, alle singen mit und klatschen. Es ist Donnerstagnachmittag im Haus St. Marien. Musiknachmittag mit Helga und Manfred Ellerkamp als ehrenamtliche Stimmungsmacher.

Nach dem schwungvollen Lied aller Spanienurlauber kommt das besinnliche Schlusslied, das an jedem Donnerstag erklingt. „Kein schöner Land…“ , schallt es weithin durch den Saal der katholischen Pflegeeinrichtung St. Marien. Die Senioren singen und halten sich an den Händen. Danach wünscht Helga Ellerkamp eine schöne Woche, und viele Bewohner freuen sich auf den nächsten Donnerstag. „Beim Singen erinnert man sich schnell wieder an die alten Texte“, weiß eine Bewohnerin, und ihre Nachbarin Elisabeth Niehaus, die neu ist in der Runde, freut sich, dass sie fast alles mitsingen konnte. Die Begeisterung der Bewohnerinnen ist der schönste Lohn für Helga und Manfred Ellerkamp. „Diese Aufgabe macht einfach Spaß, und man bekommt so vieles zurück,“ ergänzt Helga Ellerkamp.

Vor sechs Jahren überlegte die Belmerin, wie sie die neue freie Zeit im Ruhestand sinnvoll nutzen könnte. Ein reiches Betätigungsfeld fand sie im Haus St. Marien. Helga Ellerkamp übernahm die Betreuung einzelner Bewohner. Es gab bereits eine Musikrunde im Haus, in der nach CDs gesungen wurde. Mit Gitarren müsste das noch schöner sein, regte Helga Ellerkamp an. Verständlicherweise nahm Antoniette Schulte-Wilke vom Sozialen Dienst sie gern beim Wort. Die Musikrunde im Haus St. Marien wurde gegründet und begeistert angenommen. Helga Ellerkamp erhielt zusätzliche Unterstützung von ihrem Mann Manfred. Er ist seit vielen Jahren Hobbymusiker und Gitarrenlehrer. Aus seiner Feder kommen inzwischen Arrangements, speziell für die Donnerstagsgruppe. Er vertont die besonderen Liederwünsche der Bewohner, und seine Frau textete die Haushymne: „In dem Haus St. Marien, da wohnen wir…“

Die Stimmung ist in jeder Woche prächtig. Kein Wunder: Helga Ellerkamp hat das richtige Gespür bei der Liederauswahl. Meistens schlägt sie einen bunten Mix von Volksliedern und alten Schlagern vor, in welche musikalische Richtung der Nachmittag geht, bestimmen die Senioren.

An diesem Donnerstag ist Lilli Marleen der Hit. Zwischen den Liedern liest Helga Ellerkamp eine Kurzgeschichte, und nach dem Ohrwurm Viva Espana kommt noch ein Witz. Dann verabschiedet die 71-jährige Belmerin die Bewohner. Aber nicht alle, denn jetzt trifft sich der „Stammtisch“. Einige Bewohner nutzen den Besuch der Ellerkamps und ihrer Helfer Ute Winter und Ingeborg Müller-Ras, um über Gott und die Welt zu diskutieren.

Übrigens sind die Ellerkamps nicht nur donnerstags gern gesehene Gäste. Sie machen Musik zu vielen Hausfesten, beim Oktoberfest und Rosenmontag, sie stimmen im Advent auf das Weihnachtsfest ein und gehen am Heiligen Abend von Wohnbereich zu Wohnbereich und singen Weihnachtslieder. Und noch ein Treffen mit dem Ehepaar kommt gut an: ihre Märchenstunde. Wenn Helga in der kuscheligen Atmosphäre des Kaminzimmers die Geschichte von Rumpelstilzchen erzählt, Manfred dazu auf der Gitarre die Worte mit Tönen untermalt, ist das für die Bewohner eine Wohltat für Seele und Geist und für das Haus ein ehrenamtlicher Segen.


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