Interview mit Hanno Köster „Icker hat eine kleine, aber feine Schule“

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Hanno Köster, Schulleiter Icker Foto: Silke BrickweddeHanno Köster, Schulleiter Icker Foto: Silke Brickwedde

Belm. Die Grundschule in Icker hat einen „Neuen“: Sein Name ist Hanno Köster. Der 30-Jährige ist der Nachfolger von Annette Frankenberg als Schulleiter. Seit das neue Schuljahr begonnen hat, unterrichtet er nicht nur Rechnen, Lesen und Schreiben, sondern kümmert sich auch um die anderen Belange der Schule. Im Gespräch verrät er, was die Arbeit an einer kleinen Schule ausmacht.

Herr Köster, warum wollten Sie an einer sogenannten Zwergschule die Leitung übernehmen?

Auf die Stelle habe ich mich bewusst beworben, das hier ist eine kleine, aber feine Schule, die ich weiterführen und weiterentwickeln möchte. Außerdem ist Icker ein schöner Ort, hier gefällt es mir sehr.

Haben Sie keine Angst, dass es auf Dauer nicht mehr genug Schüler in Icker geben wird und die Schule vielleicht geschlossen werden könnte?

Die Gemeinde Belm steht hinter dem Standort. Zurzeit haben wir 47 Kinder, der Landesrechnungshof hat Schulen infrage gestellt, die weniger als 50 Kinder haben. Von der Gemeinde geht trotzdem keine Initiative aus, die Schule zu schließen. Den Jungen und Mädchen soll der lange Fahrweg nach Belm nicht zugemutet werden.

Im Referendariat waren Sie in Duisburg, anschließend in einer Grundschule in Vechta und wissen daher auch, wie es ist, an weit größeren Standorten zu arbeiten. Was zeichnet Icker aus?

Jeder Jahrgang hat eine Klasse, in der 10 bis 14 Kinder unterrichtet werden. Dadurch ist der Kontakt zu den Schülern sehr eng, und wir können sehr intensiv auf sie eingehen, das geht an größeren Schulen so nicht unbedingt. Die Gemeinschaft ist eng und die Zusammenarbeit mit den Eltern sehr gut. Wenn wir die Väter und Mütter um Hilfe bitten, ist das gar kein Problem. An größeren Schulen kann es schwierig sein, alle Eltern im Laufe eines Jahres kennenzulernen, hier überhaupt nicht.

Dann haben Kinder, die an kleinen Schulen unterrichtet werden, Vorteile gegenüber Kindern, die in größeren Klassen sitzen?

Das kann man sicher nicht allgemein sagen, es kommt immer auf das Umfeld an. An der Schule, in der ich während meines Referendariats in Duisburg gearbeitet habe, hatte ein Großteil der Schüler einen Migrationshintergrund, die Problemlagen waren ganz anders als hier. An dieser Schule haben die meisten Kinder schon von zu Hause aus gute Grundvoraussetzungen und kommen aus stabilen Verhältnissen. Auch wenn es natürlich immer mal Probleme geben kann. Wir wollen die Kinder gut auf das selbstständige Lernen vorbereiten. Im vergangenen Schuljahr hatten acht von zwölf Viertklässlern eine Empfehlung für das Gymnasium.

Viele Schulen haben Schwierigkeiten, Leiterstellen zu besetzen. Sie sind mit 30 Jahren ein relativ junger Schulleiter. Wie erklären Sie es sich, dass Ihr Posten so wenig beliebt ist?

Wer Schulleiter sein will, dem muss auch die Verwaltungsarbeit liegen, das mag vielleicht nicht jeder Lehrer. An größeren Schulen können Schulleiter nicht immer eigene Klasse haben. An dieser Schule kann ich gleichzeitig auch Klassenlehrer sein, und der Unterricht ist mir wichtig.


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