Packendes Einlagespiel Belmer Kunstrasenplatz offiziell eröffnet

Von Hendrik Steinkuhl


Belm. Nach 22 Jahren intensiver Nutzung hat Belm einen neuen Kunstrasen: Der vor knapp vier Wochen fertiggestellte Platz wurde nun offiziell eröffnet und gleich von echten Könnern ihres Fachs bespielt.

Bevor die Erste Herren von Concordia Belm-Powe mit einem 4:1 über den TSV Riemsloh die Tabellenführung festigte, bekamen die Zuschauer am Belmer Heideweg ein Einlagespiel zu sehen, das sie lange im Gedächtnis behalten dürften. Die freiwillige Feuerwehr traf auf eine hoch motivierte Auswahl von Mitgliedern des Rates und der Gemeinde Belm, beide Mannschaften lieferten sich auf dem Kleinfeld einen echten Abnutzungskampf.

Nachdem gegen Ende der ersten Halbzeit noch immer kein Tor gefallen war, griffen die Organisatoren zu einem altbewährten Trick: „Um Schwung in die Sache zu bringen, bekommt die Mannschaft einen Meter Bier, die als erste ein Tor schießt“, sagte Rainer Püngel. Der CDU-Ratsherr und Vizepräsident von Concordia Belm-Powe betätigte sich als Stadionsprecher und Kommentator, nachdem er sich wegen einer zweifelhaften Schleimbeutel-Entzündung an der Schulter von der Teilnahme am Einlagespiel hatte befreien lassen.

Die ausgelobte Flüssigprämie erzielte allerdings keine Wirkung. Einige Spieler aus dem Team Verwaltung/Politik beklagten dann auch in der Halbzeitpause die eigene Form. „Die Muskulatur für Fußball ist irgendwie völlig weg. Mir verspringen Bälle, die mir früher nie versprungen wären“, sagte der stellvertretende Bürgermeister Heinz Hempen (CDU). Und Dirk Meyer, Pressesprecher der Gemeinde Belm, jammerte immer wieder: „Ich kann wohl 20 Kilometer langsam geradeaus laufen. Aber diese Sprints hier auf dem Platz…“

Für den großen Aufreger des Spiels sorgte schließlich ein hart geführter Zweikampf: Sven Schumacher von der freiwiligen Feuerwehr foulte seinen ihm in Lebensjahren und Ausdauer deutlich überlegenen Gegenspieler Heinz Hempen so rüde, dass das Concordia-Urgestein den Platz verlassen musste.

Wie hoch das Engagement in dem Einlagespiel war, zeigte anschließend Bernhard Strootmann. Der CDU-Ratsherr verlor in seinem ersten Zweikampf eine Schuhsohle, einige Minuten später verabschiedete sich nach einem Torschuss auch die zweite. Für Strootmann kein Grund, sich auswechseln zu lassen, er brachte das Spiel auf Socken zu Ende.

Da es nach Ablauf der regulären Spielzeit noch immer 0:0 stand, musste ein Neunmeterschießen die Entscheidung bringen. Der hervorragende Torwart Jan-Hendrik Schulhof (CDU) hielt dabei zwei Strafstöße, die Gemeinde gewann die Partie am Ende verdient mit 1:0.

Im Anschluss folgte dann die offizielle Eröffnung des Kunstrasenplatzes. Concordia-Präsident Christian Gartmann bedankte sich bei vielen Beteiligten und hob hervor, dass insgesamt knapp 300 Kinder hier ihrem Sport nachgehen könnten. Der wieder genesene Heinz Hempen sprach in Vertretung von Bürgermeister Viktor Hermeler für die Gemeinde ein großes Lob an den Verein aus: „Zum ersten Mal ist die Concordia als Initiator und Bauherr aufgetreten. Die Kosten sind mit 190000 Euro deutlich im Rahmen geblieben, der alte und der neue Vorstand haben einen riesigen Applaus verdient!“