Galloway-Fleisch immer beliebter Internationale Kollegen am Stand von Belmer Züchter

Von Stefan Buchholz

Hauseigene Kreation: Züchter Georg Becker (links) und der Vorsitzende der Galloway-Konferenz, Georg Menke, präsentieren den Gallowayburger. Im Brötchen stecken Krautsalat und Galloway-Fleischkäse.Foto: Stefan BuchholzHauseigene Kreation: Züchter Georg Becker (links) und der Vorsitzende der Galloway-Konferenz, Georg Menke, präsentieren den Gallowayburger. Im Brötchen stecken Krautsalat und Galloway-Fleischkäse.Foto: Stefan Buchholz

Belm/Osnabrück. Die Welt zu Gast auf dem Osnabrücker Wochenmarkt: Vor dem Stand des Galloway-Hofes aus Belm schauten sich am Samstag Züchter aus 19 Ländern die Produkte von Georg Becker an. Seine Vermarktungsstrategie gilt in Deutschland als führend.

Das liege an der Art der Verarbeitung der Gallowayrinder, meint Georg Becker. „Ich biete beispielsweise Frischfleisch und Fertiggerichte sowie Spezialitäten wie Pastrami und Onglet “, sagte der seit 1985 als Züchter arbeitende Belmer.

Kunden beliefere er bundesweit. Seit 1997 verkaufe er auch auf zwei Osnabrücker Wochenmärkten. Seinen Züchterkollegen aus dem In- und Ausland gab Becker auch die hauseigene Kreation eines „Gallowburger“ zu probieren: ein Brötchen mit Krautsalat und einem Stück Galloway-Fleischkäse.

„Wir haben in Sachen Selbstvermarktung einen hervorragenden Beruf“, erklärte Georg Menke, Vorsitzender der Galloway-Weltkonferenz, die die von vergangenem Dienstag bis Sonntag in Wildeshausen tagte. Dabei verabschiedeten die Züchter zum ersten Mal eine einheitliche Marketingstrategie. Ebenso besuchten sie Gallowayhöfe in Schleswig Holstein und Niedersachsen.

Die 1500 bundesdeutschen Züchter schlachten ihre Tiere selber und verkaufen das Fleisch ohne den Großhandel direkt an die Kunden, berichtete Menke.

Die Branche befinde sich seit Jahren im Aufwind. Das liege zum einen daran, dass die Verbraucher zunehmend wissen wollten, wo das Fleisch herkommt und wie die Tiere gehalten werden. „Hinsichtlich der regionalen Vorzüge sind wir mindestens so gut wie Bio“, meinte Menke.

Die mit langem, gelocktem Fell ausgestatteten Galloways kommen ursprünglich aus Schottland. Die hornlosen, gelassenen und sehr robusten Rinder fressen nur Grasprodukte und bekommen wegen manch nährstoffarmer Böden ab und an Mineralien dazu. Und im Wortsinn ein Standortvorteil: Sie stehen bei Wind und Wetter ganzjährig auf der Weide. Kenner schätzen wegen der Grasfütterung das Fleisch. „Es hat im Vergleich zu anderen Fleischarten einen hohen Anteil an ernährungsphysiologisch wichtigen Omega-3-Fettsäuren“ , erklärte Menke.

Da Investitionen in Maschinen und Ställe nicht nötig seien und zudem die Nachfrage größer als das Angebot ist, sei das Gallowaygeschäft ein lukrativer Erwerbszweig.

Als Zielgruppen habe die Branche die mittleren und guten Verdiener der Gesellschaft ausgemacht.