Übernimmt die Gemeinde die Kosten? Kita Vehrte kämpft um ihr Sprachförderprogramm

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Seit 2012 bekommt der Kindergarten Vehrte aus Bundesmitteln jährlich 25000 Euro, mit denen die Sprachfähigkeit der Kinder individuell gefördert werden soll. Das Programm läuft bald aus. Foto: Egmont SeilerSeit 2012 bekommt der Kindergarten Vehrte aus Bundesmitteln jährlich 25000 Euro, mit denen die Sprachfähigkeit der Kinder individuell gefördert werden soll. Das Programm läuft bald aus. Foto: Egmont Seiler

Belm. Sollte die Kommune einspringen, wenn der Bund ein erfolgreiches Projekt nicht weiter finanzieren will? Mit dieser Frage musste sich der Belmer Schul- und Kulturausschuss bei seinem Besuch im Kindergarten Vehrte auseinandersetzen. Die Abgeordneten stimmten außerdem für die Einrichtung einer Ganztagsgruppe im Christuskindergarten.

Dass der Vehrter Kindergarten nicht gerade überdimensioniert ist, erfuhren die Mitglieder des Schul- und Kulturausschusses am eigenen Leib: Weil der Beratungsraum der Erzieherinnen für die Abordnung aus dem Rathaus zu klein war, mussten die Politiker auf den Stühlen und an den Tischen der Kindergartenkinder Platz nehmen. Zwischen Streitregeln und Bauecke ging es dann vor allem um die Frage, ob die Kommune ein auslaufendes Sprachförderprogramm des Bundes weiterführen soll.

Zum Hintergrund: Seit 2012 bekommt der Kindergarten Vehrte aus Bundesmitteln jährlich 25000 Euro, mit denen die Sprachfähigkeit der Kinder individuell gefördert werden soll. Erzieherin Christel Kownatzki kümmert sich dabei mit einer halben Stelle ausschließlich um den Spracherwerb. „Wenn ich in die Gruppe komme, kann ich mich sofort auf die Kinder einlassen. Und das ist ein Luxus!“, sagte Kownatzki. Ende 2014 läuft die Förderung durch den Bund allerdings aus.

Laut Kindergartenleiterin Syliva Lipper würden alle Kinder von der Sprachförderung profitieren. „Wir haben jetzt ein bisschen Angst, dass die gute Arbeit nicht mehr geleistet werden kann, wenn das Geld fehlt.“ Die Politiker mussten von dem Sinn der frühkindlichen Sprachförderung nicht erst überzeugt werden. „Was wir heute an Sprachfördermitteln ausgeben, sparen wir morgen an Sozialhilfe wieder ein“, sagte Erwin Schröder. Der SPD-Politiker betonte, dass Sprachkompetenz für Bildung unerlässlich sei und Bildung wiederum die Voraussetzung für ein eine erfolgreiche Erwerbsarbeit bilde.

Der Ausschuss-Vorsitzende Christoph Möller (CDU) sagte, es ärgere ihn grundsätzlich, dass Bund und Länder häufig sinnvolle Projekte anstoßen würden, nach deren Auslaufen dann aber die Kommune einspringen müsse. Eine Entscheidung darüber, ob die Gemeinde Belm mit eigenen Mitteln die Sprachförderung im Vehrter Kindergarten fortführen soll, traf der Ausschuss nicht.

Neue Ganztagsgruppe

Einstimmig beschlossen wurde hingegen, dass es im Christuskindergarten ab dem Kindergartenjahr 2014/2015 eine neue Ganztagsgruppe geben wird. Die Kommune muss dafür Kosten in Höhe von knapp 14000 Euro aufbringen. „Ich finde die Entscheidung natürlich richtig, wir dürfen aber grundsätzlich auch die Halbtagsgruppen nicht vergessen. Die muss es weiterhin geben“, sagte der -Vorsitzende Christoph Möller.

Am Ende der Sitzung diskutierten die Politiker noch über die Johannes-Vincke-Schule. Bürgermeister Viktor Hermeler sagte, die Gemeinde würde sich wünschen, dass mehr Eltern ihre Kinder in der Belmer Oberschule anmelden, statt auf städtische Schulen auszuweichen. In ihrer Diskussion waren sich die Ausschuss-Mitglieder einig, dass man mehr Werbung für die Johannes-Vincke-Schule machen und direkt an die Eltern herantreten müsse.


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