Konflikte friedvoll lösen Gegen Gewalt: WenDo-Kurs an Power Grundschule


Belm. Die Klasse 4b der Power Grundschule in Belm absolvierte einen WenDo-Kurs, in dem es um Selbstbehauptung und Selbstverteidigung ging. Dabei kam der Spaß nicht zu kurz, und die Viertklässler waren engagiert bei der Sache.

„Wir bieten keinen reinen Selbstverteidigungskurs an“, stellte Christoph Weiss gleich zu Beginn des Gespräches mit der Neuen OZ fest. Der Sozialpädagoge leitete gemeinsam mit seiner Kollegin Melanie Aust den WenDo-Kurs in der Power Grundschule. Er musste ganz schön laut sprechen, denn die Kinder übten gerade klare Ansagen und machten dabei einen ziemlichen Lärm: Die Viertklässler waren in zwei Teams aufgeteilt, von denen jeweils ein Mitglied an einem Ende der Turnhalle stand, während die anderen am gegenüberliegenden Ende stehen bleiben mussten. Dann ging es darum, dass die beiden Einzelspieler zeitgleich jeweils Begriffe erläuterten, ohne diese zu nennen. Das war aufgrund der Entfernung der Spieler nur mit lautem Rufen möglich. Da die Rategruppen ihre Vorschläge nicht minder laut zurück schrien, war der Geräuschpegel beachtlich. Diese Übung sollte den Kindern helfen, selbstbewusst Nein-Sagen zu können.

Davon abgesehen lernten die Viertklässler im WenDo-Kurs, Sozialkompetenz und Konflikte gewaltfrei zu lösen sowie Grenzüberschreitungen als solche zu erkennen. Dazu gehörte für die Sozialpädagogen natürlich auch subtile Gewalt, beispielsweise beleidigen, schubsen oder auslachen. „Klare Ansagen sind hier oft besser, als zu schlagen“, so Weiß. Gemeinsam mit Aust sprach er auch über die Themen wie Notwehr und Verhältnismäßigkeit. Außerdem wiesen die beiden darauf hin, wo Kinder im Bedarfsfall Hilfe erhalten können.

Ein Kursziel war es, dass die Schüler Konflikt- und Gefahrensituationen souverän, wirkungsvoll und angemessen begegnen. Ein anderes, die Schülerinnen aus der „typischen Opferrolle“ herauszuholen und ihr Selbstbewusstsein zu stärken.

Und wie kam die Aktion bei den Viertklässlern an? „Überragend“, fand Kevin (10), und Emre (10) erklärte: „Perfekt.“ Seiner Meinung nach sollten auch andere Kinder WenDo-Kurse mitmachen, „weil man da Freundschaft lernt, und sich zu vertragen und nicht bei jeder Beleidigung zuzuschlagen“. Für Florian (9) ging es in dem Kurs darum, „das wir auch verlieren können“.

Am meisten Spaß hatten die Schüler bei einer Karateübung gehabt. Dabei schlugen sie ein Brett in zwei Teile. Christian (9) berichtete jedoch: „Mich hat das mit den Pratzen am meisten beeindruckt.“ Bei dieser Übung versuchten die Schüler, sich mit dem Unterarm, gegen den Schlag mit einer großen, luftgefüllten Pratze zu wehren. Nils (9) wiederum favorisierte die „Todesbrücke“: Bei der Aufgabe standen die Kinder nebeneinander auf einer Turnbank und mussten die Plätze wechseln, ohne dass eines von ihnen

Der WenDo-Kurs wurde von der Gemeinde Belm, dem Referat Gleichstellung des Landkreises Osnabrück, der Fördervereinen der Grundschulen und der Eltern der beteiligten Kinder finanziert. Quartiermanager Fred Anders wies darauf hin, dass das Projekt in diesem Jahr letztmalig vom Quartiermanagement organisiert wurde, und auch die Förderung des Programms „Soziale Stadt“ ausläuft. Gelder daraus flossen bisher unter anderem in die WenDo-Kurse an den Belmer Grundschulen. „Es wäre schön für die Gemeinde, wenn sich dafür künftig ein Sponsor finden würde“, so Anders, der diese Kurse über zehn Jahre organisierte.


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