Suche nach Bomben geht weiter Bauarbeiten: Wäldchen weicht Belmer Ortsumgehung

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Belm/Osnabrück. Die Trasse für die Belmer Ortsumgehung nimmt Formen an: Seit die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr die obere Bodenschicht für die neue B51 abgetragen hat, ist der Verlauf der Umgehungsstraße im Bereich des Power Wegs in Belm gut zu erkennen. Während die Fällarbeiten im Wäldchen an der Bremer Straße in vollem Gang sind, suchen Mitarbeiter der Kampfmittelbergung nun entlang der Bahngleise nach Bomben.

Ein eisiger Wind weht entlang der künftigen Bundesstraße. Stumm stapfen dick eingepackte Männer in Zweier-Teams über gefrorene Schneereste und suchen nach Kampfmitteln. Einer trägt eine piepende Sonde in der Hand, der andere einen Spaten. Wann immer die Sonde anschlägt, hat der Spaten-Mann seinen Einsatz und schaufelt alles Mögliche an die Oberfläche: verrostete Überreste eines Pfluges, alte Getränkedosen, Schrauben. Jedes Stück Metall stört das Magnetfeld der Erde und das Piepen der Sonden verdichtet sich. Der Schrotthaufen wächst, doch auf Bomben sind die Mitarbeiter der Firma Schollenberger Kampfmittelbergung aus Celle bislang nicht gestoßen – auch nicht auf wertvolle Münzen. „Wir hatten mal in Magdeburg einen Silberschatz gefunden“, erzählt einer der Sondenführer. „Den durften wir aber nicht behalten.“

Im November hatten die Sondierer die 52 Hektar, auf denen die neue B51 verlaufen soll, bereits mit einem Spezialfahrzeug erkundet, nun geht es um die Detailarbeit. 85000 Euro hat die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr für die Sondierung veranschlagt.

„Jeder einzelne Quadratmeter wird abgesucht“, erläutert der Sondenführer. Da, wo der Spaten nicht tief genug reicht, markieren die Spezialisten die Fundstelle mit einem Stöckchen, an das sie eine Schleife aus Flatterband binden – hier müssen sie später mit schwererem Gerät ran.

Am Mittwochmorgen haben die Kampfmittelsondierer die Suche im Wäldchen zwischen Power Weg und Bremer Straße im Osnabrück-Belmer Grenzbereich abgeschlossen und setzen sie nun nordwestlich entlang der Bahngleise auf Belmer Terrain fort. Im Wäldchen wird seitdem ein Baum nach dem anderen gefällt. Auf dem Areal soll die Anschlussstelle „Schinkel“ mit diversen Auf- und Abfahrten entstehen. In der zweiten Jahreshälfte soll dann die Erde vom Schinkelberg abgetragen werden, damit die A33 bis dorthin verlängert werden kann. Sie soll in etwa zehn Metern Tiefe unter der Bremer Straße hindurchtauchen.

Klaus Henke, Chef der angrenzenden Fischräucherei an der Bremer Straße betrachtet die Entwicklung mit großer Skepsis. „Wir haben die Befürchtung, dass uns der Umsatz wegbricht“, sagt er mit Blick auf die lange Bauphase und die Zeit danach. „Wir leben viel von Außendienstlern, die hier vorbei müssen“, betont Henke und blickt auf die jetzige B51, die ab Ende 2019 nur noch eine Gemeindestraße sein wird. Abgesehen von Spaziergängern, die sich im Laden nach den Bauarbeiten erkundigen, würden er und seine Mitarbeiter auch häufig von älteren Kunden angesprochen, die fragen, wie sie das Geschäft künftig erreichen können. Er hofft, dass zumindest der Eröffnungstermin der neuen Straße im Jahr 2019 eingehalten wird.

Noch befindet sich die Straßenbaubehörde einigermaßen im Zeitplan. Während die neue Brücke an der Nordstraße auf Osnabrücker Terrain langsam wächst, verschwindet nicht nur das Wäldchen am Power Weg – auch die Tage des Sportplatzes dort sind gezählt. Dass die Trasse bis zur Bahn schon jetzt freigelegt wird, hängt übrigens mit dem Naturschutz zusammen. „Wir tragen den Oberboden möglichst in der vegetationsarmen Zeit ab“, erläutert Cord Lüesse von der Landesbehörde. Auch die Bäume sollen möglichst gefällt werden, solange sie noch keine Blätter tragen. Bis Ende Februar könnte das Wäldchen abgeholzt sein, sagt Lüesse.


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