Zum Lesen motivieren Aktionstage: Belmer Kinder erleben Literatur

Sie bastelten im Belmer Kindertreff das Knusperhäuschen nach(von links): Michael(8), Felix(12), Samantha(3), Laura(9), Lucia(9) und Kiran(6). Foto Jörn MartensSie bastelten im Belmer Kindertreff das Knusperhäuschen nach(von links): Michael(8), Felix(12), Samantha(3), Laura(9), Lucia(9) und Kiran(6). Foto Jörn Martens

Belm. In die Welt aufregender Geschichten und spannender Märchen tauchen diese Woche Kinder im Belmer Kindertreff ein. Als Teil eines einjährigen Projektes zum Thema „alte und neue Kinderliteratur mit allen Sinnen erleben“ heißt es am Donnerstagnachmittag zum letzten Mal in den Räumen an der Ringstraße 16: Aktionstag in den Herbstferien – Woher hat Jim Knopf seinen Namen? Von 15 bis 17.30 Uhr passend zum Thema lesen, spielen, backen und werken.

Seit Anfang der Woche lernen Kinder Bücher, Geschichten und Bräuche aus alten Zeiten kennen. „Die Kinder befassen sich auf spielerische Weise mit den Themen, die wir während unserer Aktionstage anbieten“, erklärte Kindertreff-Leiterin Johanna Lagemann und fügte hinzu: „Bereits in den ersten Tagen haben jeweils rund 40 Kinder gemeinsam mit uns das Thema Kinderliteratur entdeckt.“

An den Aktionstagen sind unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt worden. Montags erlebten die kleinen und etwas größeren Teilnehmer einen Kindertag, fast wie in Bullerbü und Lönneberga. Geschichten, Wettspiele aus alten Zeiten und Brotbacken füllten den spannenden Nachmittag. Der Dienstag gestaltete sich märchenhaft. Geschichten von Hänsel und Greten, Dornröschen oder Aschenputtel standen auf dem Programm. Neben den eigentlichen Erzählungen entfalteten die Kinder ihre ganz eigene Kreativität. So bauten die Geschwister Embre (7) und Drita (5) aus Papier, Papprollen und bunter Farbe niedliche Schlösser. „In meinem Schloss wohnt eine Prinzessin“, sagte Embre geheimnisvoll und meinte lachend: „Das Bauen macht echt Spaß.“ Auch seine Schwester ließ sich nicht ablenken und klebte sorgfältig die letzten Fenster an ihren Schlossturm.“ Auch ihr gefalle der Nachmittag im Kindertreff, sagte sie, und am liebsten höre sie das Märchen von Dornröschen. Wie Aschenputtel fühlte sich die siebenjährige Franziska. Sie sortierte – ganz wie im Märchen – eine Schüssel Linsen: Die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen.

Am Mittwoch hieß es „Gespensterstunde“, bei der die Geschichte „Das kleine Gespenst“ von Ottfried Preußler im Mittelpunkt stand. „Wir versuchen die Kinder mit dieser Veranstaltungsreihe zum Lesen zu motivieren“, so Lagemann. Da sie wissen, dass ein dickes Buch Kinder meist vom Lesen abschrecke, machte sie sich im Vorfeld dieser Aktionstage die Mühe und fasste viele Geschichten für die jungen Leser liebevoll in kurzen Texten zusammen. „Unsere Kleinsten sind vier Jahre alt. Denen lesen wir vor“, verriet sie: „Die Großen müssen natürlich selber lesen.“ Sie freue sich sehr, dass sie durch die finanzielle Unterstützung der „Aktion Mensch“ und einiger privater Spender dieses Projekt ins Leben rufen konnte. „Ich möchte die Freude am Lesen wecken und das Sprachverständnis verbessern.“

Nach den Herbstferien starte im Kindertreff eine Theatergruppe, die, angelehnt an die Geschichte von Oliver Twist, ein Stück selber schreiben und aufführen werde. Parallel findet seit August jeden Mittwoch von 15 bis 17.30 Uhr das Literaturprojekt „Antolin“ – ein Internet-Programm zur Leseförderung – im Kindertreff statt.


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