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Erneuerbare Energien Thema bei der Zukunftswerkstatt Hausgemachter Strom für Vehrte

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Belm. Die Zukunft hat schon begonnen. Jedenfalls im Belmer Ortsteil Vehrte. Die Vehrter „Zukunftswerkstatt“, ein bürgerschaftliches Diskussionsforum zur Begleitung der Dorferneuerung, nahm sich auf der jüngsten Sitzung im Naturfreundehaus das Thema Energie vor und kam zu dem Ergebnis, dass hausgemachter Strom gar nicht so schwer zu gewinnen ist.

Man muss einfach nur anfangen. Was möglich ist, das erläuterte den elf erschienenen Bürgern Otto Wetzig, Vorstandsvorsitzender der Bürger-Energiegenossenschaft „nwerk“ aus Osnabrück. Das „nwerk“-Modell funktioniert so: Bürger erwerben Geschäftsanteile an der Genossenschaft. Mit dem auf diese Weise eingesammelten Kapital, aufgestockt durch zinsgünstige öffentliche Darlehen, investiert „nwerk“ in Fotovoltaikanlagen, Hackschnitzel-Kraftwerke und andere Anlagen der regenerativen Energiegewinnung. Aus den Einspeisevergütungen fließt ein angemessener Anteil als Dividende an die beteiligten Bürger zurück. „nwerk“ kann bislang 175 Genossen und eine installierte Gesamtleistung von 417 kWp (Kilowatt peak) vorweisen. „Wir sind so weit, dass wir jetzt bilanziell 50 Prozent mehr Energie produzieren, als unsere Mitglieder verbrauchen, das ist doch schon was“, verkündete Wetzig.

50 Prozent mehr Energie

Möglich sei natürlich auch, dass Bürger selbst in Anlagen investieren und sie betreiben. Für den Fall bietet „nwerk“ Beratung an, da man in alle einschlägigen Informations-Netzwerke eingebunden sei und über mannigfache Erfahrungen verfüge, so Wetzig. Es mache allerdings Sinn, dass sich Nachbarschaften zusammenschlössen, denn einzelne kleinere Dachflächen würden von der Amortisationsdauer her mit dem Absenken der garantierten Einspeisevergütungen zunehmend unattraktiver. So als grobe Faustregel müssten schon 400 bis 500 Quadratmeter zusammenkommen. Das falle andererseits auch wieder leichter, weil es billiges Geld dafür gebe. „Man braucht dafür zurzeit eigentlich kein Eigenkapital“, stellte Wetzig fest.

Die Belmer Grünen-Ratsfrau Ulrike Szlapka wollte konkret wissen, was man denn in seiner Siedlung tun könne, um eine regenerative Heizwärmeversorgung auf die Beine zu stellen. Wetzigs Empfehlung: Bürger-Genossenschaft gründen, Blockheizkraftwerk bauen mit Kraft-Wärme-Kopplung, befeuert beispielsweise mit Restholz-Schnitzeln. 20 bis 30 Häuser brauche man schon, damit es sich rechne. In neu zu erstellenden Siedlungen sei das freilich einfacher als im Bestand, weil man einen Anschlusszwang festsetzen könne. Zukunftswerkstatt-Sprecher Frank Jansing regte an, die Gemeinde möge im zentralen Bereich um Schule und Sporthalle vorangehen. Dann hätte man schon eine Mindestabnahme sichergestellt, und es sei nicht mehr ganz so entscheidend, wie viele Privathaushalte drumherum mitmachten.


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