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Hermann Siebert-Meyer zu Hage veröffentlicht Chronik einer 500-jährigen Geschichte Vehrter Familie hält Hof

Stellten die Chronik „Der Meyerhof zu Hage“ vor (von links): Lektor Wolfgang Hesse, Landrat Manfred Hugo, Traude und Hermann Siebert-Meyer zu Hage sowie der Präsident der Landwirtschaftskammer Arendt Meyer zu Wehdel. Foto: HehmannStellten die Chronik „Der Meyerhof zu Hage“ vor (von links): Lektor Wolfgang Hesse, Landrat Manfred Hugo, Traude und Hermann Siebert-Meyer zu Hage sowie der Präsident der Landwirtschaftskammer Arendt Meyer zu Wehdel. Foto: Hehmann

Belm. Drei große Bleiglasfenster neben dem Eingang zum Meyerhof zu Hage in Vehrte ziehen die Blicke auf sich. Die Namenszüge der Familienmitglieder seit 1955 sind darin eingearbeitet. In diesem Haus werden Traditionen geschätzt. Hermann Siebert-Meyer zu Hage hat jetzt sogar eine Hofchronik herausgebracht: Es ist ein Buch, das den Menschen gewidmet ist, die in den zurückliegenden 500 Jahren den Hof bewirtschaftet haben. Es ist die Geschichte seiner Familie.

Jede Sitzgelegenheit in der guten Stube ist besetzt: Landrat Manfred Hugo ist zur Buchpräsentation gekommen, ebenso wie der Präsident der niedersächsischen Landwirtschaftskammer, Arendt Meyer zu Wehdel, und der Geschäftsführer des Landvolks im Landkreis Osnabrück, Martin Andress. Und auch viele Familienmitglieder haben Platz genommen. Es ist ein besonderer Tag in der Geschichte des Hofes, der 1511 erstmalig urkundlich erwähnt wurde.

„Als junger Mensch hat man keine Zeit für Geschichte“, erinnert sich Siebert-Meyer zu Hage. „Mit dem Alter ändert sich das aber.“ Der Autor ist 1935 geboren worden und hat schon in jungen Jahren den Hof übernommen – in 15. Generation. „Erst als ich vor zehn Jahren Opa wurde, wurde mir klar, dass eine neue Zeitrechnung begonnen hat.“ Der Bauer, wie er sich in seinem Vorwort vorstellt, begann seine Erinnerungen niederzuschreiben und durchstöberte alte Aufzeichnungen. Längst vergessene Ereignisse seien ihm so wieder präsent geworden.

Beim Zusammensetzen des Puzzles ist der Vehrter vom Lektor Dr. Wolfgang Hesse unterstützt worden. „Es ist ein Geflecht von Menschen und Schicksalen“, sagt der Bad Essener. Der ländliche Raum werde lebendig.

Bei null beginnen musste Siebert-Meyer zu Hage seine Recherchen nicht. Da hatte der Landwirt schon zwei Vorarbeiter: Professor Franz Vincke und Dr. Erhard Siebert-Meyer zu Hage, der Onkel des heutigen Hofeigentümers. Vincke hatte 1937 eine landeskundlich orientierte Hofchronik verfasst. Der Gelehrte hat darin auch den ersten dokumentierten Bauern auf dem Meyerhof ermittelt: 1511 erscheint Gerekke Meygger to Hage im Steuerheft eines Steuereinnehmers der Dompropstei Osnabrück. Gerekke zahlt für die fünf steuerpflichtigen Personen des Hofes 20 Schillinge.

Vinckes Aufzeichnungen enden Anfang des 20. Jahrhunderts. Erst Erhard Siebert-Meyer zu Hage setzte die Chronik fort. Sein Werk schloss mit den Worten: „Nun seid Ihr dran!“ Hermann Siebert-Meyer zu Hage ist der Aufforderung eindrucksvoll nachgekommen.

„Der Meyerhof zu Hage“: Verkaufspreis: 34,50 Euro; erhältlich beim Herausgeber und im Buchhandel; ISBN 978-3-00-032502-1.


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