Verwaltungsausschuss lehnt ab Zu nah am Wohngebiet: Weiterhin kein Handymast für Icker

Hier, am Ende des Fußweges in Verlängerung der Straße Auf dem Berge am Rand der Lechtinger Straße in Icker, möchte ein Tochterunternehmen der Deutschen Telekom einen Handymast aufstellen. Für die Politiker ist der Standort zu nah am Wohngebiet.Hier, am Ende des Fußweges in Verlängerung der Straße Auf dem Berge am Rand der Lechtinger Straße in Icker, möchte ein Tochterunternehmen der Deutschen Telekom einen Handymast aufstellen. Für die Politiker ist der Standort zu nah am Wohngebiet.
Michael Gründel

Belm. Seit Jahren plant ein Tochterunternehmen der Deutschen Telekom, einen Handymasten im Belmer Ortsteil Icker aufzustellen, womit die Verbindungsqualität von T-Mobile-Kunden deutlich verbessert werden dürfte. Der Verwaltungsausschuss der Gemeinde hat den vorgeschlagenen Standort allerdings abgelehnt.

Rund 200 Meter von Wohnbebauung entfernt - zu nah aus Sicht von Belmer Politik und Verwaltung. "Der Standort wird weiterhin für ungeeignet gehalten", sagt Bürgermeister Viktor Hermeler. "Der Verwaltungsausschuss hat dem Handymast an diesem Standort nicht zugestimmt, und der Antragssteller wird gebeten, Alternativ-Standorte zu suchen, die geeigneter sind." 

Der Antragssteller ist die Deutsche Funkturm GmbH, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Deutschen Telekom. Immerhin für T-Mobile-Kunden würde sich die Verbindungsqualität in Icker mit einem neuen Handymasten wohl deutlich verbessern - was auch nötig wäre, denn an zahlreichen Stellen im Ortsteil ist die Mobilfunkqualität stark eingeschränkt. 

Vorschläge der Gemeinde wurden vom Antragssteller abgelehnt

Die Errichtung eines Mobilfunkmastes in Icker durch die Deutsche Funkturm GmbH ist auch kein neues Thema, die Suche nach einem geeigneten Standort dauert schon einige Jahre. Doch die Orte, die das Unternehmen ausgesucht hat, passten Politik und Verwaltung nicht. "Wir haben aber natürlich auch unsererseits Vorschläge gemacht, auch Ideen aus der Gemeinde und der Politik weitergegeben", sagt Viktor Hermeler. Offenbar kamen diese Orte aber für das Telekom-Tochterunternehmen wiederum nicht in Betracht. 

Der aktuell vorgeschlagene Standort liegt am Rand der Lechtinger Straße, am Ende eines Fußweges in Verlängerung der Straße "Auf dem Berge". Politik und Verwaltung hatten das Unternehmen aufgefordert, eine Visualisierung anzufertigen, den geplanten Handymast also digital und maßstabsgetreu in die Landschaft einzufügen. Die Bilder zeigte Bauamts-Leiter Uwe Harbig in der vergangenen Bauausschuss-Sitzung - und schon da war eine gehörige Skepsis gegenüber dem 40 Meter hohen Mast zu vernehmen. 

"Wir nehmen Rücksicht auf Sorgen wegen Strahlenbelastung"

Einen Beschluss fasste der Ausschuss allerdings nicht, das übernahm der nicht öffentliche Verwaltungsausschuss. Und laut Bürgermeister Viktor Hermeler gab es hier absoluten Konsens darüber, dem vorgeschlagenen Standort nicht zuzustimmen. "Die Visualisierung hat dazu geführt, dass alle Beteiligten zu dem Ergebnis gekommen sind, einen Mobilfunkmast an diesem Standort nicht zu wollen." 200 Meter Abstand zur Wohnbebauung sind zu wenig - und die Gemeinde bleibt weiterhin dabei, dass es andere, besser geeignete Standorte gebe. 

Viktor Hermeler gibt im Gespräch offen zu, dass die Mobilfunkversorgung in Teilen von Icker so mäßig sei, dass man bei einer Befragung der Ickeraner sicher einige Stimmen für einen Mast am vorgeschlagenen Standort bekommen würde. "Wir wollen auch als Gemeinde absolut eine bessere Mobilfunkversorung haben. Aber wir nehmen natürlich Rücksicht auf Sorgen wegen einer möglichen Strahlenbelastung." 


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