Pfarrfest rund um die Kirche Die Gemeinde in Icker feiert gemeinsam

Eine gute Gelegenheit andere zu Treffen, zu Plaudern und vieles zu entdecken gab es beim Pfarrfest der katholischen Kirchengemeinde in Icker am Wochenende. Foto: Claudia SarrazinEine gute Gelegenheit andere zu Treffen, zu Plaudern und vieles zu entdecken gab es beim Pfarrfest der katholischen Kirchengemeinde in Icker am Wochenende. Foto: Claudia Sarrazin

Belm. Das Pfarrfest der katholischen Kirchengemeinde Icker lockte mit einem bunten Programm und war gut besucht: Auf der Essensmeile hatten die Besucher ebenso die Qual der Wahl wie auf dem Kreativmarkt. Das Oberthema der Messe und des Festes lautete "Dankbarkeit".

Ein eigens für das Pfarrfest geschriebenes Lied zum Thema „Dankbarkeit“ sangen die Ickeraner erstmals im Open-Air-Gottesdienst. Dafür hatte der Liturgieauschuss der Gemeinde den Text und Michael Schmoll die Musik geschrieben. Außerdem erhielt jeder Gottesdienstbesucher eine Danke-Karte, auf die er schreiben konnte, wofür er dankbar ist. Die Karten konnten anschließend an einer Dank-Wand aufgehangen werden.  

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„Wenn ich alles aufschreiben würden, wofür ich hier in der Gemeinde dankbar bin, hätten die Karten selbst dann nicht gereicht, wenn ich alle wieder eingesammelt hätte“, erklärte Anton Hackmann, Vorsitzender des Pfarrgemeinderates der katholischen Kirchengemeinde Icker. Er saß an der „Dank-Bar“ auf dem Platz der Begegnung hinter der Kirche. Dort gab es sowohl Cocktails als auch Smoothies. Für letztere hatten Inga (15), Luisa (10) und Charlott (14) am Tag zuvor unter anderem Bananen und Melonen klein geschnitten, aber auch Birnen und Äpfel entsaftet.   

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Wer Hunger hatte, hatte musste sich entscheiden: Die Essensmeile auf der anderen Seite der Kirche bot eine große Vielfalt an. Gemeindemitglieder hatten dafür unter anderem Backfisch und Matjes, Pellkartoffeln und Hühnersuppe vorbereitet. Letztere hatte Magret Wessel gekocht und auf Nachfrage gab sie auch Tipps für eine gute Hühnersuppe: Das Fleisch ganz langsam und extra lange kochen.“ Außerdem gehöre viel Gemüse zur Suppe, dieses müsse jedoch separat gekocht werden. „Sonst zerkocht es, erst zum Schluss kommt alles zusammen“, so Wessel. Caroline (links) und Barbara Sroda wiederum boten „Bigos“, polnisches Sauerkraut mit Krakauer und Rindfleisch an. 

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Und am Stand daneben hatte der neunjährige Erich die Kasse übernommen. Das Rechengenie hatte nicht nur die Kasse im Griff, sondern, wusste auch, was die Ickeraner besonders gerne aßen: Die Steakbrötchen. Am Ende der Essensmeile durfte eines natürlich nicht fehlen: Der Nachtisch. Auch hier war die Auswahl groß, und der Nachschub stand schon im Kühlschrank bereit.  

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Gut gestärkt konnten die Besucher nun zum Kreativmarkt weiter gehen. Dort gab es unter anderem selbst gemachte Marmeladen, Vogelhäuser und die Möglichkeit, selbst Armbänder zu binden. Nicht wieder zu erkennen waren die recycelten Milchtüten des Ickeraner Zeltlagers, die einige Frauen in Umtöpfe verwandelt hatten. „Wir haben extra ein Schild angebracht, weil die Leute nicht sehen, dass es Milchtüten waren“, berichteten Christa Hermes (Foto) und Birgit Balgenort, die außerdem noch selbst gemachten Masala, verschiedene Salze und Erinnerungsgläser verkauften.  

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Politisch wurde es am Stand nebenan: Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (Kfd) startet Ende September deutschlandweit ihre Aktionswoche „Frauen, worauf warten wir? Macht Euch stark für eine geschlechtergerechte Kirche". Die Ickeraner Frauen zogen ihre Aktion vor und warben für die Gleichberechtigung der Frauen in der katholischen Kirche. „Einige können das nicht verstehen, da gibt es schon Diskussionen“, berichtete Anne Escher, die unter anderem gefragt worden war: „Willst Du wirklich, dass Frauen am Altar stehen?“ Einer, der dafür ist, war der Pfarrer in Ruhestand Heinz Holtmann. Er kam zielstrebig zum Stand und fragte: „Dürfen Männer auch unterschreiben?“ Selbstverständlich durften sie, und Holtmann erklärte seine Motivation: „Ich hoffe, dass sich endlich was bewegt, wenn Frauen den Mund auf machen.“  

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Kurz darauf traf der Ruheständler Schwester Anne Voß und berichtete ihr voller Freude: „Eines meiner Rezepte hat es ins Ickeraner Kochbuch geschafft!“ Dieses ist neu erschienen und wurde gleich an mehreren Ständen verkauft.   

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Ebenfalls neu waren die Sterne, die der Emmaus-Arbeitskreis unter dem Motto „Ein Stern für Dich“ gebastelt hatte: „Unsere Intention ist es, den Tot aus dem Tabu zu holen, er gehört zum Leben“, erklärte Annette Baumgarte: „Und der Stern steht für die Auferstehung, an die wir glauben.“ Über hundert größere und kleiner Sterne hatte der Arbeitskreis im Vorfeld gebastelt und beim Pfarrfest bereits gut verkauft.  

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Für die Kinder waren die Verkaufsstände nicht ganz so spannend. Für sie gab es das Kinderschminken und die Groschenkirmes der Gemeindejugend. Die Kirmes wurde die aus Termingründen erstmals mit dem Kreativfest verbunden. Die Brüder Noah (8) (rechts) und Paul Matteo (5) hatten sich gerade beim Sackhüpfen einen harten Wettkampf geliefert. Kaum im Ziel angekommen erklärte Paul Matteo nach dem besten Angebot der Kirmes gefragt, strahlend: „Das Apfeltauchen.“   

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Angefangen hatte das Pfarrfest schon am Vorabend. Am Samstag stimmte sich die Gemeinde buchstäblich mit einem "Konzert der Generationen" in der Kirche auf das Fest ein: Der jüngste Sänger war drei Jahre alt, der älteste 90 Jahre. Der Rhythmics-Kinderchor, der Rhythmics-Nachwuchsjugendchor, der Rhythmics-Jugendchor, die Taktstreicher und die Icker Kantorei sangen sowohl einzeln als auch gemeinsam unter der Leitung von Brigitte Robers-Schmoll, Lydia Meier zu Farwig und Michael Schmoll.  


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