Icker, Belm und Vehrte Bauausschuss gibt grünes Licht für Änderungen beim Wohnungsbau

Die Wiese und der Parkplatz (oben im Bild) hinter der ehemaligen Ickerbachschule in Belm sollen bebaut werden.  Foto: Archiv/Gert WestdörpDie Wiese und der Parkplatz (oben im Bild) hinter der ehemaligen Ickerbachschule in Belm sollen bebaut werden. Foto: Archiv/Gert Westdörp

Belm. Um die geplanten Baugebiete in Icker und Vehrte sowie kleinere Vorhaben in Belm ging es bei der jüngsten Sitzung des Bauausschusses. Trotz einer langen Tagesordnung von zwölf Punkten war die Sitzung vergleichsweise schnell zu Ende: Alle Änderungsvorschläge wurden einstimmig angenommen.

Beim Thema Icker – dem geplanten Baugebiet westlich des Höhenwegs mit 16 Grundstücken – übernahm Jürgen Lunkewitz (SPD) die Sitzungsleitung von Berthold Uphoff (CDU), der als Geschäftsführer des beauftragten Planungsunternehmens hier selbst betroffen ist. Diplom-Ingenieur Norbert Reimann vom Planungsbüro Hahm stellte die Anregungen und Bedenken der Anlieger und öffentlichen Stellen nach der öffentlichen Auslegung vor, darunter ein zehnseitiges Schreiben eines Anwohners, der einen Anwalt beauftragt hatte. 

Steingärten ökologisch nicht wertig genug?

Die Einwände, unter anderem der Verdacht auf Kampfmittel im Boden, waren geprüft worden, und die Kampfmittelfreiheit durch einen Sachverständigen bestätigt. Auch die Hinweise auf Geruchsbelästigung durch die angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen und Lärm durch die nahe Landstraße oder die geplante A33-Nord wurden als unerheblich angesehen. Da die Fläche in der Schutzzone III des Wasserschutzgebietes Belm-Nettetal liegt, ist allerdings noch die Genehmigung der Unteren Wasserbehörde erforderlich. Die Untere Naturschutzbehörde hatte gefordert, den Hausgärten eine geringere ökologische Wertigkeit zu geben, da sie heute oft als sterile Steingärten angelegt würden. Der Bauausschuss ging allerdings davon aus, dass solche Anlagen durch andere, ökologisch wertvollere Gärten kompensiert werden.

Anschluss an mögliches weiteres Baugebiet

Die weiteren Tagesordnungspunkte wurden vom Fachbereichsleiter Bau, Uwe Harbig, erläutert. So gab es bereits die erste Änderung zum Bebauungsplan "Südlich Dorfstraße" in Vehrte. Es ging hier zwar nur um die Umwidmung und Erweiterung eines Fuß- und Radweges auch zur Fahrzeugnutzung; diese kleine Änderung war aber doch aufschlussreich, da dieser Weg schon als Zuwegung für ein mögliches weiteres Baugebiet gedacht ist, das sich südlich anschließen könnte.

Verdichtungen in Belm

Im Ort Belm selbst sind weitere Verdichtungen durch Bebauung von Grünflächen geplant, etwa der Wiese an der ehemaligen Ickerbachschule. Auch im Gebiet der Poststraße/Konrad-Adenauer-Straße gibt es einen Bereich mit relativ vielen freien Grundstücken. Der Bebauungsplan macht hier relativ strikte Vorgaben bei der Haus- und Dachgestaltung, zu denen schon mehrere Anfragen gestellt worden waren. Der Bauausschuss gab jetzt für die Grundstücke an der Konrad-Adenauer-Straße grünes Licht für freiere Baumöglichkeiten.

Außerdem steht eine Erweiterung des Edeka-Gebäudes an, und südlich des Kirchenkamps schräg gegenüber der Friedhofskapelle möchte ein Bauherr auf bisherigem Außengelände bauen, was einen Bebauungsplan nötig macht. Die Kosten hierfür würde der Bauherr selbst übernehmen.

Zu wenig Parkplätze 

Ein wenig Kopfzerbrechen zum Schluss bereitete die Parkplatzsituation des Baugebietes östlich Up de Heede. Hier gibt es für die drei geplanten Grundstücke mit Mietwohnungen zu wenige Stellplätze. Voraussichtlich muss daher Parkraum an der Schlossstraße eingeplant werden, auch wenn Berthold Uphoff hier einen Gefahrenpunkt sieht, wenn rückwärts auf die Straße ausgeparkt wird. „Das will die Gemeinde eigentlich vermeiden“, sagte er. Für das Nachbargrundstück soll geprüft werden, ob am großen Wendehammer für die Stadtbusse Stellplätze möglich wären.


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