Karneval der KFD Närrische Frauen reisen „Atemlos durch Belm“

Vom Ballermann nach Belm: „Cordula Grün“ im Mallorca-Style auf der KFD-Bühne. Foto: Andreas WenkVom Ballermann nach Belm: „Cordula Grün“ im Mallorca-Style auf der KFD-Bühne. Foto: Andreas Wenk
Andreas Wenk

Belm. Offiziell hieß das Motto „Lasst die Narren nur regieren, dann soll alles funktionieren“, doch „Atemlos durch Belm“ hätte es ebenso getroffen.

Traditionell kurz vor dem Höhepunkt des Rheinischen Karnevals haben die Belmer KFD-Frauen bei Lecon drei Tage gefeiert. Nach dem Auftakt, gemeinsam mit den Männern am Dienstag, blieben die Frauen am Mittwoch und am Donnerstag unter sich. Rund 30 Aktive hatten einmal mehr ein prall gefülltes Nachmittagsprogramm auf die Beine gestellt. Männliche Unterstützung erhielten die Damen von Jörg Herzog. Der hatte alle Hände voll zu tun, die qualitativ mitunter recht unterschiedlichen Einspielungen zu koordinieren und mit den Bühnenstimmen zu harmonisieren. Ansonsten bleiben die KFD-Damen auf der Bühne unter sich. Einzige Ausnahme. Zum 10. Stammtischjubiläum beim Karneval der KFD-Frauen durfte Oliver Schüler mit seinen Freunden auf die Bühne und einen Schluck aus der viel zitierten „Müttertasse“ nehmen. Das Privileg verdankten er und seine Stammtischbrüder Sitzungspräsidentin Isolde Kowalinski. 


Die Belmer „Helene Fischer“: kfd-Elferratspräsidentin Isolde Kowalinski.


Die holte ihr Patenkind und die um ihn versammelten, kostümierten jungen Männer auf die Bühne. Selbst moderierte Kowalinski im glitzernden „Kleinen Schwarzen“ frei nach ihrem Vorbild bis zur Atemlosigkeit durch die Veranstaltung und gab zwischendurch noch die Belmer Version der „Helene Fischer“, sang deren Lieder und feuerte eine „Rakete“ nach der anderen ab. Dabei wird von Elferrat und Publikum mit Füßen gestampft, mit Händen getrommelt und der gesellige Spaß gipfelt nach Stufe 1 und 2 mit „Huh“-Rufen wie eine „La-Ola-Welle“ mit einem lautstarken „Hoh“ und hoch gereckten Armen. Nach jeder Nummer zudem ein dreifaches „Helau“ auf Männer, Frauen, die KFD, auf Gott und die Welt, das Lecon-Team, wen oder was auch immer.

Ebenso festes Ritual nach jeder Programmposition der Schluck aus der Müttertasse. Obwohl die wie Kaffeeebecher aussahen und zwischen Sektkühlern standen, gab´s, wie Christa Lietemeyer vom Festausschuss am Rande verriet, keinen Sekt, sondern „nur“ Wein. Lietemeyer hielt sich dezent im Hintergrund, gab vereinzelt Regieanweisungen und überließ die Bühne ansonsten dem Elferrat und den Akteuren.

Die rund 120 Gäste  schienen wild entschlossen zu sein, sich in bester närrischer Tradition zu amüsieren. Herren mit Glitzerhut- und Jackett, in Stola mit Vorhangtrotteln oder als Kleiderschrank im American-Football-Style verkleidet waren ebenso so zu sehen, wie Punk-Oma mit grüner Krawatte und hochgegeltem Irokesen-Kamm, blinkende Brillen oder um Hals und Hüfte gebundene Luftschlangen. Selbst kleine Umbaupausen oder Längen nahmen die Gäste gelassen und Isolde Kowalewski moderierte routiniert über kleinere Unzulänglichkeiten hinweg und wurde nicht müde, stolz zu betonen, dass alles sei live. Nicht Broadway, sondern Bremer Straße, handgemachter Karneval von Frauen für Frauen mit viel Engagement, wenig Aufwand und viel Herz.


Einer der unbestreitbaren Höhepunkte: Die Kalinka-Truppe brachte mit ihrer Tanzeinlage den Saal zum Kochen.


Zum Sieden brachten den Saal die „Kalinka-Truppe“ und das Team „Cordula Grün“. Beide Ensembles traten mit bunten, teils schrillen Kostümen auf, boten auf der beengten Bühne sehenswerte Tanzeinlagen und trieben mit ihrer Selbstironie das Stimmungsbarometer bis zum Anschlag. Frenetischer Applaus und „Zugabe“-Rufe der Narren dankten es ihnen. 


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