Abschied von Joachim Kieslich Belmer lassen ihren Pfarrer nur ungerne gehen

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Viel Zeit für Begegnung und Gespräche: Auch wenn er nicht mit jedem reden konnte, Pfarrer Joachim Kieslich nutzte beim Empfang zu seinem Abschied die Gelegenheit, noch einmal mit so vielen Menschen wir möglich zu reden. Nach zehn Jahren in Belm und Icker übernimmt im April den Gemeindeverbund Twistringen. Foto: Claudia SarrazinViel Zeit für Begegnung und Gespräche: Auch wenn er nicht mit jedem reden konnte, Pfarrer Joachim Kieslich nutzte beim Empfang zu seinem Abschied die Gelegenheit, noch einmal mit so vielen Menschen wir möglich zu reden. Nach zehn Jahren in Belm und Icker übernimmt im April den Gemeindeverbund Twistringen. Foto: Claudia Sarrazin

Belm . Für die Belmer, Vehrter und Ickeraner war es am Sonntag Zeit Abschied zu nehmen: Pfarrer Joachim Kieslich feierte am Sonntag erst seinen letzten Gottesdienst in der Belmer Josefskirche und lud dann zum Empfang ins Schützenhaus Icker.

Schon in der Kirche war es so voll wie selten. Dort hatten der Belmer Kirchenchor, die Taktstreicher, die Elternschola Belm und Leo Schäfer an der Orgel für Musik gesorgt. „Ich wollte in meiner Predigt den Leuten mitgeben, den Glauben an Gott zu bewahren und weiter zu geben“, so Kieslich: „Er ist etwas Stärkendes und froh Machendes.“  

Volles Haus: Sowohl beim Gottesdienst in der Kirche als auch beim Abschiedsempfang im Icker Schützenhaus wurde es eng, als Pfarrer Joachim Kieslich sich von seinen beiden Gemeinden in Belm und Icker verabschiedete. Foto: Claudia Sarrazin

Volles Haus zum Abschied von Pfarrer Kieslich

Im Schützenhaus wurde es eng. „So voll war es hier noch nie“, erklärte Uwe Kriegisch vom Vorstand der Icker Schützen und zugleich Sänger der Icker Kantorei. Der Ickeraner Chor sang beim Empfang, bei dem sich viele Wegbegleiter von Kieslich verabschieden wollten, der zehn Jahre Pfarrer in Belm und Icker war. Er selbst freute sich auf möglichst viele Begegnungen.

"Schade, dass du gehst, wir hatten einen sehr guten Pfarrer", erklärte Anton Hackmann, Vorsitzender des Pfarrgemeinderates Icker, beim Abschied von Pfarrer Joachim Kieslich, der nach Twistringen geht. Foto: Claudia Sarrazin

„Es fällt mir schwer von Dir als scheidenden oder gehenden Pfarrer zu sprechen“, brachte Anton Hackmann, Vorsitzender des Pfarrgemeinderates Icker, auf den Punkt, was wohl viele dachten. Mit Blick auf die „Zeit großer Unruhe in der Kirche“, lobte er Kieslich: „Durch dich haben wir gelernt, dass man die Dinge auch aussprechen darf, du hast darüber gepredigt.“ Damit spielte er auf die Missbrauchsfälle im Bistum Osnabrück an, die Kieslich ebenso wie Bischof Bode in Osnabrück in seiner Weihnachtspredigt angesprochen hatte. 

Dank für Weihnachtspredigt

„Ich habe lange darüber nachgedacht, ob Weihnachten der richtige Tag dafür ist“, hatte Kieslich im Gespräch mit der NOZ einige Tage zuvor erklärt, und hinzugefügt: Die Rückmeldungen hätten ihm gezeigt, dass diese Predigt die richtige Entscheidung gewesen sei. Das sah Bürgermeister Viktor Hermeler offensichtlich auch so. Er konnte zwar selbst nicht kommen, ließ aber durch seinen Stellvertreter Marcus Hensing ausdrücklich seinen Dank für die Weihnachtspredigt ausrichten: Kieslich hätte unter anderem dadurch die Kirche den Menschen noch einmal etwas näher gebracht. Hackmann wiederum erwartete nach Zeiten des innerkirchlichen Diskurs über verschiedene Themen „eine ernsthafte Erneuerung der Kirche".

Musikalisch gestaltet wurde der Empfang zum Abschied von Pfarrer Joachim Kieslich von der Icker Kantorei. Beim Gottesdienst zuvor hatten Belmer Kirchenchor, die Taktstreicher, die Elternschola Belm und Leo Schäfer an der Orgel für Musik gesorgt. Foto: Claudia Sarrazin

Bei Kieslich bedankte sich Hackmann noch einmal dafür, dass er immer „mutig und frei“ zu kirchlichen und gesellschaftlichen Themen eine klare Position bezogen habe. Das habe den Gemeindemitgliedern Mut gemacht. „Und mir ist angenehm aufgefallen, dass du uns auch hast machen lassen“, so Hackmann in Bezug auf die eigenverantwortliche Arbeit der Gremien und Mitarbeiter. „Schade, dass du gehst, wir hatten einen sehr guten Pastor“, stellte Hackmann fest.

Auch seine evangelischen Kollegen Arne Schnipper (im Bild) und Simon Kramer verabschiedeten sich von Pfarrer Joachim Kieslich, der die Pfarreiengemeinschaft Belm Icker nach zehn Jahren verlässt. Schnipper lobte Kieslichs besonderes Engagement für die Ökumene. Foto: Claudia Sarrazin

„Es gab in Belm vorher schon Ökumene, aber es ist auch noch ganz viel gewachsen, du hast viel angestoßen und begleitet“, stellte Arne Schipper, Pastor der evangelisch-lutherischen Christusgemeinde in Belm, fest. Die „Belmer Verhältnisse“ würden von anderen Kollegen stets bestaunt, so Schipper weiter. Er bezog sich unter anderem darauf, dass die Katholiken während des Umbaus ihrer Kirche die erste Heilige Messe in der Christuskirche feierten, und die Evangelen zwei Jahre lang das Gemeindehaus der Katholiken mitnutzen konnten, als das eigene saniert werden musste. Im Reformationsjahr hätten die Gemeinden zudem gemeinsam den "Belmer Kirchentag" organisiert, und in seiner Kirche sei der erste ökumenische Gottesdienst mit Abendmahl gefeiert worden.

Zum Abschied erhielt Pfarrer Joachim Kieslich von vielen Gruppen und Gemeindemitgliedern aus Belm, Vehrte und Icker präsente. Mit dabei viele Bücher, aber auch eine Deutschlandkarte mit Fähnchen an Orten, die er besuchte und einen Staubsauger. Letzteren hatte sich der Pfarrer gewünscht. Foto: Claudia Sarrazin

Einer der Jugendlichen, die sich bei Kieslich für die gemeinsame Zeit bedankte, murmelte, sobald das Mirko aus war: „Das war eine geile Zeit.“ Und Hensing sorgte für Lacher, als er nicht nur die gute Zusammenarbeit der politischen Gemeinde Belm mit dem Pfarrer lobte, sondern hinzufügte: „Denken sie daran, der Weg zum Bischof führt immer über Belm.“

Ein Lächeln zum Abschied, auch wenn Joachim Kieslich die Pfarreiengemeinschaft Belm und Icker mit Wehmut verlässt, und ihn die Menschen dort nur ungerne ziehen lassen. Foto: Claudia Sarrazin



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