Veränderung an der Bremer Straße AVO Werke in Belm planen Erweiterung

Über die geplante Erweiterung der AVO Werke in Belm informieren AVO-Geschäftsführer Bernhard Loch und Guido Maßmann sowie der Technische Leiter Kurt Höfelmann (von links). Foto: Claudia SarrazinÜber die geplante Erweiterung der AVO Werke in Belm informieren AVO-Geschäftsführer Bernhard Loch und Guido Maßmann sowie der Technische Leiter Kurt Höfelmann (von links). Foto: Claudia Sarrazin

Belm. Viel tut sich zwischen Bremer und Industriestraße in Belm: Die AVO Werke planen eine Erweiterung. Dafür haben sie einige Grundstücke gekauft, Vorarbeiten laufen, und der Belmer Rat hat der Entwidmung einer Teilstrecke der Industriestraße bereits zugestimmt.

In den vergangenen Wochen ist auf dem Gelände neben den AVO Werken in Belm sichtbar etwas geschehen: Auf einer Fläche von 25.000 Quadratmetern wurden Gebäude abgerissen, aktuell sind Erdarbeiten zu beobachten.  

Die Erweiterungspläne der AVO-Werke

Über die Pläne des Gewürzwerkes in Belm sprachen die Geschäftsführer Bernhard Loch und Guido Maßmann sowie der Technische Leiter Kurt Höfelmann mit unserer Redaktion. Die Möglichkeiten einer Erweiterung waren für die AVO Werke bisher beschränkt. „Wir planen seit rund vier Jahren eine Erweiterung unseres Standortes“, berichtete Loch, dabei seien verschiedene Optionen ausgelotet worden, unter anderem ein zweiter Standort in der Nähe, was eine Aufspaltung des Betriebs bedeutet hätte, eine Umsiedlung ins Baugebiet Dorfstraße und ein kompletter Standortwechsel in eine andere Gemeinde. „Dann haben wir doch noch mal geprüft, ob eine Erweiterung in Belm möglich ist. Herr Maßmann und ich haben mit den Besitzern der anliegenden Grundstücke Gespräche geführt“, so Loch, und Maßmann ergänzte: „Das waren zwei sehr intensive Jahre.“ In dieser Zeit hielten die AVO Werke auch engen Kontakt zur Gemeinde Belm und dem Landkreis Osnabrück, um sicher zu gehen, dass sich die angedachten Pläne letztendlich auch umsetzen lassen. „Vor einem Jahr fiel dann die Entscheidung“, erklärte Loch.

Informieren sich über die Fortschritte auf dem künftigen Baugelände zwischen Bremer Straße und Industriestraße in Belm: Die AVO-Geschäftsführer Bernhard Loch und Guido Maßmann sowie der Technische Leiter der Gewürzwerke Kurt Höfelmann (von links). Foto: Claudia Sarrazin

Logistik und Versand auf dem neuen Werksgelände

Die AVO Werke werden auf dem neuen Werksgelände ein Plattenlager und eine Versandhalle bauen. Seite einigen Jahren haben die Gewürzwerke Teile des Lagers und des Versands ausgelagert. „Das ist unglaublich aufwendig und hat pro Tag circa 20 Shuttlebewegungen zur Folge“, so Loch: „Nun ziehen wir alles an einem Standort zusammen und holen zurück, was heute verteilt ist.“ Logistik benötige nun einmal viel ebenerdige Fläche. Die Produktion sei im Vergleich dazu mit 600 Quadartmetern Grundfläche und vier Etagen viel platzsparender.

Vorarbeiten für die geplante Erweiterung der AVO-Werke in Belm. Foto: Claudia Sarrazin

Automatisierung und gesundes Wachstum

Die AVO-Werke haben im vergangenen Sommer bereits einen gültigen Bauvorbescheid erhalten, aktuell läuft der Entscheid über den Bauantrag. Der geplanten Baubeginn ist im Frühjahr und die Fertigstellung wird Ende 2020 anpeilt. Die AVO Werke wollen einen Zweckbau errichten, der sich dem bestehenden Erscheinungsbild anpasst. Im Innern gäbe es zur weiteren Automatisierung keine Alternative, erklärte Maßmann mit Blick auf die dadurch verringerten Reklamationen und die geringere Fehlerquote. Allerdings bedeute dies keine Entlassungen, betonte Loch: „Wir verzeichnen ein gesundes Wachstum und stocken eher auf.“ Außerdem setzen die Gewürzwerke beim Neubau auf ein nachhaltiges Energiemanagement. „Wir werden den Neubau beispielsweise im Werk entstehender Abfallwärme heizen“, berichtete Höfelmann.

Auf einer Fläche von 25000 Quadratmetern zwischen der Industrie Straße und der Bremer Straße in Belm neben den AVO-Werken wurden bereits fast alle Gebäude für die geplante Erweiterung des Gewürzwerkes abgerissen. Foto: Claudia Sarrazin

Teilstück der Industriestraße wird entwidmet

Bereits im vergangenen August beschloss der Rat der Gemeinde Belm die Entwidmung (Einziehung) einer Teilstrecke der Industriestraße. Konkret handelt es sich um eine Verzweigung der Industriestraße, die bisher der Erschließung der Grundstücke Industriestraße 9 bis 9b gedient hat. Da diese Grundstücke nunmehr alle zukünftig als Erweiterungsfläche der Firma AVO dienen sollen, ist dieses Teilstück der Industriestraße für den öffentlichen Straßenverkehr entbehrlich geworden. Der bestehende Fußweg wird an den Rand des neuen AVO-Geländes verlegt. Somit bleibt für Fußgänger eine Verbindung von der Industriestraße zur Bremer Straße und der dortigen Bushaltestelle bestehen.

Holzhandel Lücke wird umziehen

Am Ende dieses zu entwidmenden Teilstücks der Industriestraße befindet sich noch der Holzhandel Lücke. Dort laufen die Geschäfte aktuell wie gehabt weiter. Auf die Frage nach der Zukunft des Geschäftes erklärte Christoph Lücke: „Die Firma wird an einem anderen Standort im Landkreis Osnabrück weiter geführt.“

Zum Jahreswechsel stand noch das Holzgerippe der ehemaligen Tennis- und Paintball-Halle an der Industriestraße in Belm. Inzwischen ist sie dem geplanten Neubau der AVO Werke gewichen. Foto: Claudia Sarrazin

Abriss größtenteils erfolgt

Zu den Gebäuden, die bisher abgerissen wurden, zählen unter anderem eine Autowaschanalge, die ehemalige Tennis- und spätere Paintball-Halle und das alte Gebäude des ehemaligen Bauunternehmens Baringhaus. „Das sah wie so ein Bruchsteinhaus aus“, berichtet Loch, und Höfelmann ergänzt: Es sei jedoch sehr marode und abbruchreif gewesen.

Eine Fläche von 25000 Quadratmetern kauften die AVO Werke in Belm für ihre geplante Erweiterung direkt neben dem bestehenden Werk zwischen Industriestraße und Bremer Straße. Einen Blick auf die Fläche werfen hier die AVO-Geschäftsführer Bernhard Loch und Guido Maßmann sowie der Technische Leiter der Gewürzwerke Kurt Höfelmann (von links). Foto: Claudia Sarrazin



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