Neujahrsempfang in Belm Anerkennung: Belm empfängt auch die Reinigungskräfte als Ehrengäste

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Sorgte für Stimmung: Der Chor der Johannes-Vincke-Schule. Mit im Bild: Erste Kreisrätin Bärbel Rosensträter (Mitte links), Landtagsabgeordneter Clemens Lammerskitten (dahinter), Bundestagsabgeordneter Mathias Middelberg und Bürgermeister Viktor Hermeler, gesäumt von den Chorleiterinnen Corinna Koppelmann (links) und Karen Ferguson (rechts). Foto: Andreas WenkSorgte für Stimmung: Der Chor der Johannes-Vincke-Schule. Mit im Bild: Erste Kreisrätin Bärbel Rosensträter (Mitte links), Landtagsabgeordneter Clemens Lammerskitten (dahinter), Bundestagsabgeordneter Mathias Middelberg und Bürgermeister Viktor Hermeler, gesäumt von den Chorleiterinnen Corinna Koppelmann (links) und Karen Ferguson (rechts). Foto: Andreas Wenk

Belm. Der Belmer Bürgermeister Viktor Hermeler und der Belmer Rat haben als Zeichen der Anerkennung zum Neujahrsempfang im Belmer Rathaus Reinigungskräfte, Mitarbeiter auf dem Bauhof sowie Angestellte der Gemeinde und des Dorfladens Vehrte als Ehrengäste eingeladen.

Ein deutliches Signal der Wertschätzung, zumal – wie Bürgermeister Viktor Hermeler und die Erste Kreisrätin Bärbel Rosensträter betonten – der Fachkräftemangel sich zunehmend auch im öffentlichen Dienst bemerkbar macht. Ob Reinigungskräfte, Mitarbeiter auf dem Bauhof oder in der Verwaltung, Hermeler würdigte in seiner Ansprache die Arbeit alle Beschäftigten und sprach von „engagierten und motivierten Teams“, die er noch vor den übrigen Ehrengästen wie Rosensträter, den Bundestagsabgeordneten Mathias Middelberg oder den Landtagsabgeordneten Clemens Lammerskitten begrüßte.

Eltern sollen gymnasialen Zweig in Belm nutzen

Hermeler und Rosensträter appellierten an die Eltern, das Angebot eines gymnasialen Zweiges an der Johannes-Vincke-Schule ab dem Sommer dieses Jahres für ihre Kinder zu nutzen. Der Schulchor hatte beim Empfang eine Kostprobe des vielfältigen Angebots am Heideweg abgegeben. Insbesondere mit dem swingenden Lied „I like to sing“ setzten der Chor unter der Leitung von Corinna Koppelmann und Karen Ferguson einen Kontrast zu den offiziellen Reden und schaffte so einen willkommenen Übergang zum geselligen Teil. Irmhild Wellmann war davon so begeistert, dass sie sich anschließend bei den Chorleiterinnen bedankte und gestand: „Das musste ich einfach mitschnippen.“ Schon der tosende Applaus hatte gezeigt, dass es auch den übrigen Gästen auffallend gut gefallen hatte.

In seinem Ausblick stellte Hermeler nach der Erneuerung der Fachräume für naturwissenschaftliche Fächer auch eine Renovierung der Musik- und Werkräume an der Johannes-Vincke-Schule in Aussicht. Ein Neubau solle zudem mehr Platz für die Mensa bieten, die derzeit „aus allen Nähten platzt.“

Überschüsse erwartet

Zufrieden zeigte sich der Bürgermeister mit der Entwicklung am Arbeitsmarkt. Die Erwerbslosenquote betrage derzeit 4,1 Prozent. Zu den Gemeindefinanzen sagte er, „Belm ist nicht auf Rosen gebettet“, werde aber 2019 sogar Überschüsse zur Finanzierung von Investitionen erwirtschaften. Ausdrücklich dankte er dem Landkreis für dessen Unterstützung und die Senkung der Kreisumlage. Die Politik in Berlin und Hannover mahnte Hermeler, Gesetze so zu verabschieden, dass die Kommunen dies bewältigen und aushalten könnten.

Insgesamt, so Hermelers Fazit, sei Belm aber in der Lage, „alle Aufgaben der örtlichen Gemeinschaft finanziell zu stemmen.“ Einwohner und Unternehmen leisteten mit ihren Steuern dazu ihren Beitrag, „aber wir leisten dafür auch etwas“, erklärte er selbstbewusst. Das erkannte auch Middelberg an, insbesondere habe Belm „eine gewaltige Aufgabe in der Integration übernommen.“ Zugleich warnte er vor zu hohen Erwartungen an den Bund. Hermelers Kritik am Scheitern des Digitalpakts teilte Middelberg, verdeutliche aber auch, dass der Bund aus verfassungsrechtlichen Gründen den Kommunen keine Gelder auf direktem Wege zukommen lassen könne.

Bahnhalt in Vehrte wird was

Kontrovers blieb Hermelers Aussage „was wir nicht brauchen: eine A33 Nord!“ Zwar erntete er damit Applaus, doch gestand er selbst, sei der unterschiedlich verteilt. Middelberg verzichtete ausdrücklich darauf, beim Neujahrsempfang dazu erneut Stellung zu beziehen.

Große Einigkeit dagegen beim Thema Bahnhalt in Vehrte. Hier zeigten sich vor allem Hermeler und Lammerskitten zuversichtlich. Auch wenn die Realisierung noch einige Zeit dauern werde, „es wird was“, gab sich Lammerskitten überzeugt.


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