Weihnachtskantate als Mehrgenerationenprojekt Icker Chöre singen Weihnachtsgeschichte

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Die Icker Kantorei und der Kinderchor präsentierten in der katholischen Icker mit einem Instrumentalensemble die Weihnachtskantate „Und du Bethlehem“ aus der Feder von Michael Schmoll.                                                                                                        Foto: Christina HalbachDie Icker Kantorei und der Kinderchor präsentierten in der katholischen Icker mit einem Instrumentalensemble die Weihnachtskantate „Und du Bethlehem“ aus der Feder von Michael Schmoll. Foto: Christina Halbach

Belm. Wer nach dem Trubel der Festtage Lust auf eine Weihnachtsgeschichte in besonderer Form hatte, war am letzten Sonntag im alten Jahr in der Kirche in Icker richtig: Junge und ältere Sänger präsentierten dort mit einem Instrumentalensemble die Weihnachtskantate „Und du Bethlehem“ aus der Feder von Michael Schmoll.

„Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde“: Jedes Jahr wird die Geschichte von Jesu Geburt in Christmessen und Krippenspielen oder vor der Bescherung im Kreis der Familie vorgelesen. Unter der Leitung von Brigitte Robers-Schmoll und Michael Schmoll trugen die Icker Kantorei, der Kinderchor der "Rhythmics" und ein Instrumentalensemble die Weihnachtsgeschichte nach Lukas in nahezu vollständig musikalischer Form vor. Pia und Johanna Schmoll führten als singende Evangelisten durch die Geschichte, die Chöre ergänzten die Kantate mit Bibelpassagen und passenden Liedern, Elisabeth Harpenau und Theresia Plümmer trugen meditative Texte vor.

Intensives Erleben der Weihnachtsgeschichte

Das Ensemble bot den Besuchern in der vollbesetzten Kirche eine knappe Woche nach Heiligabend ein intensives Erleben der Weihnachtsgeschichte: Mehrstimmige in Wiederholungen vorgetragenen Passagen ließen die Bilder von dem Geschehen an der Krippe über das Erscheinen der Hirten bis zur Ankunft der Heiligen Drei Könige immer wieder neu entstehen, das Instrumentalensemble sorgte für stimmungsvolle Übergänge. 

Die mit rund 30 Sängern besetzte Icker Kantorei und der Kinderchor präsentierten sich als stimmlich hervorragend aufeinander abgestimmte Ensembles. In Weihnachtsliedern wie „Zu Bethlehem geboren“ oder „Lob ehr sei Gott“ wechselten sich helle Kinder- und kräftige Erwachsenenstimmen ab, ergänzten sich und erzeugten berührende Klangerlebnisse. Zugleich präsentierten sich die Chöre als das, was die Weihnachtskantate auch sein soll: ein Mehrgenerationenprojekt, in dem Sänger vom Grundschul- bis ins Rentenalter miteinander musizieren. Für die Kinder seien solche Auftritte eine gute Gelegenheit, sagte Musikprofessor Michael Schmoll, die Älteren singen zu hören: „Sie bekommen dadurch eine Beziehung zu der Chorarbeit der Erwachsenen.“

Weihnachtskantate für Projektchor im Sauerland geschrieben

Schmoll hat die Weihnachtskantate einst für einen Männerchor im Sauerland geschrieben, wo sie im Dom in Sundern aufgeführt worden ist. Das Stück sei seinerzeit so gut angekommen, berichtete Schmoll, dass sich aus einem Projektchor eine feste Gesangsvereinigung entwickelt hat: „Das Stück hat somit Geburtshelfer gespielt“, resümiert der Komponist.

Musikalische Pläne für 2019

Auch die Icker Kantorei ist ein Projektchor: „Wer Lust hat, kann sich anschließen“, sagte Schmoll: Könne aber auch wieder aussteigen, wenn fehlende Zeit oder andere Hobbys eine weitere Teilnahme erschweren. Unter diese Prämisse sind in 2018 wieder zahlreiche musikalische Projekte wie etwa das Musical „Abgehängt“ mit 114 Mitwirkenden im Alter von sechs bis 88 Jahren über die Bühne gegangen. Der Jugendchor hat außerdem mit Gospel und Popsongs beim Katholikentag in Münster mitgewirkt, die Erwachsenenchöre aus Belm und Icker haben eine Popmesse in der Kirche St. Josef gestaltet. 

Auch in 2019 hat Schmoll mit seinen Chören wieder einiges vor: Neben Auftritten beim Pfarrfest sowie den Pfingst- und Adventsgottesdiensten soll am 24. März das Pop-Passions-Oratorium „Emmaus“ erneut auf die Bühne gebracht werden. Das Musical wurde bereits 2005 beim Weltjugendtag und 2015 in einer von Schmoll gekürzten Fassung in Icker aufgeführt. Wer Lust hat, mitzumachen, ist eingeladen zu den Proben zu kommen, die am 8. Januar beginnen.


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