Preisverleihung in London Erfolgreiches Jahr: Vehrter Jungunternehmer doppelt ausgezeichnet

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Zweifach ausgezeichnet wurde die Vehrter Firma G&S SatCom im Jahr 2018. Darüber freuen sich die beiden Gesellschafter und Geschäftsführer Daniel Guth (links mit dem iuk Unternehmensaward) und David Schmitz (mit dem VSAT Stellar Award als "Best Newcomer in the Industry"). Foto: G&S SatComZweifach ausgezeichnet wurde die Vehrter Firma G&S SatCom im Jahr 2018. Darüber freuen sich die beiden Gesellschafter und Geschäftsführer Daniel Guth (links mit dem iuk Unternehmensaward) und David Schmitz (mit dem VSAT Stellar Award als "Best Newcomer in the Industry"). Foto: G&S SatCom

Belm. Für Daniel Guth und David Schmitz war es ein erfolgreiches Jahr: 2018 wurde die Firma "G&S Satcom" der Belmer Jungunternehmer zweifach ausgezeichnet - in Osnabrück und in London. Im kommenden Jahr wollen die beiden 28-Jährigen ihr Engagement in den USA verstärken.

G&S SatCom ist ein Ableger der G&S IT Solutions, einem längst nicht mehr so kleinen Informationstechnikunternehmen, das seinen Sitz im Belmer Ortsteil Vehrte hat. Gegründet wurde es 2010 von Daniel Guth und David Schmitz, die sich aus dem Informatik-Leistungskurs ihrer Schule kannten und die Anfangsbuchstaben ihrer Nachnamen zum Firmennamen zusammenfügten. Aus dem Zwei-Mann-Betrieb ist inzwischen eine Firma mit 20 Mitarbeitern geworden, die klassische IT-Dienstleistungen wie Webdesign und Programmierung anbietet.

Nische mit Wachstumspotenzial

Das neue Zugpferd aber ist die G&S SatCom, wie die beiden gleichberechtigten Gesellschafter erläutern. Unter diesem Namen entwickeln und verkaufen die Vehrter seit 2016 eine Steuerungssoftware für Satellitenkommunikationsbetreiber - eine sehr spezialisierte Nische mit großem Wachstumspotenzial. Vor allem in Bereichen ohne oder mit nur schwacher Mobilfunkabdeckung dürfte die schnelle Datenversorgung via Satellit in Zukunft immer wichtiger werden, schätzen die beiden - etwa auf Kreuzfahrtschiffen, in Flugzeugen oder auf Ölplattformen. 

Ein "Orchestrationssystem"

Dabei greifen viele technische Schritte ineinander, die von verschiedenen Anbietern auf verschiedenen Plattformen bewältigt werden: Betrieb und Steuerung der Satelliten, Versand, Empfang und Weiterverarbeitung der Daten an Land, in der Luft oder zu Wasser, aber auch die Verwaltung der Endnutzer und die Abrechnung der Leistungen. Die Steuerung all dieser Prozesse bündelt die Plattform "G&S SatConnect", die Guth und Schmitz mit ihrem Team entwickelt haben. Der Betrieb der einzelnen Systeme verbleibt dabei beim jeweiligen Anbieter, über entsprechende Schnittstellen greift G&S SatConnect aber darauf zu und vereinfacht mit einer einheitlichen Nutzeroberfläche die Steuerung - "Orchestrationssystem" nennt Guth das. Eine Airline könne so beispielsweise selbst die Tarife an Bord ihrer Maschinen umstellen oder auch das Satellitenterminal im Flugzeug vorübergehend ganz deaktivieren, erläutert Guth. "Ohne G&S SatConnect wäre dies nur mit sehr viel manuellem Aufwand möglich, aber unser Produkt automatisiert all diese Vorgänge."

Interesse der Marktführer geweckt

Dieser Ansatz habe bei den Marktführern bereits großes Interesse geweckt, schildert Schmitz. Die Branche sei noch vergleichsweise klein, fünf bis sechs Betreiber teilten den gesamten Weltmarkt unter sich auf, deshalb sprächen sich Innovationen schnell herum. Bei den VSAT Stellar Awards, einem Branchenpreis, wurde die G&S SatCom im September in London als "Best Newcomer in the Industry", als bester Neuling in der Branche, ausgezeichnet. 

Bestärkt wurde der Erfolg des Vehrter Unternehmens auch in dessen Heimat: Kurz nach der Auszeichnung in Großbritannien verlieh das iuk-Unternehmensnetzwerk Osnabrück der G&S SatCom den "iuk Unternehmensaward". Überreicht wurde die Auszeichnung im November im Alando Palais bei der "innovate!", einem Branchentreff für Start-Ups und Unternehmer. 

Mehr Präsenz auf dem US-Markt

Bereits seit den Anfängen des Unternehmens arbeiten Guth und Schmitz mit iDirect zusammen, einem führenden US-Zulieferer für Satellitenkommunikation. Künftig soll G&S SatCom noch mehr Präsenz auf dem US-Markt zeigen: "2019 werden wir mehrere Satellitenbetreiber mit unseren Produkten versorgen", sagt Schmitz. Wichtig ist den beiden, dass sie nach wie vor unabhängig agieren: "Es gab kein Investment von Fremdkapitalgebern", betont Guth.

Fachkräftemangel in Vehrte

Größtes Problem sei mittlerweile die Personalgewinnung, sagt Schmitz, deshalb bilde das Unternehmen inzwischen sogar aus. 2019 wird die Firma drei zusätzliche Kräfte einstellen, in den kommenden zwei Jahren sehen die Geschäftsführer Potenzial für bis zu zehn weitere Stellen - die Branche sei eben ein "sehr interessanter Wachstumsmarkt", sagt Schmitz. Und ergänzt: "Wir spielen in der Satellitenkommunikation nur eine kleine Rolle - aber das ist die für den Nutzer sichtbare Rolle."


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