"Garten in Memoriam" Friedhof in Icker geht neue Wege in der Grabpflege

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Treuhandstellen-Geschäftsführer Joachim Meyer-Rehberg (links) und Bürgermeister Viktor Hermeler bei der Vertragsunterzeichnung für die Errichtung des "Gartens in Memoriam" auf einer Fläche des Friedhofs in Icker. Foto: Horst TroizaTreuhandstellen-Geschäftsführer Joachim Meyer-Rehberg (links) und Bürgermeister Viktor Hermeler bei der Vertragsunterzeichnung für die Errichtung des "Gartens in Memoriam" auf einer Fläche des Friedhofs in Icker. Foto: Horst Troiza

Belm. Die Gemeinde Belm hat mit der Nordwestdeutschen Treuhandstelle für Dauergrabpflege einen Vertrag über die Anlage eines „Gartens in Memoriam“ auf dem Friedhof in Icker abgeschlossen. Dort entsteht ein besonders gestalteter Platz für 52 Ruhestätten. Das Besondere: Interessenten sichern sich nicht nur eine Grabstelle, sondern auch deren Pflege für die Dauer von 20 Jahren.

In den beiden vergangenen Jahrzehnten haben sich die Bestattungskultur und deren Formen wesentlich verändert. Während Urnenbestattungen zuvor eher die Ausnahme waren, schlagen sie heute mit etwa 69 Prozent zu Buche. In Belm wird dieser Prozentsatz zwar noch nicht erreicht, doch auch hier machen sich die Verantwortlichen in der Verwaltung und den Kirchen Gedanken über die Veränderung.

52 Plätze

Für den Friedhof in Icker ist eine solche jetzt vertraglich besiegelt worden. Auf der sogenannten Priestergrabstelle zu Füßen des Denkmals wird ein „Garten in Memoriam“ geschaffen, der über 52 Beisetzungsplätze verfügen soll. Von diesen 52 Plätzen sollen 20 an einem Urnenhügel liegen, weitere 20 sind als Urnenreihengräber geplant, zehn als Urnenpartnergräber und zwei als klassische Erdbestattungsplätze.

Vertragspartner der Gemeinde ist die Nordwestdeutsche Treuhandstelle für Dauergrabpflege. Sie betreibt den „Garten in Memoriam“, der eine Fläche von 50 Quadratmetern aufweisen soll. Sie ist zusammen mit dem von ihr beauftragten Gartengestaltungsbetrieb Christian Beckers aus Ostercappeln verantwortlich für den Bau der Anlage sowie die Bepflanzung und die Pflege des Geländes. Interessenten können mit Beckers einen Vertrag abschließen über die Pflege der Grabstellen, der über einen Zeitraum von 20 Jahren Gültigkeit hat und von der Treuhandstelle garantiert wird. Die Kosten dafür sind von den Interessenten vorab zu entrichten.

Anbieter bundesweit tätig

„Mittlerweile bieten wir dieses Konzept seit zwölf Jahren an, betreiben bundesweit etwa 800 Anlagen. Das Interesse daran wächst“, erklärte deren Geschäftsführer Joachim Meyer-Rehberg. Im Landkreis gibt es in Dissen bereits einen „Garten in Memoriam“, mit der Stadt Georgsmarienhütte ist die Treuhandstelle im Gespräch.

Der „Garten in Memoriam“ ist vor allem für jene Hinterbliebenen interessant, die nicht in der Lage sind, die Grabstelle angemessen zu pflegen, aus Krankheits- oder Altersgründen oder wegen ihres entfernt liegenden Wohnsitzes. Meyer-Rehberg betonte, es würde im „Garten in Memoriam“ keine anonymen Grabplätze geben, sondern Grabmale, die Namen und Lebensdaten enthielten.

Gemeinde spart Geld

Bürgermeister Viktor Hermeler hob die finanziellen Auswirkungen für die Gemeinde hervor, die weiterhin Träger des Friedhofs bleibt. „Für die Pflege haben wir nicht mehr aufzukommen, bleiben Hoheitsträger und nehmen weiterhin alle Gebühren für Bestattungen ein.“ Das Konzept könnte auch auf andere Friedhöfe in der Gemeinde anzuwenden sein. „Wir müssen offen für moderne Bestattungsformen sein.“

Die katholische Kirchengemeinde hat dem Projekt schon früh zugestimmt. „Von mehreren Seiten war an uns die Frage herangetragen worden, ob wir nicht etwas Höherwertiges anbieten könnten als ein Urnenfeld“, sagte Pastor Joachim Kieslich bei der Vertragsunterzeichnung. Die Anlage soll im Frühjahr entstehen, so dass ab Ostern erste Bestattungen möglich sind. Informationen sind beim Gartenbetrieb Beckers in Ostercappeln, aber auch bei den örtlichen Bestattern zu erhalten.


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