„Das ist unser Dorfladen!“ Vehrter Dorfladen begeht Samstag sein einjähriges Bestehen

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Sie alle tragen ihren Teil zum Gelingen des Projektes „Dorfladen Vehrte“ bei (von links): Marianne Mönch, Inge Drachenberg, Karin Oldenburg sen., Maria Rusinek und Alexandra Hartwig. Foto: Johanna KollorzSie alle tragen ihren Teil zum Gelingen des Projektes „Dorfladen Vehrte“ bei (von links): Marianne Mönch, Inge Drachenberg, Karin Oldenburg sen., Maria Rusinek und Alexandra Hartwig. Foto: Johanna Kollorz

Belm. Der Dorfladen Vehrte feiert am Samstag, 10. November, seinen ersten Geburtstag. Dank leckerer Kuchen ehrenamtlicher Backdamen, tatkräftiger Mithilfe in Laden, Bistro und den Außenanlagen ziehen Vorstand und Unterstützer eine zufriedene Zwischenbilanz.

„Hier wohne ich, hier kaufe ich!“, lautet das zentrale Motto des Dorfladen Vehrte. Als dieser am 10. November 2017 erstmals seine Tür öffnete, war längst nicht alles fertiggestellt. Anfangs wurde das kleine Team regelrecht überrannt – das große Vorhaben zeitgleich von Skeptikern kaputtgeredet. Doch nach einer kurzen Flaute im Januar 2018 stieg die Kundenzahl kontinuierlich an und hält sich seitdem konstant.

„Im ersten Jahr ist viel passiert. Das Angebot wuchs stetig, es ist ein großartiges Projekt!“, schwärmt Inge Drachenberg, Vorstandsvorsitzende des Dorfladens. Natürlich ist seit der Gründung des wirtschaftlichen Vereins im April 2016, der Fragebogenaktion zur Mithilfe sowie der Mittelbeschaffung durch den Verkauf von Geschäftsanteilen nicht jedes Vorhaben geglückt.

So trug etwa der extrem heiße Sommer zu sehr überschaubaren Besucherzahlen des im Frühjahr mit tatkräftiger Unterstützung des Gartenwerkes Dukat errichteten Kaffeegartens bei. Als die bisherige Marktleiterin Marion Küthe (eine von insgesamt fünf Angestellten in unterschiedlicher Stundenzahl) verkündete, dass sie den Dorfladen nach einem Jahr verlässt, war dies ebenfalls ein Schlag.

Annahme durch die Bevölkerung in Vehrte ist gelungen

Doch die allgemeine Annahme des Dorfladens durch die Vehrter Bevölkerung, die Mithilfe und Identifikation durch engagierte Mitglieder und mittlerweile 300 Anteilhaber ist den Initiatoren geglückt. „Ob der Laden angenommen würde, war ja das größte Risiko von allen. Während die Bürger andernorts aktiv werden, wenn die letzte Einkaufsmöglichkeit vor Ort schließt, hat es in Vehrte schon Jahrzehnte keinen richtigen Laden mehr gegeben. Also galt es, all jene, die sich längst umorientiert hatten, durch gute Produkte zu normalen Preisen zurück zu gewinnen“, schildert Drachenberg.

Eier vom Vehrter Hühnermobil

Dass die Vehrter den 180 Quadratmeter Verkaufsfläche messenden Dorfladen in der ehemaligen Sparkassenfiliale am Vehrter Kirchweg zu schätzen wissen, liegt neben der Auswahl aus über 2000 Artikeln vom Großhändler auch am Angebot vieler regionaler Anbieter. Ein Bespiel sind frische Eier vom Hühnermobil des Hof Klemann in Vehrte. „Die Nachfrage im Dorfladen ist inzwischen so groß, dass sich Carolin Klemann entschieden hat, ein weiteres Hühnermobil anzuschaffen“, berichtet Alexandra Hartwig, die den Dorfladen nun kommissarisch leitet.

Einkaufsziel und neuer sozialer Treffpunkt

Kartoffeln, Äpfel, leckere Marmeladen und besondere Säfte vom Obsthof Wickemeyer (Preußisch Oldendorf) füllen die Regale ebenso wie Molkereiprodukte der Hofkäserei Jacob (Hüde), Waren der Landfleischerei Beermann (Bad Laer) oder hochwertige Naturprodukte vom Bio-Imker „Honigsüß“ (Badbergen). Seit kurzem komplettiert (immer donnerstags geliefert) auch Frisch- und Räucherfisch der Nordhäuser Mühle das Sortiment.

„Dass Dorfladen und Bistro nach einem Jahr nicht nur als Einkaufsziel, sondern auch als sozialer Treffpunkt angenommen wurden, ist auch der Verdienst unserer engagierten Backdamen“, berichtet Inge Drachenberg. Marianne Mönch, Maria Rusinek und Karin Oldenburg sen., sind drei von insgesamt zwölf gestandenen Hausfrauen, die regelmäßig leckere Kuchen und Torten beisteuern.

Gebacken wird direkt vor Ort in der Küche – alle Zutaten, die benötigt werden, stammen aus dem Dorfladen. Die hierfür vorgeschriebene Hygienebelehrung machte das gut eingespielte Team mit links. Dank eines dicken, alphabetisch geordneten Rezeptordners, haben die Backdamen auch Aspekte wie Allergien im Blick.

„Das ist unser Dorfladen. Hier bilden sich Gemeinschaften, die es sonst so nicht gäbe!“, ist Karin Oldenburg überzeugt. „Für die Menschen, die hier leben, ist das eine absolute Bereicherung“, pflichtet ihr Marianne Mönch bei.

Freiwillige werden auf vielerlei Art entlohnt

Erst im September waren die insgesamt 50 Ehrenamtlichen unterschiedlichster Bereiche als Dankeschön für ihr Engagement zu einem kleinen Grillabend eingeladen worden. Aber auch tagtäglich wird ihre Mithilfe entlohnt – zum Beispiel indem die Lebensmittelüberschüsse des wirtschaftlichen Vereins nicht einfach in den Müll wandern, sondern an die Freiwilligen verschenkt werden.

In Kooperation mit der Bäckerei Steuwer bietet der Dorfladen den Kunden auch täglich frisches Brot und Brötchen. „Allein im September betrug die Anzahl verkaufter Brötchen 5000 Stück“, sagt Inge Drachenberg stolz und fügt mit Blick auf das gesamte Geschäft hinzu: „Es ist schon eine hohe Kunst, das Sortiment so zu haben, dass man es umsetzen kann“.

Doch viele Dinge im Dorfladen wirken gut durchdacht. So öffnet das Geschäft werktags um 7.30 Uhr und macht bis zur Schließung um 18.30 Uhr keine Mittagspause. „Wenn Eltern ihre Kinder von Kindergarten oder Grundschule abholen fehlt oft noch eine kleine Besorgung. Die wäre sonst nicht möglich“, begründet Inge Drachenberg.

Samstag Sekt und kleine Sonderaktionen zum ersten Geburtstag 

Am Samstag, 10. November, möchten Vorstand und Team den Kunden zu den regulären Öffnungszeiten (7.30 bis 13 Uhr) einen Begrüßungssekt und besondere Angebote offerieren. „Wir würden uns sehr freuen, wenn an diesem Tag viele Menschen aus Vehrte und Umgebung unseren ersten Geburtstag gemeinsam mit uns feiern würden und uns weiterhin so tatkräftig unterstützen. Die Mithilfe der Ehrenamtlichen ist eine tragende Säule des Dorfladens. Schwarze Zahlen können wir auch in Zukunft nur schreiben, wenn wir die täglich anfallenden Arbeiten auf möglichst breite Schultern stellen“, betont Drachenberg.

Anlässlich des einjährige Bestehens kommt die Gemeinde Belm einer weiteren Bitte des Vorstands nach: So sponsert die Verwaltung zwei große beleuchtete Schilder, damit der Dorfladen Vehrte in Zukunft für potentielle Neukunden noch besser auffindbar ist.


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