Prozess am Amtsgericht Marihuana in der Wohnung: Belmer zu Bewährungsstrafe verurteilt

Von Heiko Kluge

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Ein Belmer stand jetzt wegen Drogenhandels vor dem Amtsgericht Osnabrück. Foto: Michael SchwagerEin Belmer stand jetzt wegen Drogenhandels vor dem Amtsgericht Osnabrück. Foto: Michael Schwager

Osnabrück/Belm. Das Amtsgericht Osnabrück hat jetzt einen 25-Jährigen Mann aus Belm wegen Drogenbesitzes in Tateinheit mit Drogenhandel zu einer sechsmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt. Der Angeklagte hatte Marihuana verkauft, um den eigenen Konsum zu finanzieren.

Die Polizei hatte Anfang Oktober 2016 bei einer Hausdurchsuchung im Zimmer des noch bei seinen Eltern lebenden Angeklagten etwas über 58 Gramm Marihuana entdeckt. Darüber hinaus hatten die Ermittler noch einen Geldbetrag von 765 Euro sichergestellt. Da der junge Mann zu dem Zeitpunkt ohne Arbeit war, bestand der Verdacht, dass die Geldsumme aus Drogengeschäften stammen könnte.

Umfassendes Geständnis

 „Da gibt es nichts groß zu leugnen“, sagte der 25-Jährige, gleich nachdem der Staatsanwalt die Anklage verlesen hatte. Etwa zweieinhalb Monate habe er die Weichdroge verkauft, um seinen eigenen Konsum zu finanzieren: „Ich habe zu der Zeit viel gekifft.“ Seit rund einem Jahr und nach zehn Terminen bei einer Drogenberatungsstelle nehme er nun kein Marihuana mehr. Mittlerweile gehe er auch eine feste Arbeit gefunden, berichtete der Angeklagte. 

An jeder Straßenecke

 Die Frage des Staatsanwalts, wo er selber das Marihuana denn eingekauft habe, beantwortete der 25-Jährige eher allgemein. „Das kriegt man eigentlich an jeder Straßenecke.“ Von wem er die Droge bezogen hatte, wollte der Angeklagte nicht sagen. „Das klingt alles nicht so schlecht“, fasste der Staatsanwalt die Sache zusammen. Zwar stehe hier ein Verbrechenstatbestand mit einer Mindestfreiheitsstrafe von einem Jahr im Raum. Doch der Wirkstoffgehalt des im Zimmer des 25-Jährigen gefundenen Marihuanas liege nur knapp über dem, was der Gesetzgeber noch als geringe Menge betrachtet. 

Reger Handel

Auch das umfassende Geständnis sowie die Tatsache, dass der junge Mann von den Drogen weg sei und auch einer festen Arbeit nachgehe, wertete der Staatsanwalt als positiv. Aus diesem Grund sei es vertretbar, zugunsten des 25-Jährigen noch von einem minderschweren Fall auszugehen, wodurch sich die Mindeststrafe auf drei Monate verschiebe. Bei der Mindeststrafe könne es allerdings nicht bleiben, meinte der Staatsanwalt mit Blick auf die 765 Euro, die der 25-Jährige mit den Drogenverkäufen eingenommen hatte. „Er hat schon einen regen Handel getrieben.“

Urteil rechtskräftig

Seinem Antrag entsprechend setzte das Amtsgericht die Freiheitsstrafe auf sechs Monate fest. Da sein Strafregister bislang keine Eintragungen aufweist, muss der junge Mann die Strafe nicht verbüßen. „Ihnen kann man eine Bewährungschance geben“, erklärte die Richterin. Die Bewährungszeit setzte das Gericht auf drei Jahre an. Die 765 Euro zog das Gericht ein und verhängte darüber hinaus noch eine Geldauflage von 300 Euro, die der Angeklagte in Raten an die Staatskasse zahlen muss. Da er und auch die Staatsanwaltschaft auf Rechtsmittel verzichteten, wurde das Urteil sofort rechtskräftig.


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