Ab 2019 an Johannes-Vincke-Schule? Belmer Rat macht Weg für gymnasialen Zweig frei

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Soll einen gymnasialen Zweig erhalten: Die Johannes-Vincke-Schule in Belm. Foto: Nina Strakeljahn/ArchivSoll einen gymnasialen Zweig erhalten: Die Johannes-Vincke-Schule in Belm. Foto: Nina Strakeljahn/Archiv

Belm. Der Rat der Gemeinde Belm ist dem Votum des Bildungsausschusses gefolgt und hat sich einstimmig für die Einführung eines gymnasialen Angebots an der der Belmer Oberschule ausgesprochen. Sofern die Landesschulbehörde mitzieht, soll der neue Zweig zum Schuljahr 2019/2020 an der Johannes-Vincke-Schule (Jovis) starten.

Gerade einmal 16 Minuten dauerte die Belmer Ratssitzung am Donnerstag, und das einschließlich aller Formalien, dem Bericht des Bürgermeisters und einer ganzen Reihe nachträglicher Geburtstagsglückwünsche an Ratsmitglieder. Dann stand fest: Die örtliche Politik unterstützt die Einführung eines gymnasialen Zweiges an der Johannes-Vincke-Schule, und das über alle Parteigrenzen hinweg. Bereits ab dem nächsten Schuljahr sollen besonders leistungsstarke Schüler so von einem eigenständigen Angebot profitieren können, das aufsteigend ab der fünften Klasse eingeführt würde.

Mindestens 27 Schüler im gymnasialen Zweig

Hierfür muss freilich noch die Landesschulbehörde dem Antrag zustimmen, den die Gemeinde nun im nächsten Schritt stellen wird. Denn die Einführung ist an eine Mindestgröße geknüpft: Regelmäßig müssen 75 Schüler einen Jahrgang besuchen, von denen wiederum 27 das gymnasiale Angebot nutzen müssen. Die Prognosen, die die Gemeindeverwaltung auf Grundlage von Geburten- und Schülerzahlen, Einwohnerentwicklung und Wanderungssaldo errechnet hat, lassen "ausreichend hohe Schülerzahlen" erwarten, wie es in der Beschlussvorlage der Verwaltung heißt. Klar ist aber auch, dass Belmer Eltern ihre gymnasialtauglichen Kinder fortan an der Johannes-Vincke-Schule anmelden müssen, damit die Rechnung aufgeht.

"Kein Gastschulgeld an Osnabrück"

Auf diesen Punkt zielte denn auch Erwin Schröder (SPD) ab. Es könne nicht sein, dass Eltern aus Belm ihre Kinder vornehmlich in andere Kommunen, insbesondere nach Osnabrück, schickten, monierte er: Die Schüler hätten weitere Wege, und die Gemeinde Belm müsse Gastschulgeld an die Stadt zahlen. Belm müsse deshalb selbst ein entsprechendes Schulangebot vorweisen, forderte Schröder. "Ich bin überzeugt davon, dass zukünftig mehr Schüler die Jovis besuchen", zeigte er sich optimistisch; dadurch könnten dann auch pädagogische Konzepte besser umgesetzt werden.

Auch Bernhard Strootmann (CDU) erwartete eine Stärkung für die Schule. Diese leiste seit Jahren "hervorragenden Unterricht", aber der Ruf sei "nicht ganz hinterhergekommen". Dies werde sich durch ein gymnasiales Angebot ändern. 

"Gemeinde, Landkreis und Land in der Pflicht"

"Wer A sagt, muss auch B sagen", führte derweil Günther Westermann (Grüne) an. Allein der Beschluss eines gymnasialen Zweiges reiche nicht aus: Schulleitung, Lehrer, Sozialarbeiter und Mitarbeiter der Jovis müssten das neue Konzept nun mit Leben füllen; hierfür müssten Gemeinde, Landkreis und Land weitere Unterstützung leisten. 

Bis zum 31. Oktober muss die Gemeinde nun den entsprechenden Antrag stellen. Sofern die Landesschulbehörde einwilligt, muss dann noch der Landkreis als Schulträger zustimmen.


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