Keine Therapeuten, sondern Wegbegleiter Spes Viva gibt Kindern den nötigen Raum für ihre Trauer

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Spes-Viva-Geschäftsführerin Sandra Kötter im Toberaum des Trauerlandes. Foto: Hendrik SteinkuhlSpes-Viva-Geschäftsführerin Sandra Kötter im Toberaum des Trauerlandes. Foto: Hendrik Steinkuhl

Belm. Die Erkenntnis, dass Kinder anders trauern als Erwachsene, ist nicht neu. Doch nach dem Tod eines Angehörigen bekommen Kinder oft nicht genügend Raum für ihre Art der Bewältigung. Das Spes Viva Trauerland in Belm schafft genau diesen Raum und ist heilsam - auch für die Eltern.

Boxsack und Boxhandschuhe würde man wohl überall vermuten, aber nicht unbedingt an einem Ort, an dem Menschen zusammenkommen, die gerade einen Angehörigen verloren haben. Doch jeder trauert anders, und gerade Kindern, denen oft die verbalen Ausdrucksmöglichkeiten für ihre Gefühle fehlen, hilft in der Überforderung manchmal auch einfach ein Boxsack.

„Wir haben hier sowieso kein festes Programm“, sagt Sandra Kötter, die seit mittlerweile sechs Jahren die Geschäftsführerin des eingetragenen Vereins Spes Viva ist. Trauer zu regulieren oder gar zu normieren, in festen Strukturen eine Art Plan abzuarbeiten - genau das ist es, was Sandra Kötter und ihre Kolleginnen nicht wollen. Sie haben ausdrücklich keinen therapeutischen Anspruch, sondern verstehen sich als Wegbegleiter.

Trauer ist hoch individuell und braucht Raum, den das Spes Viva Trauerland anbietet. Gleichzeitig haben die vom Tod eines Angehörigen betroffenen Kinder und Jugendlichen hier die Möglichkeit, sich mit anderen Trauernden auszutauschen oder einfach nur zu erleben, dass sie mit ihren Gefühlen nicht alleine sind.  

Zur Zeit gibt es im Spes Viva Trauerland vier Kindergruppen, die sich alle zwei Wochen für rund 90 Minuten treffen. Die Altersstruktur ist sehr gemischt und reicht von drei bis 14 Jahren. „Das ergibt sich auch dadurch, dass es ja manchmal Geschwister mit einem größeren Altersabstand gibt, und Geschwister sind natürlich gemeinsam in einer Gruppe“, sagt Sandra Kötter.

Für trauernde Jugendliche gibt es dann noch eine Jugendgruppe, die sich laut Sandra Kötter im Wesentlichen selbst organisiert und bei der Aktivitäten wie etwa gemeinsames Kochen im Vordergrund stehen.

Parallel zu den Kindergruppen haben sich auch Gruppen für die erwachsenen Begleiter der Kinder entwickelt. „Die Erwachsenen denken am Anfang, dass sie ja eigentlich nur wegen der Kinder hier sind. Aber mit der Zeit merken sie dann, wie gut ihnen der Austausch mit anderen trauernden Eltern tut.“ Moderiert werden die Elterngruppen von zwei ehrenamtlichen Mitarbeitern.

Um Kindern und ihren Eltern den Raum für ihre Trauer zu geben, ist der Verein Spes Viva auf Spenden angewiesen. Alle Informationen dazu findet man auf der Seite www.spes-viva.de


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