Kultursommer bei Affenhitze Southern Streamliners bringen Belm in Westernstimmung

Von Andreas Wenk

Affenhitze auf dem Belmer Marktplatz: Während die Southern Streamliners beim Kultursommer spielen, tanzt das country-begeisterte Publikum. Foto: Andreas WenkAffenhitze auf dem Belmer Marktplatz: Während die Southern Streamliners beim Kultursommer spielen, tanzt das country-begeisterte Publikum. Foto: Andreas Wenk

awen Belm. Die Sonne brennt, der Asphalt glüht, es ist Freitagabend, 18 Uhr – und rund um den Belmer Marktplatz werden Cowboyhüte spazieren getragen. Des Rätsels Lösung: der Kultursommer 2018. Auf dem Programm: die Southern Streamliners, eine American-Country-Band.

Zu Beginn hat es den Anschein, dass es viel zu heiß sei, um jemanden auf die Straße zu locken. Doch die Band hat eine treue Fangemeinde. Schnell füllt sich der Platz. Sven Linnemann von der Gemeinde berichtet am Tag darauf von 350 bis 400 Gästen. Unter den ersten waren die „Red Aponis“ (Rote Schmetterlinge) aus Lohne, unschwer zu erkennen an ihren Stetson-Hüten und den Cowboystiefeln. „Das gehört für uns einfach dazu“, sagt Frank Köhler. Er selbst trägt sogar noch ein auffälliges Westernhemd mit „Bolo Tie“, einer wahlweise an Woll- oder Lederband befestigten Brosche als einer Art Krawatte.

In Texas lacht man über diese Temperaturen

Der Hut sei aus 100 Prozent Wolle, sagt Helma Stickdorn, er stamme schließlich aus Texas. Dort lache man über die Temperaturen, unter denen Norddeutschland derzeit leide. Westernmusik, Western Style, Line Dance – das ist ihr Hobby, schon seit zehn Jahren. Die Szene sei größer als gemeinhin angenommen, sagt sie und berichtet von großen Events. Als nächstes freue sie sich auf jenes in der kommenden Woche in Paderborn, und dann auf den großen „Truck Treff“ in Kaunitz. Besonders schwärmt Stickdorn von der großen Szene in den Niederlanden. Dort gebe es große Tanzveranstaltungen mit 150 Leuten auf der Tanzfläche.

Immer gemeinsam Schritt halten

In Belm ist die Tanzfläche mit den ersten Country-Klängen gefüllt. „Guitars and Cadillacs“ spielen die Southern Streamliners zum Auftakt, und schnell gesellen sich Tanzgruppen wie die Burning Boots und andere dazu, teils mit breitkrempigem Strohhut, teils mit normalen Straßenschuhen, aber immer darauf bedacht, gemeinsam Schritt zu halten. „Wir lernen alle voneinander“, sagt Stickdorn.

Noch vor dem ersten Akkord begrüßt

Die Vielzahl unterschiedlicher Schrittfolgen scheint die der Standardtänze einer klassischen Tanzschule bei Weitem zu übersteigen. Köhler behauptet deshalb, Line Dance halte Kopf und Körper fit. Das Internet dient den verschiedenen Tanzformationen als Terminbörse. Sie informieren sich bei den einschlägigen Bands wie den Southern Streamliners, stellen die Termine selbst auf ihre Homepage und teilen sie mit anderen Gruppen. Im Nachhinein kein Wunder also, dass die Line-Dancer-Gruppen noch vor dem ersten Akkord von der Bühne aus begrüßt werden. Schließlich tragen sie nicht unwesentlich dazu bei, jedem Country-Musik-Abend durch ein optisch attraktives Rahmenprogramm den rechten Western-Flair zu verleihen.

Selbst weniger country-affine Besucher sind gebannt

Mit Songs wie „Don’t rock the Jukebox“, „Jambalaya“, „Margaritaville“ oder „Help me make it through the night“ ziehen die Streamliners selbst die weniger country-affinen Besucher schnell in ihren Bann. Ute Winter ist begeistert: „Die Stimmung gefällt mir und die Musik ist sehr gut“, sagt sie und fügt hinzu, dass sie jeden Freitag herkomme, um den Kultursommer zu genießen, schon seit 20 Jahren.

Musikalisch glänzt neben Leadsänger Markus Hülsmeier vor allem Rainer Hackstätte, der neben seiner Pedal Steel Guitar eine kleine Auswahl seiner sonstigen Gitarren präsentiert. Nach einigen Zugaben gehen die fünf Musiker schließlich gegen 22.20 Uhr von der Bühne.

Kultursommer lockt trotz Affenhitze zahlreiche Besucher und country-begeisterte Gäste an


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN