Bebauungsplan beschlossen Belm bekommt ein neues Gewerbegebiet

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Noch ist es nur ein Feld: Zwischen Dorfstraße, Eisenbahn und neuer Umgehungsstraße soll ein Gewerbegebiet entstehen. Foto: Archiv/Jörn MartensNoch ist es nur ein Feld: Zwischen Dorfstraße, Eisenbahn und neuer Umgehungsstraße soll ein Gewerbegebiet entstehen. Foto: Archiv/Jörn Martens

Belm. Der Gemeinderat Belm hat in seiner Sitzung am Mittwoch die Voraussetzungen für ein neues Gewerbegebiet zwischen der Dorfstraße, der Ortsumgehung und der Bahnlinie Osnabrück-Bremen geschaffen. Frederik Langsenkamp (UWG) kritisierte die Planungen erneut.

Zwei Jahre lang haben sich die Ausschüsse mit dem Gewerbegebiet beschäftigt. Am 9. Juni 2016 wurde die Aufstellung des Bebauungsplans beschlossen. Während des Verfahrens wurden immer wieder Anpassungen vorgenommen. Zuletzt wurde das Regenrückhaltebecken aus dem Gewerbegebiet auf die andere Seite der Dorfstraße verlegt. Berthold Uphoff (CDU) stellte als stellvertretender Vorsitzender des Bauausschusses die Planungen vor. Er befand, dass das Konzept "sehr durchdacht ist".


Das sah Frederik Langsenkamp ganz anders. Er sei enttäuscht von der "Ideenlosigkeit" bei den Planungen und hätte sich mehr innovative Ideen und Nachhaltigkeit gewünscht. Ihm fehle beispielsweise die Dachbegrünung. Die sei in den Bauvorschriften aber enthalten, entgegneten ihm sofort einige Ratsmitglieder. Außerdem sei das Oberflächenwasser auf den Grundstücken zu versickern, sagte Uphoff.


"Der Belmer Bach ist ausgelastet"


Doch Langsenkamp hatte noch mehr Kritikpunkte. Die Artenvielfalt werde gefährdet und erneut Flächen versiegelt. Ihm fehle eine Gesamtbetrachtung des Bereiches, vor allem mit Blick auf den Belmer Bach. "Der Belmer Bach ist ausgelastet", sagte er. Außerdem finde er es "bemerkenswert", dass die wasserrechtlichen Voraussetzungen noch nicht geklärt seien, sondern bislang nur der Antrag gestellt sei. 


Das sei allerdings ein normaler Vorgang, sagte Bürgermeister Viktor Hermeler. Mit der Unteren Wasserbehörde sei der Plan bereits abgestimmt und eine Genehmigung in Aussicht gestellt worden. Uphoff, der selbst Wasserwirtschaft studiert hat, bestätigte diese Aussage. 


Gewerbesteuer wichtige Einnahmequelle


Während Langsenkamp ankündigte, sowohl gegen den Abwägungs- als auch Satzungsbeschluss zu stimmen, sagte Hermeler: "Ich stimme ausdrücklich zu." Ein Blick auf die Finanzen zeige, wie wichtig für die Gemeinde die Einnahmen durch die Gewerbesteuer und Einkommenssteueranteile seien. Nun könne man wieder Flächen für Gewerbe anbieten. Seiner Meinung nach sei der Plan auch gut abgewogen.


Uphoff stimmte Langsenkamp insofern zu, dass in Zukunft nicht nur der Belmer Bach, sondern alle Bäche einmal insgesamt betrachtet und untersucht werden müssten. Mit dem Bebauungsplan halte man sich aber an die gesetzlichen Vorgaben in Niedersachsen.


Gut für die Gemeindeentwicklung


Ganz einfach sei für ihn die Entscheidung auch nicht gewesen, sagte Günther Westermann. Bei Bodenversiegelung müsse er eigentlich nein sagen. Mit Blick auf die Gemeindeentwicklung sei ein solches Gewerbegebiet aber wichtig.


Mit einer Gegenstimme von Frederik Langsenkamp wurde der Bebauungsplan am Ende beschlossen.


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