Auch kritische Stimmen Belmer Rat will WLAN auf Marktring einrichten

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Die Belmer können bald am Marktring im kostenlosen WLAN surfen. Foto: Jörn MartensDie Belmer können bald am Marktring im kostenlosen WLAN surfen. Foto: Jörn Martens

Belm. Der Rat hat in seiner Sitzung am Mittwochabend beschlossen, auf dem Marktring ein WLAN einzurichten. Die Verwaltung soll sich weiterhin darum kümmern. Es gab aber auch kritische Stimmen.

Die CDU hatte den Antrag gestellt, ein solchen WLAN einzurichten, ohne zu wissen, dass die Verwaltung bereits seit September an einem Konzept arbeitet. Im Finanzausschuss hatte Sven Linnemann, Mitarbeiter der Verwaltung, die bisherigen Planungen vorgestellt. 


Die Gemeinde ist mit dem Verein Freifunk Nordwest in Kontakt. Freifunk ist eine nicht-kommerzielle Initiative für freie Funknetzwerke und betreibt solche schon in Osnabrück sowie einigen Kommunen im Landkreis. Die Experten des Vereins begutachteten den Marktring und kamen zu dem Schluss, dass es grundsätzlich möglich sei, ein WLAN zu installieren. Allerdings müssten dazu auch externe Gebäude genutzt werden, um die benötigten Antennen aufbauen zu können, erklärte Linnemann. Das Rathausgebäude biete sich nicht an, da von dort nur ein kleiner Teil erreicht würde. Mit den Hausbesitzern hat die Gemeinde bereits Kontakt aufgenommen. Auch für ein EU-Förderprogramm hat sich Belm beworben, allerdings sind die Chancen gering. 15.000 Euro sind zunächst eingeplant.

WLAN auch in den Ortsteilen

Im Rat stellte Jan-Hendrik Schulhof (CDU) den Antrag seiner Fraktion vor. Seiner Meinung nach würde ein öffentliches WLAN den Marktring noch attraktiver machen. Außerdem sei es denkbar, wenn es gut läuft, ein solches WLAN auch in den Sportanlagen sowie in den Ortsteilen zu installieren.


Günther Westermann (Grüne) unterstützte den Vorschlag der CDU, schlug aber eine andere Reihenfolge vor. Man solle zunächst in die Ortsteile gehen. Dies sei eine Möglichkeit, sie nach vorne zu bringen. Den Vehrter Sportplatz und den Bereich um die Kirche in Icker fand er gut. Am Icker Schützenplatz gibt es bereits ein vom Verein eingerichtetes WLAN, das gut genutzt werde, sagte er. Veronika Bode (SPD) sprach sich für die Sportanlagen aus, damit zum Beispiel Fotos von Wettkämpfen schnell verschickt werden können.

WLAN in Zeiten von Flatrates?

Doch nicht allen gefiel das. Ein junger Mann hatte sich bereits in der Einwohnerfragestunde zu Wort gemeldet. Er fragte, ob ein öffentliches WLAN nicht schon eine veraltete Idee sei, schließlich hätten viele eine Flatrate auf ihrem Smartphone. Sinnvoller sei seiner Meinung nach, wenn die Lokale einen kostenlosen Internetzugang anbieten würden. Auch Dieter Ewering (SPD) hatte Bedenken – einerseits wegen der Flatrates, andererseits wegen der Kosten. 


Im Blick der CDU seien nicht nur Smartphone-Nutzer, erklärte Schulhof. Auch mit Laptop oder Tablet könne man das nutzen. Erfahrungen anderer Kommunen würden zeigen, dass das öffentliche Internet genutzt würde. Außerdem sei das Datenvolumen bei den Flatrates schnell aufgebraucht, sagte Westermann. Bürgermeister Viktor Hermeler ergänzte noch, dass gerade bei Veranstaltungen wie dem Belmer Kultursommer ein WLAN hilfreich sei, wenn man ein kurzes Video oder Bilder verschicken wolle.

Wie sicher sind öffentliche Netze?

Zu bedenken gab Hale Sentürk (Grüne) noch, dass die Daten in öffentlichen Netzwerken oft nicht so sicher und schneller zu knacken sein. Mit gemischten Gefühlten stand auch Erwin Schröder (SPD) dem Thema gegenüber. Er sieht die Gefahr, dass die Leute im Restaurant oder Café nur auf ihr Handy starren und nicht mehr miteinander kommunizieren.


Der Rat beschloss am Ende dennoch bei vier Enthaltungen, dass die Gemeinde ein öffentliches WLAN bekommen und die Verwaltung sich weiter mit dem Thema beschäftigen soll.


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