CDU und Verwaltung mit gleicher Idee Belmer surfen am Marktring bald kostenlos im Internet

Von Nina Strakeljahn

Bislang gibt es am Marktring kein freies W-LAN, das soll sich nach Willen des Finanzausschusses bald ändern.  Foto: Jörn MartensBislang gibt es am Marktring kein freies W-LAN, das soll sich nach Willen des Finanzausschusses bald ändern. Foto: Jörn Martens

Belm. Um den bald komplett neu gestalteten Marktring noch attraktiver zu gestalten, hat die CDU den Antrag gestellt, dort ein öffentliches und kostenloses WLAN einzurichten. Es stellte sich heraus, dass die Verwaltung an einem Konzept dafür bereits arbeitet.

Entsprechend war sich der Finanzausschuss einig, dass ein solches WLAN eine gute Idee ist. Die CDU hatte in ihrem Antrag geschrieben, "diese Vernetzung stärkt die Attraktivität und dient der gesamten Aufenthaltsqualität des gesamten Marktrings." Auch dass die Verwaltung über die Einrichtung eines Netzes an der Sporthalle und am Sportplatz am Heideweg nachdenkt, begrüßten die Ausschussmitglieder.

WLAN am Marktring möglich

Sven Linnemann, Mitarbeiter der Verwaltung, stellte die bisherigen Planungen vor. Die ersten Gespräche führte die Gemeinde bereits im September 2017 mit dem Verein Freifunk Nordwest. Freifunk ist eine nicht-kommerzielle Initiative für freie Funknetzwerke und betreibt solche schon in Osnabrück sowie einigen Kommunen im Landkreis. Die Experten des Vereins begutachteten den Marktring und kamen zu dem Schluss, dass es grundsätzlich möglich sei, ein WLAN zu installieren. Allerdings müssten dazu auch externe Gebäude genutzt werden, um die benötigten Antennen aufbauen zu können, erklärte Linnemann. Das Rathausgebäude biete sich nicht an, da von dort nur ein kleiner Teil erreicht würde.


Die Verwaltung hat deshalb bereits mit den evangelischen Stiftungen, denen das Gebäude Marktring 15 gehört, und der Sparkasse Osnabrück Kontakt aufgenommen, um zu prüfen, ob auf deren Gebäuden Antennen aufgestellt werden können. Die Umsetzung ist aus Sicht der Verwaltung am ehesten am Marktring 15 möglich, weil dann über das Dach ein Anschlusskabel zu einem DSL-Anschluss im Rathaus gelegt werden könnte. Allerdings könne dann der Marktring vor Rossmann und dem Edeka-Markt nicht erschlossen werden. Weitere Möglichkeiten werden geprüft.

EU stellt Fördermittel zur Verfügung

Die CDU hatte in ihrem Antrag auch auf das Projekt Wifi4EU aufmerksam gemacht. Das EU-Parlament stellt 120 Millionen Euro Fördermittel zur Verfügung, damit Kommunen ein kostenloses WLAN einrichten können. Das hatte auch die Gemeinde bereits im Blick. Die EU fördert bis zu 100 Prozent der Geräte- und Installationskosten, die Betriebs- uns Instandhaltungskosten übernehmen die Gemeinden. Insgesamt soll es fünf Bewerbungsphasen geben.


Der Beginn der Bewerbungsphase für das Projekt war mehrmals verschoben worden. Am 15. Mai startete das Projekt um 13 Uhr. Linnemann erzählte, dass er Punkt 13 Uhr den Anmeldeknopf gedrückt habe. Aus anderen Kommunen hatte er jedoch gehört, dass sie das gleiche getan haben. Die Chancen seien sehr gering, einen der Gutscheine über 15.000 Euro für den WLAN-Ausbau zu bekommen, sagte Bürgermeister Viktor Hermeler. Er hätte mit seinem Team ausgerechnet, dass wohl nur zwei Gemeinden aus Niedersachsen zu den Glücklichen zählen werden. Sollte die Gemeinde einen Gutschein bekommen, könne man allerdings nicht mit Freifunk zusammenarbeiten, sondern nur dem für das Förderprogramm registrierten Firmen.


Ob nun Glück beim Förderprogramm oder in Eigeninitiative, die Ausschussmitglieder waren sich einig, ein öffentliches WLAN einrichten zu wollen. Genaue Kosten können noch nicht beziffert werden. Der Ausschuss plant nun aber erst einmal mit 15.000 Euro, wie es auch im Förderprogramm vorgesehen ist. Die Verwaltung soll sich nun weiter mit dem Thema beschäftigen und Gespräche führen. Das öffentliche WLAN wird auch noch einmal Thema im Rat am Mittwoch, 20. Mai, um 19 Uhr im Rathaus sein.


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