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126 Fahrzeuge von Baujahr 1913 bis 1981 Rekord-Teilnehmerfeld bei Jubiläums-Rallye

Von Nicholas Salagaray | 11.09.2011, 16:46 Uhr

Mit Knattern und Gebrumme startete gestern die 25. Oldtimer-Rallye Wiehengebirge vom Hof des Vehrter Hotels Kortlüke. Die renommierte Rallye, die als Wertungslauf für den ADAC Classic Revival Pokal zählt, wartete mit 126 Teilnehmern auf, so viele wie noch nie: „Wir haben bereits seit zwei Wochen keine Nennungen mehr entgegengenommen. In diesem Jahr haben wir etliche Fahrer, die am Revival Cup teilnehmen, und die sind schon richtig heiß auf das Rennen“, erklärte Heinrich Feldhaus, erster Vorsitzender des Veranstalters Motor-Sport Vehrte, stolz.

Den weitesten Weg nahm der Berliner Jürgen Ortlepp mit seinem Audi Auto Union 80 L (Baujahr 1975) auf sich: „431 Kilometer bin ich bis hier gefahren.“ Das Auto allerdings wurde auf anderem Wege zum Start transportiert. „In Berlin ist die Sparte Oldtimer-Sport vernachlässigt worden und ist nicht so bekannt wie hier. Da können wir bei solchen Veranstaltungen natürlich viel lernen und nach Berlin mitnehmen“, so der Oldtimer-Fan, der mit seinem Verein VBA-Automobile Tradition zukünftig auch Rallyes des Revival Cups austragen möchte.

Siegfried Bez hingegen ist so etwas wie ein Urgestein bei der Rallye. Gemeinsam mit seiner Frau Karla brachte er sein BMW 321 Cabrio (Bj. 1939) auf die Strecke. Um sein sehr gut erhaltenes Fahrzeug machte er sich dabei keine Gedanken: „Es sind ja Fahrzeuge und keine Stehzeuge“, schmunzelte der Fahrer, der seit 1968 der Szene angehört und in jüngeren Jahren Rallye-Fahrer war. „Losgelassen hat mich das nie“, sagte er und zeigte, dass ihn der sportliche Wettkampf durchaus reizte.

Auf der 95 Kilometer langen Strecke, die über Icker, Rulle, Haltern zur Schelenburg und schließlich über Wehrendorf und Driehausen an den Start zurückführte, warteten unterschiedliche Wertungen auf die Fahrer. Eine sportliche, eine touristische und eine Wertung für Motorradfahrer gab es für diejenigen zu bewältigen, die am Ende einen Pokal mit nach Hause nehmen wollten.

Dabei sollte besonders die tolle Landschaft überzeugen: „Wir wollen die Fahrer nicht einfach nur durch die Dörfer schicken, sondern viel Abwechslung bieten“, erklärte Feldhaus und traf damit den Geschmack der Teilnehmer.

Jürgen und Ute Weiß aus Melle waren nicht nur mit einem Ford A aus dem Jahr 1929 unterwegs, sondern versetzten sich zumindest bei der Kleiderwahl selbst in die 20er-Jahre zurück. Mit Knickerbocker-Hosen, Kniestrümpfen und der Ballonmütze gaben sie ein tolles Bild ab: „Wir sind schon häufiger in Skandinavien auf Ford-Treffen gewesen, und da kleidet man sich gerne in Anlehnung an die Fahrzeuge“, erzählte Jürgen Weiß. An der Vehrter Rallye gefielen dem Ehepaar besonders das familiäre Verhältnis und „die super Organisation“.

Auch die Zweiräder waren mit 35 Teilnehmern stark besetzt. Für Monika Schenk aus dem westfälischen Spenge war es auf ihrer BMW R2 von 1931 bereits die 25. Teilnahme: „Das tolle an dem Sport ist, dass man rauskommt und ewig neue Leute kennenlernt.“ Das Schaulaufen von Oldtimern – der älteste Bolide war ein Ford T Baujahr 1913 – war besonders für die jungen Zuschauer ein Spektakel: „So ein Auto will ich später auch mal fahren“, strahlte der 9-jährige Jan-Luca Tiede, während er dicht neben dem Start noch schnell ein Foto von jedem Auto machte, bevor es auf die Rundstrecke fuhr.