Neue Bestattungsformen in Icker und Vehrte Planungen für Kolumbarium in Belmer Josefskirche laufen

In der Josefskirche in Belm soll ein Kolumbarium entstehen. Foto: Nina StrakeljahnIn der Josefskirche in Belm soll ein Kolumbarium entstehen. Foto: Nina Strakeljahn

Belm. Die Planungen für ein Kolumbarium in der Belmer Josefskirche haben begonnen. Ein Arbeitskreis der katholischen Gemeinde erarbeitet momentan die Kriterien. Auch weitere neue Bestattungsformen werden in Belm eingeführt.

Nachdem die Kirche St. Dionysius im vergangenen Jahr renoviert worden ist, stellt sich nun die Frage, wie es mit der Kirche St. Josef weiter geht. Diese umfasst etwa 500 Sitzplätze, die nur noch bei besonderen Anlässen wie Erstkommunion oder an Weihnachten komplett besetzt sind, erklärt Pfarrer Joachim Kieslich. Bereits als es um die Renovierung von St. Dionysius ging, war klar, dass man sich über eine neue Nutzung der Josefskirche machen muss.

Platz für 1000 bis 1500 Urnen

Das Bistum schlug vor, die Kirche in ein Kolumbarium nach dem Vorbild der Kirche Heilige Familie in Osnabrück umzugestalten. Dieser Vorschlag wurde in der Gemeinde positiv aufgenommen. Derzeit berät der Ausschuss, wie viele Plätze für Urnen geschaffen werden und wie viele Sitzplätze im Kirchenraum bleiben sollen, sagt Kieslich. Zwischen 1000 und 1500 Urnenplätze sollen es werden, ergänzt er, denn es müsse sich auch wirtschaftlich rechnen. Kolumbarium und Kirchenraum werden in Zukunft in zwei verschiedenen Haushalten geführt, erklärt er. Sitzplätze bleiben dann vermutlich zwischen 100 und 150 übrig. Inwiefern noch weitere Räume benötigt werden, sei momentan ebenfalls Thema.


Die Rahmenbedingungen sollen bis Ende des Jahres geklärt sein. Im kommenden Jahr wird ein Architektenwettbewerb organisiert. Die Idee des Gewinners soll schließlich umgesetzt werden. Viele Fragen der Gemeindemitglieder könne er noch nicht beantworten, sagt Kieslich und bittet um Verständnis. Wie viele Gottesdienst wann abgehalten werden, sei beispielsweise noch nicht geklärt. Trauergottesdienste seien natürlich im Kolumbarium geplant.

"Garten in Memoriam" kommt im Herbst

Doch nicht nur das Kolumbarium als neue Bestattungsform ist in Belm angedacht. Auch der Betriebsausschuss der Gemeinde Belm hat in der vergangenen Sitzung zwei neue Formen für die kommunalen Friedhöfe vorgestellt. Zum einen soll in Icker im Herbst auf dem Priestergrab ein "Garten in Memoriam" eingerichtet werden. Die satzungsrechtlichen Voraussetzungen dafür seien bereits geschaffen, sagt Fachbereichsleiter Uwe Harbig. Dann könne die Gemeinde dort auch Urnengrabstellen anbieten.


Gewünscht sind auf dem Friedhof in Vehrte Wiesenreihengräber. Dies ist eine Form der Sargbestattung. Die Besonderheit ist, dass das Grab nicht eingefasst und individuell gestaltet wird, sondern dass dort Rasen wächst. Mit einem Grabstein werde aber deutlich gemacht, wo der Verstorbene liegt, erklärt Harbig. Diese Form sei nachgefragt. Sie sei nicht so pflegeintensiv für die Angehörigen, dennoch könnte eine Sargbestattung ermöglicht werden und ein Ort der Trauer bleibe. Gedanken müsse man sich über die Gebühren machen, denn die Pflege des Rasen würde in der Regel von der Gemeinde übernommen. 


Jan-Hendrik Schulhof (CDU) fand, dass das eine gute Idee ist. Er gab Harbig recht, dass bei der Gebührenberechnung die Pflege des Rasens entsprechend berücksichtigt werden müsse. Auch Christian Gartmann (SPD) sprach sich für die Möglichkeit aus. Er schlug vor, um auch um die Pflegearbeit zu erleichtern, dass bei den Grabsteinen bestimmte Maße vorgegeben werden, eine individuelle Gestaltung aber möglich bleibt.


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