Löschwasserkonzept vorgestellt Neue Zisternen in Icker und Haltern

Von Kerstin Balks

Eine Übung der Feuerwehr Belm: Um die Löschwasserversorgung sicherzustellen, werden neue Zisternen gebaut. Foto: Feuerwehr BelmEine Übung der Feuerwehr Belm: Um die Löschwasserversorgung sicherzustellen, werden neue Zisternen gebaut. Foto: Feuerwehr Belm

Belm. Auf knapp 47 Quadratkilometer erstreckt sich das Gebiet der Gemeinde Belm. Neben den Siedlungsschwerpunkten Belm, Haltern-Wellingen, Icker und Vehrte prägen zahlreiche Höfe in Alleinlage das Bild. Doch unabhängig von der Wohnlage: Insgesamt müssen 14.000 Einwohner mit Löschwasser versorgt sein. Um dies sicherzustellen, bedarf es mancherorts baulicher Maßnahmen, die die Gemeinde noch in diesem Jahr angehen will, wie der Ordnungsausschuss in seiner jüngsten Sitzung einstimmig befürwortete.

Beim Brandschutz handelt es sich um eine „pflichtige Selbstverwaltungsaufgabe“. Das heißt, Gemeinden sind gesetzlich dazu verpflichtet, können aber selbst entscheiden, wie sie dieser Verpflichtung nachkommen. In Städten übernimmt meist eine Berufsfeuerwehr diese Aufgabe, im ländlichen Raum sind es die Freiwilligen Feuerwehren. Doch egal wer löscht – das Wasser muss ausreichend und mit dem erforderlichen Druck zur Verfügung stehen, dafür haben die Kommunen zu sorgen.

Untersuchung durch Feuerwehr

In Belm hatte die Freiwillige Feuerwehr im vergangenen Jahr die vorhandenen Löschwasserteiche, -brunnen und -zisternen, sowie die an das vom Wasserverband Wittlage versorgte Trinkwassernetz angeschlossenen Hydranten in Augenschein genommen und an einigen dieser Einrichtungen Defizite ausgemacht. Daraufhin war das Osnabrücker Planungsbüro Hahm (pbh) mit der Erstellung eines Löschwasserkonzepts beauftragt worden, welches dessen Mitarbeiter Frank Heinemann dem Ordnungausschuss in dessen jüngster Sitzung vorstellte. Dabei ging der Ingenieur auf die verschiedenen Löschwasserentnahmepunkte ein. Insgesamt sieht sein Konzept den Bau von insgesamt sieben Zisternen vor, für die es jedoch unterschiedliche Prioritäten gibt.

Prioritätenliste

Oberste Priorität hat der Bau einer Zisterne im Bereich Osterstraße/Vor dem Bruche, nördlich von Icker, nahe der Gemeindegrenze zu Bramsche, ein Bereich, der nur unzureichend an die Löschwasserversorgung angebunden ist. Ähnliches gilt für den Bereich Burhaksweg in Haltern, wo keine Zisterne existiert und die Wasserversorgung bislang über Brunnen erfolgt. Eine erste Kalkulation des Ingenieurbüros bezifferte Herstellungskosten für die Zisterne in Icker mit 118.000 Euro, die in Haltern mit 128.000 Euro, jeweils brutto in Betonbauweise und inklusive Baunebenkosten. Eine Ausführung in Metallbauweise käme, so der Ingenieur, nicht wesentlich günstiger, bei Löschteichen schlügen die laufenden Kosten zu Buche.

Haushaltsmittel

„Das ist viel Geld, aber wir haben keine Alternative“, waren sich Bürgermeister Viktor Hermeler, Ortsbrandmeister Lars van Doom und Ausschussvorsitzender Dieter Ewering einig. Einstimmig votierte der Ausschuss für die Bereitstellung der Haushaltsmittel für diese beiden Maßnahmen und deren Realisierung noch in diesem und im kommenden Jahr. Weiteren Handlungsbedarf sahen Gemeindebrandmeister Lars van Doom und Ingenieur Heinemann bei einem Löschteich am Power Weg, der für die Feuerwehr nur bedingt zugänglich ist, sowie bei Hydranten in Haltern, Vehrte und Wellingen, da eine Wasserentnahme dort einen Druckabfall bei den nachfolgenden Entnahmestellen nach sich zieht.